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Filmstarts im Mai: Unsere Kino-Empfehlungen

„High Life“ | Foto: 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Monat für Monat kommt eine Unzahl neuer Kinofilme auf den Markt. Damit du zwischen all den Neuerscheinungen nicht völlig verrückt wirst, stellen wir dir hier unsere ganz persönlichen Empfehlungen der Filmstarts im Mai vor. Film ab!

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The Hole in the Ground | Start: 2.5.

Nachdem ihr Sohn Chris in der Nähe einer Senkgrube kurz verschwand, fängt Mutter Sarah an zu glauben, er sei nicht mehr ihr Kind – sondern etwas anderes. Ein Schwindler, wie es die durchgeknallte Nachbarin formuliert. Komplizierte Mutterschaften als Grundlage für Horrorstorys sind seit „Rosemaries Baby“ nicht mehr neu und spätestens seit „The Babadook“ wieder total en vogue. Der irische Horrorstreifen „The Hole in the Ground“ hat diesbezüglich auch nicht viel Neues zu berichten, ist aber nichtsdestotrotz ein großartig atmosphärischer Grusel, der mit starker Bildsprache und aufreibender Vertonung ab der ersten Sekunde für Unbehagen sorgt. Erzählerisch ist der 90-Minüter auf Effektivität besinnt, kommt dabei aber nicht ohne einen fairen Anteil bedienter Konventionen aus. Stringent, längenlos, gut gespielt, mit viel Können inszeniert. Ergo: empfehlenswert!
R: Lee Cronin; D: Deana Kerslake, James Quinn Markey, James Cosmo

Nur eine Frau | Start: 9.5.

Mit 23 Jahren wurde Hatun Aynur Sürücü an einer Bushaltestelle in Berlin-Tempelhof erschossen. Von ihrem jüngsten Bruder. Wegen der Ehre der Familie. Basierend auf dieser wahren Geschichte erzählt „Nur eine Frau“ von Aynurs Leben, ihrer Loslösung aus den Fesseln der Tradition und ihrem Kampf um Selbstbestimmung. Der Film schockiert gleichermaßen mit der erdrückenden Ungerechtigkeit der Rollenbilder innerhalb der konservativen Kultur, in der Aynur aufwächst, und der Komplexität, mit der man ihre Familie porträtiert. Es wird nicht für Verstädnis plädiert, aber dennoch gewährt der Film Einblicke in die Denkweisen, die ihre Geschwister und Eltern lenken. „Nur eine Frau“ ist kein zimperlicher, aber doch auch einfühlsamer Film. Es ist ein Film, der klar Stellung bezieht, ohne Scheuklappen aufzusetzen. Und vor allem ist es ein wichtiger Film.
R: Sherry Hormann; D: Almila Bagriacik, Rauand Taleb, Aram Arami

Pokémon Meisterdetektiv Pikachu| Start: 9.5.

Von all den seltsamen Ideen, die Hollywood zu Film bringt, scheint ein Streifen, in dem das Pokémon Pikachu zum Meisterdetektiv avanciert und von „Deadpool“-Darsteller Ryan Reynolds vertont wird, schon sehr absurd. Vor allem Jahre nachdem der letzte Hype um das Poké-Franchise, damals dank der App „Pokémon Go“, längst wieder weggestorben ist. Aber vielleicht bringt dieser Film ja neue Energie in die Manie: Denn ehrlich gesagt macht gerade die Merkwürdigkeit des Kompositums aus realistischen Pokémon, Detektiv-Noir-Story und frecher Pikachu-Stimme einen verblüffend interessanten Eindruck.
R: Rob Letterman; D: Justice Smith, K. Newton

Under the Tree | Start: 16.5.

Niemand würde ausgerechnet im Idyll eines isländischen Vorortes die Art von Nachbarschaftszoff erwarten, die der Film „Under the Tree“ ins Auge nimmt. Mit morbidem Humor und ohne viel Gnade für seine Protagonisten erzählt der Streifen von den Eskalationen zweier Familien, die in einer konsequent abwärts strudelnden Spirale Richtung Katastrophe steuern. Das bekannte Setting eines Gartenzaunkleinkrieges unterfüttert der Film mit treffsicheren Charakterstudien, die offenbaren, dass die Obsessionen rund um den titelgebenden Störenfried von Baum eigentlich nur Verschiebungen viel tiefsitzenderer Seelenplagen sind. Und damit bohrt er rigoros in Problemzonen, die keinem Zuschauer unbekannt vorkommen dürften. Ein erbarmungslos scharfsinniger Fiesling von Film, bei dem man sich nicht selten beim Lachen erwischt, wenn Schockierung angebracht wäre.
R: Hafsteinn Gunnar Sigurosson; D: Edda Björgvinsdóttir

Aladdin | Start: 23.5.

