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Und Action! Unsere Kinohighlights im September

Bad Spies | Foto: Lionsgate Entertainment Hopper Stone SMPSP
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Trotz überbordendem Online-Streaming-Angeboten gibt es sie immer noch: die Kinos. Wenn du – sei es aufgrund schlechten Wetters oder weil dir für deinen Geburtstag nichts besseres einfällt – mal wieder Bock auf die große Leinwand hast, keine Sorge! Wir haben die Neuveröffentlichungen des Monats für dich zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis [verbergen]

Bad Spies | Start: 30.8.

In „Bad Spies“ spielen Mila Kunis und Kate McKinnon die besten Freundinnen Audrey und Morgan, die aus absurden Gründen in eine internationale Spionage-Hetzjagd verwickelt werden. Wirklich neu ist in diesem Film nichts, der Plot ist generisch, die Aussage höchstens halbtief. Getragen wird er vom Humor und Charme der Hauptdarstellerinnen, die ihre Dialoge mit Pfiff abfeuern und als trottelige Amateurspione für so manche ulkige Szene sorgen. Regisseurin Susanna Fogel inszeniert dazu einige sehr gut choreografierte und prächtig eingefangene Actionszenen. „Bad Spies“ ist der perfekte Film, um ihn halbaufmerksam im Rudel und mit Piccolöchen im Anschlag zu schauen – so fallen die Makel im Drehbuch und die teils menschenverachtende Brutalität nur halb so schwer ins Gewicht.

R: Susanna Fogel; D: Mila Kunis, Kate McKinnon, Justin Theroux

Asphaltgorillas | Start: 30.8.

In „Asphaltgorillas“ versucht sich Detlev Buck an einer neondurchtränkten Gangster-Dramödie, in der die zwei Freunde aus Kindheitstagen Atris und Frank einen Falschgeld-Coup durchziehen wollen, der natürlich völlig aus den Fugen gerät. Bucks Streifen ist ein schön gefilmtes Stück Kino, dass mit Farben, Lichtern und Hochglanzpolierung versucht darüber hinwegzutäuschen, wie völlig idiotisch es ist. „Asphaltgorillas“ ist eine bloße Aneinanderreihung von Szenen, die erzählerisch nie irgendeine Form von Dichte erlangen und zu keiner kohärenten Aussage kumulieren. Dazu häuft Buck Klischee über Klischee auf und beweist, überhaupt kein Gefühl für die Milieus zu haben, die er für seine Geschichte instrumentalisiert oder für die Filme, deren Stile und Ideen er kopiert. „Asphaltgorillas“ ist ein tonales Disaster, überzogen, unglaubwürdig, machistisch und ohne jegliche Moral.

R: Detlev Buck; D: Samuel Schneider, Jannis Niewöhner, Ella Rumpf

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Mr. Gay Syria | Start: 6.9.

Husein will „Mr. Gay Syria“ werden. Der aus Syrien in die Türkei geflüchtete Homosexuelle lebt in Istanbul, wo der ebenfalls aus Syrien geflüchtete, nun in Berlin wohnende Mahmoud den queeren Wettbewerb veranstaltet, um internationale Aufmerksamkeit für die Schwierigkeiten der arabischen LGBTI-Szene zu lenken. Denn sich in Syrien als homosexuell zu bekennen, bedeutet so viel wie ein Todesurteil. Die nach dem geteilten Traum benannte Dokumentation „Mr. Gay Syria“ folgt den beiden Männern und anderen homosexuellen Geflüchteten auf ihrer Suche nach Freiheit und Anerkennung.

