Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen

Klima Challenge Ruhr: So geht Nachhaltigkeit

Foto: Elaine Casap

Sie betreiben Repair-Cafés, legen Streuobstwiesen an und pflanzen Umweltbewusstsein in die Köpfe ihrer Nachbarn: Im Ruhrgebiet, in Düsseldorf und in Wuppertal nehmen zurzeit zahlreiche Umweltvereine und -initiativen an der „Klima Challenge Ruhr“ teil, um Geld für die Umsetzung ihrer grünen Projekte zu sammeln. Im Interview haben sie uns verraten, mit welchen Ideen sie ihr Viertel und die Welt nachhaltig verändern wollen.

Inhaltsverzeichnis [verbergen]

NaturBar | Bochum

Foto: Franka Beutner

Wer seid ihr?

Wir sind eine interdisziplinäre, 7-köpfige studentische Initiative aus Bochum, die sich für die Verbreitung des unverpackten Einkaufens einsetzt.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

Das Thema lautet „nachhaltiger Konsum“. Unsere Vision ist es, das Prinzip des unverpackten Einkaufens jedem zugänglich zu machen. Die Nachfrage, Lebensmittel umweltbewusst einzukaufen, ist größer als das Angebot. Für viele Interessenten ist der nächste Unverpackt-Laden, sofern überhaupt vorhanden, zu weit weg. Wir möchten mit einem Shop-in-Shop-Prinzip Unverpacktsysteme in den alltäglichen Supermarkt bringen und dem bewussten Kunden somit einen großen Schritt entgegenkommen.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Im März treten wir zur Klima Challenge Ruhr an. Der finanzielle Support, der sich hieraus ergibt, ist nicht von einer Jury abhängig, sondern von dir und mir! Jeder kann mitmachen, indem man sich für sein Herzens-Team registriert und grüne Aktionen aus seinem Alltag kommuniziert. Das Ergebnis der Challenge hängt also davon ab, wie viele Leute wir mobilisieren können, die an unsere Idee glauben und uns aktiv unterstützen.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

Fleischverzicht, Kosmetikboykott, starke Plastikreduktion, Nutzung der Öffis.

Naturbar

Ka!sern | Dortmund

Foto: Ekkehart Reinsch

Wer seid ihr?

Wir sind eine Nachbarschaftsinitiative aus dem Kaiserviertel in Dortmund. Jeden 20. treffen sich engagierte Menschen, um sich auszutauschen und mit unterschiedlichen Aktionen die Lebensqualität im Viertel zu verbessern. Derzeit steht die Nachhaltigkeit im Fokus.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

2018 haben wir eine Blumenwiese im Kaiserviertel ausgesät und zum Blühen gebracht! In dieser Weise wollen wir auch 2019 aktiv sein und Diskussionen anregen. Im Rahmen der Klima Challenge sind wir mit unserem Projekt „KA!SER(N)S neue Kleider“ bewusst generationenübergreifend aktiv, mit dem Seniorenbüro Innenstadt-Ost und der Ricarda-Huch-Realschule. Beworben haben wir uns mit einem Repair- und Näh-Café. Damit soll für ein verändertes Konsumverhalten sensibilisiert werden.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Momentan suchen wir handwerklich geschickte Menschen, die Lust haben, sich ehrenamtlich beim Repair- und oder Näh-Café zu engagieren.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

Fahrrad statt Auto, Bahn statt Flugzeug, Baumwollnetz statt Plastiktasche, Bienenweide im Garten, Einkaufen im Unverpackt-Laden, Second-Hand-Optionen nutzen…

KA!SERN Nachbarschaftsinitiative

Ideenfabrik Stadtsfeld | Dorsten

Foto: Ideenfabrik Stadtsfeld

Wer seid ihr?