Ist die Bruchstelle erreicht? Nachdem Disney mit etlichen Live-Action-Remakes beliebter Klassiker Kinokassen wie Fangelüste zum Rappeln brachte, scheint „Aladdin“ mehr wie eine Schatzkiste voll Kontroversen. Vom gruselig billigen CGI-Look des neuen Dschinni (Will Smith) im ersten Trailer über Sorgen um die Darstellung der arabischen Welt und die Besetzung von Prinzessin Jasmin durch keine arabischstämmige Darstellerin bis zum wenig massenkompatiblen Regisseur Guy Ritchie, der zuletzt mit „King Arthur“ enttäuschte. Und das alles, bevor auch nur irgendjemand den Film gesehen hat…
R: Guy Ritchie; D: Mena Massoud, Naomi Scott

John Wick: Kapitel 3 | Start: 23.5.

Seit im Jahr 2014 das erste Kapitel der Geschichte um Kopfgeldjäger John Wick aufgeschlagen wurde, hat sich die Filmreihe zum absoluten Liebling aller Actionfans gemausert. Der kompromisslose, stylische, innovative und schnickschnackfreie Stil zählt zweifellos zu den erfrischendsten Spielarten des Genres. In Teil 3 des Killerepos muss Wick vor der gesamten Unterwelt fliehen, steht doch ein gigantisches Kopfgeld auf sein Leben aus. Regie führt erneut Chad Stahelski, der einst für Hauptdarsteller Keanu Reeves als Stunt-Man in den „Matrix“-Filmen doubelte.
R: C. Stahelski; D: K. Reeves, Halle Berry

All My Loving | Start: 23.5.

Drei Geschichten von drei Geschwistern erzählt der Film „All My Loving“ in drei eigenständigen Episoden. Alle leben von einem Drehbuch, dass sich nicht nur durch scharfsinnige Beobachtungsgabe, sondern auch durch unterschwelligen, teils schon sehr genüsslich bösen Humor auszeichnet. Hauptattraktion sind hier aber ganz klar die drei Hauptdarsteller. Da wäre der omnipräsente Lars Eidinger mit gewohnt starker Leistung, Hans Löw, der in letzter Zeit vemehrt das deutsche Indiekino mit raffiniertem Spiel bereicherte und Nele Mueller-Stöfen, die hier beeindruckend zwischen nervtötender Hundemama und tragischer Figur changiert. Die Geschichten und Figuren, die sie darstellen, fühlen sich greifbar an, manchmal vielleicht schon zu real und drum etwa mondän. In der Summe bleibt „All My Loving“ aber ein so ruhig wie stark erzähltes Sehvergnügen.
R: Edward Berger; D: Lars Eidinger, Nele Mueller-Stöfen, Hans Löw

High Life | Start: 30.5.

Irgendwo in der dunklen Endlosigkeit des Weltalls driftet ein Raumschiff, das eine Gruppe Strafgefangener für Experimente zu einem schwarzen Loch bringen sollte, inzwischen aber nur noch den stillen Monte und ein Neugeborenes beherbergt. Filmemacherin Claire Denis baut aus diesem Konzept in „High Life“ eine intellektuelle, zerebrale, erschreckend sinnliche und philosophische Geschichte über das Menschsein. Sie erzählt zwar behutsam und bedacht undurchsichtig, mit betörend schönen Bildern ohne Effekt-Gehasche, ist in ihren Aussagen aber radikal. Es ist Sci-Fi im Sinne von „2001: Odyssee im Weltraum“, nur nicht auf epochal operesker, sondern klaustrophobisch intimer Ebene. Das All ist dabei für Denis nicht utopisches Ziel, sondern ein Raum, den sie mit Sinnbildern füllen kann. Es ist ein Film, den man erleben muss – und nicht verpassen darf!
R: C. Denis; D: Robert Pattinson, Juliette Binoche, Mia Goth, Lars Eidinger

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