Foto: Les Films d’Antoine / COIN FILM / Toprak Film / Bradley Secker

Die türkische Filmemacherin Ayse Toprak bietet hier tiefe Einblicke in zwei brisante Thematiken: Einerseits beleuchtet sie das Leben als Geflüchteter, zeigt, was Menschen auf der Flucht denken, was sie bewegt, was sie umtreibt. Wie es ist, seine Heimat zu verlieren und nirgendwo mehr hinzugehören. Andererseits zeigt ihre Dokumentation wie schwierig und schmerzhaft es für Homosexuelle ist, in einer stark traditionsverhafteten Gesellschaft zu existieren und im ständigen Konflikt mit dem geforderten Männlichkeitskonzept zu stehen. Sie zeigt die Wünsche und Hoffnungen junger schwuler Männer auf der Suche nach Freiheit und der Person, die sie außerhalb des von der Gesellschaft aufgelegten Käfigs sein könnten. „Mr. Gay Syria“ fängt diesen Alltag zwischen Optimismus und Lebenskrise feinfühlig ein, ohne je pathetisch oder mitleiderhaschend zu werden. Steril ist diese Doku deshalb nicht, die breite Palette von Emotionen von Wut über Verzweiflung bis Freude ergibt sich von ganz alleine aus den gezeigten Geschichten. Es ist eine in ihren Mitteln bescheiden gemachte Dokumentation, die nicht den Glanz und Produktionsaufwand moderner Dokus vorweisen kann, wie sie auf Netflix und Co zu finden sind, die aber in ihrer Aussagekraft umso stärker ist. „Mr. Gay Syria“ bietet einen Perspektivwechsel, den sich in der aktuellen politischen wie gesellschaftlichen Lage so manch einer gönnen sollte. Es ist ein Blick durch fremde Augen in eine andere Welt, der vieles offenbart. Pflichtprogramm.

R: Ayse Toprak

coolibri verlost 3×2 Kinotickets für“ Mr. Gay Syria“

Mackie Messer – Brechts 3Groschenfilm | Start: 13.9.

Erzählt wird in „Mackie Messer“ von Regisseur und Drehbuchschreiber Joachim A. Lang eine Mischung aus realen Begebenheiten und Dreigroschenopersequenzen, teils getreu der Oper, teils neu gedacht. Im Kern steht Brecht, der im Jahr 1928 kurz nach dem kometenhaften Erfolg seiner Dreigroschenoper schon die Arbeit für eine Filmadaption eben jener aufnimmt. Während Brecht im Film sein eigenes Werk für die Produzenten und Mitwirkenden kommentiert und immer wieder umdefiniert, sieht der Zuschauer eben jene Szenen aus der Dreigroschenoper ablaufen. Weil seine Ideen den unwilligen Geldgebern nicht gefallen, wirft Brecht ihnen vor, sie wollten Kunst nur zum Zwecke des Geldmachens ausschlachten, wollten Werte zu Waren machen. Letztlich landet man vor Gericht…

Foto: Stephan Pick

„Mackie Messer“ ist dabei vieles: Ein Mix aus Film, Tanztheater, Musical, Backstage-Doku und Meta-Kommentar. Eine visuell opulente Reise in die goldenen 20er mit fabulösen Kostümen und detailreichen Sets. Ein Porträt Berthold Brechts, das gleichzeitig distanziert und verliebt erscheint. Ein Stück Kino, das sich viel erlaubt und viel ausprobiert. Eine Rechnung, die nicht immer aufgeht.

Im Sinne von Brecht will man hier so manche Konvention brechen und Form verführen, bricht dafür die Vierte Wand oder verzerrt die Realität. Außerdem adressiert man oft und gerne den Bezug von Publikum und Macher, von Produzierenden und Konsumierenden, was zeigt, dass Brechts Ideen auch heute noch Relevanz tragen. Schließlich funktioniert Hollywoods große Filmindustrie längst nur noch als Maschinerie, die am laufenden Band Futter für Fangemeinden produziert, die so wenig Innovation wie möglich vertragen. Für diesen Zustand hätte Brecht sicher den ein oder anderen formvollendeten Spruch übrig gehabt. Von denen hört man übrigens einige in diesem Film, denn jeder Satz von Brecht ist ein echtes Zitat von Bertold selbst. Darsteller Lars Eidinger vermag Brecht zwar extrem enigmatisch spielen, beizeiten wirkt diese Zitatleier aber doch arg hölzern. Brecht kommt nicht selten geschwollen und gestellt rüber, wie ein Mann, der sich in seiner eigenen Intellektualität badet – vielleicht gar nicht so unzutreffend. Die Schattierungen von Brechts Persönlichkeit lässt der Film aber nur stellenweise durchschimmern.