Die Ideenfabrik Stadtsfeld ist ein Quartiersnetzwerk im Stadtteil Dorsten-Feldmark. Wir kümmern uns in erster Linie um ökologische Projekte und die Einbindung der Bewohner des Stadtsfelds in unsere Projekte.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

Wir pflanzen Bäume, konstruieren Blumenwiesen und gestalten alte Plätze neu. Bei unserem Projekt „Grüne Initialzündung“, mit dem wir bei der Klima Challenge Ruhr teilnehmen, wollen wir eine Brachfläche in eine Streuobstwiese verwandeln mit Nistkästen und Insektenhotels. Auch eine Bücherbox, Baumpatenschaften und Imker-Workshops sind geplant.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Neben ökologischen Projekten ist unsere andere Idee die soziale Nachhaltigkeit. Wir organisieren verschiedene Veranstaltungen im Quartier. Eine große Beteiligung ist für uns positives Feedback – und das passiert gerade definitiv.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

Irgendein Stadtsfelder hat immer eine Harke in der Hand. Ein großer Trend ist die Übernahme von Patenschaften. Hier kümmern sich Anwohner um Grünflächen oder die Unterpflanzung von Straßenbäumen, für deren Pflege eigentlich die Stadt zuständig wäre. Das sind ganz viele kleine ökologische Heldentaten.

Die Stadtsfelder

Loco2l Heroes | Duisburg & Essen

Foto: Loco2l Heroes

Wer seid ihr?

Wir sind die erste Klimaschutz-Initiative an der Universität Duisburg-Essen. Unser Team möchte Studierende aller Fachbereiche für das Thema CO2-Reduktionsmaßnahmen im Alltag sensibilisieren. Für unsere Aktivitäten wurden wir mehrfach ausgezeichnet, unter anderem durch den Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung sowie als Leuchtturm-Projekt des Wettbewerbs „Ideen Initiative Zukunft“ von der deutschen UNESCO-Kommission und der Drogeriemarktkette dm.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

Wir etablieren gemeinsam mit Foodtech-Start-ups „Indoor Gardening“ für Studierende, unterstützen junge Mütter und sozial Schwache durch ein E-Lastenrad, und inspirieren Studierende durch Klimaschutz-WGs zu mehr Nachhaltigkeit. Damit reduziert sich der CO2-Fußabdruck unserer Projektteilnehmer deutlich.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Wir beteiligen uns mit drei Projekten an der Klima Challenge Ruhr. Wir freuen uns sehr über Support bei den Projekten #91, #92, und #93.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

Öko-Strom, nachhaltige Bankkonten, Engagement für eine nachhaltigere Gesellschaft.

Loco2l Heroes

Zero Waste Stammtisch | Düsseldorf

Foto: Zero Waste Stammtisch Düsseldorf

Wer seid ihr?

Wir sind eine offene Gruppe aus Düsseldorf, die sich alle zwei Wochen rund ums Thema „Zero Waste‘“(Null Müll / Verschwendung) austauscht.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

Das Ideal: leben ohne Müll. Im Vordergrund steht dafür der Austausch. Gerade wenn es um Müllvermeidung geht, braucht es Informationen. Wo finde ich Alternativen zum Shampoo? Kann ich wirklich mit der eigenen Dose an die Käsetheke gehen? Gibt es (Soja-)Milch in Pfandflaschen? Irgendwer in der Gruppe weiß meist eine Antwort – andernfalls sind wir so neugierig, dass wir gemeinsam nach einer suchen.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Bei Interesse einfach zu einem unserer nächsten Stammtische vorbeikommen, Termine gibt es auf unserer Webseite. Und am besten direkt anfangen, wo es leicht möglich ist, Müll zu vermeiden.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

Unser gemeinsames Ziel ist es, möglichst wenig Müll zu verantworten. Konkret heißt das, eher zum nicht eingepackten Gemüse greifen, eine Tasche zum Bäcker mitnehmen, den eigenen Coffee-to-go Becher nutzen und selber kochen statt Fertigprodukte. Aber auch Waschmittel selber herstellen, Kleidung tauschen statt kaufen und natürlich, im Uverpacktladen einkaufen.

Zero Waste Düsseldorf

Niemandsland | Düsseldorf

Foto: Niemandsland

Wer seid ihr?

