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coolibri präsentiert: Kiss in Essen

Foto: Universal
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Natürlich fahren Kiss die ganz, ganz große Show auf, wenn sie mit ihrer Abschiedstour ein letztes Mal um die Welt ziehen. Die größten Hallen Nordamerikas haben sie schon gefüllt, im Sommer kommt das Spektakel nun für sechs Konzerte nach Deutschland. Im Ruhrgebiet gastieren Gene Simmons & Co. im Stadion Essen, wo auch schon Black Sabbath eine sehr gefeierte Open-Air-Show gespielt haben.

„Wir treten natürlich nicht in Shirts und Turnschuhen auf“, stellt Gene Simmons gleich mal klar. „Ich trage 20 Zentimeter hohe Plateaustiefel. Mein Outfit wiegt 18 Kilo, wir speien Feuer und fliegen durch die Luft. Keine Band im Business arbeitet härter. Diese Show können wir nicht ewig machen, deshalb kommt jetzt der richtige Moment für den Abschied.“

Das sind klare Worte von Gene Simmons, der eigentlich Chaim Witz heißt. Unter diesem Namen ist er am 25. August 1949 in Israel geboren. Seine Eltern waren ungarische Juden, seine Mutter war während des zweiten Weltkrieges in einem Konzentrationslager interniert. Sie überlebte als eine der wenigen Familienangehörigen den Holocaust. „Meine Mutter sah, wie ihre Mutter für den Gang zur Gaskammer abgeholt worden ist“, so die bitteren Worte von dem Musiker, der im Showbusiness sein Glück fand. Als Neunjähriger kam Gene mit seiner Mutter nach New York. „Als ich groß geworden bin, habe ich von meiner Mutter nie ein Wort über Nazi-Deutschland gehört. Ich habe sie oft danach gefragt, aber wahrscheinlich wollte sie mir nicht komplett den Glauben an die Menschheit zerstören.“

Mein Outfit wiegt 18 Kilo, wir speien Feuer und fliegen durch die Luft.

Seit Ende der 1960er Jahre nennt sich der Musiker nach dem verstorbenen Rockabilly-Sänger Jumpin’ Gene Simmons. In verschiedenen Statements hat der Kiss-Vordenker immer wieder betont, seine Familie sei in seinen Anfangstagen extrem arm gewesen. Vielleicht ist das auch die Schubkraft für sein zu oft übertrieben ausstaffiertes Selbstwertgefühl. „Keine Band hat so viele Goldplatten in den USA erhalten wie wir“, so die Worte von dem Mann mit der längsten und vielsprachigen Zunge im Showbiz. Denn neben Englisch und Deutsch spricht Gene Simmons unter anderem auch Hebräisch und Ungarisch. „Als Band liegen wir weltweit nur hinter den Beatles und den Rolling Stones. Ich muss aber auch zugeben, dass die viel besser sind, als ich es jemals sein werde.“

Auf die Frage, ob er sich als Amerikaner oder als Israeli fühle, sagt Simmons: „Ich fühle mich als Weltbürger. Es darf keine Rolle spielen, ob jemand in Israel, Deutschland oder Amerika zur Welt kommt. Man ist deshalb kein besserer oder schlechterer Mensch.“ Natürlich werden auf dieser Tour auch alle Hits gespielt: „Detroit Rock City“, „Deuce“ oder „God of Thunder“. Und natürlich auch der unverwüstliche Disco-Hit „I Was Made For Loving You Baby“, über den der Comedian Atze Schröder mal spottete, dass diese Nummer (mit einem deutschen Text versehen) auch von den Flippers stammen könnte, weil die Rhythmik aus einer simplen Schlager-Textur bestehe. Simmons, der in den 1970er Jahren unter anderem mit Cher oder Diana Ross liiert war, geht standesgemäß lässig mit Kritik um: „Ich habe so viele Leute im Showbusiness kommen und gehen gesehen“, sagt der Altrocker, „und meinen Job habe ich in den ganzen Jahren wirklich geliebt. Diesen Sommer werde ich das 70. Lebensjahr erreichen. Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist das ein guter Zeitpunkt, um einen Schlussstrich zu ziehen. Denn es ist besser dann zu gehen, wenn die Leute noch Respekt vor dir haben. Und nicht erst dann, wenn sie hinter deinem Rücken tuscheln, dass du ein alter Sack bist, der nicht mehr viel auf die Kette bekommt.“

Kiss: 2.6., Stadion Essen, Essen
Wir verlosen 3×2 Tickets – hier geht’s zur Teilnahme.

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