Foto: Stephan Pick

Wie erwähnt, will dieser Film viel. So ganz gelingt es „Mackie Messer“ in letzter Konsequenz aber nicht, die vielen angeleierten Themen und Ideen schlüssig zueinander zu bringen. So wirkt dieser Dreigroschenfilm zum Ende wirr. Als wühle er viele Löcher offen, fände viele Schätze, aber wüsste letztlich nicht, ob er nach denen auch gesucht hat. Trotzdem: Es ist schon erstaunlich, dass ein Film wie dieser, der sich absichtlich in mehr verstrickt, als gesund wäre, nicht eine komplette Katastrophe geworden ist. Dass es bei so vielen Jonglageakten nicht Bälle regnet. „Mackie Messer“ wagt sich wenigstens etwas. Diese Risikobereitschaft sollte in der deutschen Filmlandschaft mit Händeschütteln und Wangenküssen begrüßt werden. Vielleicht ist „Mackie Messer“ nicht jedermanns Sache, vielleicht ist er schlussendlich nicht mal besonders rund, aber es ist ein Film mit Vision. Und über die darf man gesittet streiten.

R: Joachim A. Lang; D: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Robert Stadlober

Cobain | Start: 13.9.

Mit gerade mal 15 Jahren muss Cobain eine Menge schultern: Er lebt getrennt von seiner drogenabhängigen, hochschwangeren Mutter, für deren Leben er sich verantwortlich fühlt. Der nach ihm benannte Film lebt von der absolut überzeugenden Leistung seines jungen Hauptdarstellers, der die Handlung von Szene zu Szene trägt, auch wenn sie manchmal so ziellos ist, wie Cobain selbst. Portraitiert wird dieser hier nicht als typischer, zwanghaft aufmüpfiger und daueraggressiver Klischeewaise, wie er so gerne im Kino bemüht wird, sondern als vielschichtiger, nachdenklicher, trauriger und echter Jugendlicher. So gut die niederländische Filmemacherin Nanouk Leopold ihre Hauptfigur einfängt, so wenig Handfestes hat ihr plätschernder Plot – bis sie ihren finalen Tiefschlag austeilt, der höchsteffektiv ins Schwarze trifft. Ein kleines, aber sehenswertes Drama.

R: Nanouk Leopold, D: Bas Keizer, Naomi Velissariou, Dana Marineci

Predator – Upgrade | Start: 13.9.

Na, wen haben sie denn da aus den Untiefen der 80er-Action-Sümpfe gezerrt? Es ist der Predator – aber zur neusten Neuauflage kommt der mordlüsterne Jäger aus dem Weltall mit upgegradeter Supermonsterversion seiner selbst auf die Erde. Was sonst? Das alles klingt zwar schon im Ansatz abgedroschen, sofort abschreiben sollte man den Streifen aber nicht. Immerhin schwingt hier Shane Black bei Drehbuch und Regie das Zepter, der in „Kiss Kiss Bang Bang“, „Lethal Weapon“, „The Nice Guys“ oder „Iron Man 3“ seine Sensibilitäten für sticheligen Humor in gar nicht mal so unernsten Szenarien unter Beweis stellte. Klingt doch nach der notwendigen Frische, die so ein an den Predator-Dreadlocks herbeigezogenes Franchise dringend benötigt. Fun Fact: Im Originalfilm spielte Shane Black das erste Opfer des Predators – gibt’s da wohl offene Rechnungen?

R: Shane Black; D: Boyd Holbrook, Sterling K. Brown, Olivia Munn

Kin | Start: 13.9.

Auf seinen Streifzügen durch Detroits szenische Brachlandschaften stößt der Teenager Eli auf die Überreste eines futuristischen Schlachtfeldes – inklusive Sci-Fi-Waffe, die er mit heim nimmt. „Heim“ ist für Eli nicht einfach, ist er doch Adoptivkind mit strengem Vater, verstorbener Mutter und frisch aus dem Knast entlassenem Bruder, der Eli alsbald in großen Ärger verwickelt. So ist „Kin“ zu großen Teilen mehr Familiendrama als Actionknaller, dazu mischen sich klassische Motive aus Roadmovie-, Coming-Of-Age- und Unterschicht-Geschichten, die Sci-Fi-Aspekte brodeln bis zum Finale nur im Hintergrund. Bis der Film dort ankommt, dauert es allerdings eine Weile. Denn trotz lobenswerter Hingabe zu minutiösem Charakteraufbau bewegt sich der Film eher träge durch seinen letztendlich dünnen Plot. Trotzdem: Visuell ansprechende und solide erzählte Underdogstory.