Wir sind ein buntes, umweltbewusstes Kollektiv aus Düsseldorf, gewürzt mit Kunst, Musik und Politik. Gemeinschaftlich betreiben wir unsere sozial-ökologische Projektwerkstatt. Hinzu kommen weitere Menschen, Initiativen, Vereine und Projekte, die unsere Strukturen beleben.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

Selbsthilfewerkstätten für Holz und Fahrrad, Töpferei, Umsonstladen, urbaner Garten und unser bio-veganer Mittagstisch sind aktive Projekte, die wir aktuell wuppen. Auf unserem Gelände findet auch ein Bioladen und eine Kita mit ökologischem Schwerpunkt Platz. Weitere Initiativen wie Freilerner*innen, politische Sambas und viele mehr runden unsere Utopie ab.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Durch aktive Beteiligung mit Hand und Know-how, mit Spenden und durch Vernetzung zu schönen Projekten.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

Unser Gelände wird seit der Übernahme 1987 ausschließlich ökologisch gestaltet. Alle Projekte sind dazu angehalten so nachhaltig wie möglich zu arbeiten. Unsere Prämisse ist die „Ökologisierung des Alltags“.

Niemandsland e.V.

Utopiastadt | Wuppertal

Foto: Wolf Sondermann

Wer seid ihr?

Die Utopisten am Mirker Bahnhof in Wuppertal befassen sich mit der Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Sport, dem Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden, der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zu Gunsten gemeinnütziger und mildtätiger Zwecke, insbesondere im kulturellen und sozialen Kontext von Stadt- und Quartiersentwicklung.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

Viele Ansätze umweltbewussten und ressourcenschonenden Handelns haben in der Utopiastadt einen Ort gefunden: Hier unterstützen sich Menschen gegenseitig mit ihrem Know-how, erhalten Räume zum Experimentieren und Entwickeln und haben die Möglichkeit, Mitstreiter zu gewinnen. Gemeinsam mit anderen Akteuren entwickeln wir alternative und nachhaltige Konzepte in den Bereichen Mobilität, Re- und Upcycling, Ernährung und urbanes Gärtnern sowie Energienutzung.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Fast alle unsere Projekte sind „Mitmachprojekte“. Jeder kann sich daran beteiligen und eigene Ideen einbringen. Über unsere Homepage, soziale Netzwerke und andere Medien stehen Informationen zur Verfügung, wann, was, wo geschieht. In vielen Bereichen sind wir auf Sach- und Geldspenden angewiesen.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

CoWorking, Fahrradfahren, gesunde Ernährung, Teilen und Dinge gemeinsam nutzen.

Utopiastadt

Kopp auf! | Wuppertal

Foto: Kopp auf!

Wer seid Ihr?

Wir sind Menschen aus Wuppertal, die sich das Ziel gesetzt haben, ein Bewusstsein für eine Umwelt- und sozialverträgliche Lebensweise zu schaffen.

Mit welchen Ideen wollt ihr die Umwelt retten / euer Viertel grüner machen?

Zurzeit unterstützen wir „Wuppertals Urbane Gärten“ mit einer Vernetzungsstelle (VerWUG). In diesem Projekt veranstalten wir Workshops zur Weiterentwicklung der einzelnen bestehenden beziehungsweise geplanten Gartenprojekte, koordinieren die Aktionswochen „Wuppertals urbane Gärten 2019“ und noch vieles mehr. Ein weiterer Schwerpunkt sind unsere Gesprächsrunden zu Politik, Philosophie und „Nachhaltigkeitstipps im Alltag“.

Wie können andere Menschen eure Projekte unterstützen?

Wir freuen uns über Impulsgeber, Teilnehmende bei unseren Angeboten, Spenden direkt über Betterplace, Mitstreiter und Netzwerkpartner.

Welche Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit setzt ihr selbst im Alltag um?

Bei allen unseren Projekten ist der Nachhaltigkeitsgedanke ein selbstverständlicher Bestandteil. Wir wählen Veranstaltungsorte so, dass diese mit Fahrrad, zu Fuß oder öffentlichem Nahverkehr erreichbar sind, reparieren oder tauschen Dinge und versuchen den „Kopf“ auch im Alltag immer „offen“ für Nachhaltigkeit zu halten.

Kopp auf!

Anzeige
Anzeige

Beste Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region

Inhaltsverzeichnis
Home