R: Josh & Jonathan Baker; D: Myles Truitt, Jack Reynor, Zoe Kravitz, James Franco, Dennis Quaid, Carrie Coon

Mile 22 | Start: 13.9.

James Silva und seine Truppe von hocheffizienten Elite-Agenten sind das geheime Skalpell der US-Regierung: Ihre Eingriffe sind schnell, sauber und präzise. Chaotisch wird es für die Einheit erst, als sie einen Spion mit wichtigen Informationen 22 Meilen durch eine Großstadt irgendwo in Südostasien zum Exit-Point transportieren soll. „Mile 22“ bietet hochmoderne Agenten-Action und agiert dabei als Film wie seine Protagonisten: schnell, taktisch, messerscharf und kompromisslos brutal. Neben Mark Wahlberg, der hier als sozial unkonformer Arsch auftritt, überzeugt vor allem Co-Star Lauren Cohan („The Walking Dead“) als so kampfversierte wie konfliktgebeutelte Agentin. „Mile 22“ hätte weniger unnötige Narration, Schnitte und wackelige Kamera und dafür mehr Aussage vertragen können, ist aber unterm Strich ein kompakter, kompetenter und knallharter Actionthriller.

R: Peter Berg; D: Mark Wahlberg, Lauren Cohan, Iko Uwais, John Malkovich

coolibri verlost 4×2 Kinotickets plus Powerbanks

Die Unglaublichen 2 | Start: 27.9.

Lang ist‘s her: 2004 kam Pixars „Die Unglaublichen“ in die Kinos und erfreut sich seitdem beständiger Beliebtheit. Für nicht wenige gilt der Animationsstreifen als eine der besten Superheldengeschichten überhaupt. Ganze 14 Jahre mussten Fans der Familie Parr auf eine Fortsetzung warten, nun endlich setzt Regisseur und Schreiber Brad Bird seine Geschichte fort. Diesmal hütet Papa Bob aka Mr. Incredible das traute Heim inklusive superkräftigem Baby Jack-Jack, während Mama Helen alias Elastigirl heimlich auf Schurkenjagd geht. Kritiker sind sich einig: Teil Zwei ist eine liebevoll erzählte Familienkomödie mit integrieter Hommage an die Goldene Ära der Superheldencomics, die auch aktuell relevante Themen leichtfüßig verpackt und kreative Actionszenen inszeniert.

R: Brad Bird; D: Markus Maria Profitlich, Emilia Schüle, Mechthild Grossmann, Katrin Fröhlich, Riccardo Simonetti

Alles ist gut | Start: 27.9.

Auf einem Klassentreffen lernt Janne Martin kennen, sie feiern, trinken, lachen. Die Einladung auf ihrer Couch zu übernachten versteht er anders als sie und nimmt sich schließlich trotz Gegenwehr, was er glaubt, was ihm zustehe. „Alles ist gut“ nutzt diese so nüchtern wie beklemmend dargestellte Vergewaltigung als Ausgangspunkt für eine Erzählung, die zeigt, wie sich die Machtstrukturen und die unausgesprochene Gewalt der patriarchalen Gesellschaft in den Beziehungen einzelner Personen wiederspiegeln. Und wie Frauen nichts sagen, mit ihrer Last alleine bleiben, um im System reibungslos zu funktionieren. Regisseurin Eva Trobisch mag dabei stets taktvoll, geduldig und subtil erzählen, wer nur ein Quäntchen Empathie besitzt, wird sich nach 90 Minuten aber mehr als aufgewühlt fühlen. Eine vielschichtige Exploration eines wichtigen Themas.

R: Eva Trobisch, D: Aenne Schwarz, Andreas Döhler, Hans Löw, Tilo Nest

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