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Filmstarts im März: Unsere Kino-Empfehlungen

Captain Marvel | Foto: Marvel Studios 2019

Monat für Monat kommt eine Unzahl neuer Kinofilme auf den Markt. Damit du zwischen all den Neuerscheinungen nicht völlig verrückt wirst, stellen wir dir hier unsere ganz persönlichen Empfehlungen der Filmstarts im März vor. Film ab!

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Hard Powder | Start: 28.2.

Der norwegische Filmemacher Hans Petter Moland gießt in „Hard Powder“ seinen 2014er Streifen „Einer nach dem anderen“ neu auf. Diesmal mimt Hollywoods Ein-Mann-Armee Liam Neeson den wortkargen Schneepflugfahrer, der nach der Ermordung seines Sohnes durch ein Drogenkartell dessen Mitglieder der Reihe nach kalt machen will. Das wird mit einer Mischung aus übler Brutalität und sehr kühl serviertem Humor inszeniert, beide lassen den Funken kaum überspringen. „Hard Powder“ ist solides Durchschnittskino, das viel versucht, aber wenig wirklich Handfestes auftischt.

R: H. P. Moland; D: Liam Neeson, Tom Bateman

Wie gut ist deine Beziehung? | Start: 28.2.

Die total sympathischen Normalo-Langweiler Carola und Steve sind eigentlich ganz glücklich in ihrer Beziehung, bis sie in typischer RomCom-Manier durch Missverständnisse auseinander driften. Das passiert im Film „Wie gut ist deine Beziehung?“ auf stets amüsante, nie überdrehte Art. Es ist eine nette Beziehungsklamotte zwischen unaufgeregt und langweilig, zwar gesegnet von tiefencharmanten Figuren und rundem Plot, doch oft nicht spannender als das fahrige Klaviergedudel im Hintergrund. „Nett“ ist trotzdem nicht böse gemeint.

R: R. Westhoff; D: Friedrich Mücke, Julia Koschitz

The Sisters Brothers | Start: 7.3.

Die Gebrüder Sisters, das sind Eli und Charlie Sisters, begeben sich in besagten zwei Stunden auf die blutige Jagd nach dem Chemiker Hermann Kermit Warm. Der besitzt eine geheime Formel, die bei der Goldsuche Wunder vollbringen soll – und findet im Tracker Jim Morris einen gewieften Kumpanen, der ihm bei der Flucht hilft. Das wahre Gold dieses Filmes liegt aber nicht in abgebrühten Schusswechseln, sondern in den Charakteren, in ihren Beziehungen, Dynamiken, Kontrasten. Regisseur und Drehbuchschreiber Jacques Audiard interessiert sich nicht lange für die Klischees eines Western, er will von Männern erzählen, die auf der Suche sind. Sie wollen eigene Definitionen von dem, was im Leben zählt und echte Verbindungen zueinander finden. Er zeigt, wie ihre Rollen im harten Westen der USA geschmiedet werden, wie diese sie eisern umklammern, wie sie das Aufbrechen wagen.

Als Studie von Charakteren bietet „The Sisters Brothers“ so eine wunderbare Arena für das Quartett von Hauptdarstellern, um beachtliche Leistungen abzuliefern. Während Joaquin Phoenix in gekonnter Manier den entfesselten Verrückten mimt, tut sich John C. Reilly nuanciert als gutherziger, nachdenklicher Cowboy hervor. Jake Gyllenhall und Riz Ahmed üben sich derweil darin, die unausgesprochenen Töne zwischen ihren Charakteren allein durch Blicke auszuformulieren. Damit betreiben sie einen Sport, in dem der Film als Ganzes brilliert: Hier bleibt vieles unausgesprochen, undefiniert, in der Luft hängen. In diese Lücken lädt Macher Audiard zum Selberausfüllen ein. Eine fast schon ungewohnte Qualität, wird doch im aktuellen Hollywoodkino gerne mal jeder Punkt wie von Vogelmüttern vorgekaut und in den Zuschauerrachen gebrochen.

Sicher muss man „The Sisters Brothers“ aber auch einige Eigenwilligkeiten attestieren, an denen Zuschauer sich stoßen werden. Nicht nur, dass Erwartungen hier konstant in den Wind geschossen werden, obwohl sie doch so schön wie Schattenrisse an der Horizontlinie angedeutet wurden, auch das Tempo bewegt sich durch manche Abschnitten eher zäh. Lässt man sich auf den eigensinnigen Spannungsbogen und die ungewöhnliche Marschroute ein, wird man mit großem, emotionalem und relevantem Kino belohnt.

R: Jaques Audiard; D: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed, Rebecca Root, Rutger Hauer

Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit| Start: 7.3.

Nachdem letztes Jahr schon die vielbeachtete Doku „RBG“ das Leben und Wirken der Rechtsanwältin Ruth Bader Ginsberg auf die Leinwand brachte, erzählt nun auch ein hollywoodtypisches Biopic von ihrem Kampf, die Frau vor dem Gesetz gleich zu stellen und somit die Kultur Amerikas zu verändern. „Die Berufung“ ist dabei zwar optisch und strukturell ein relativ konventioneller Biografiefilm, dafür aber ein aufrichtiger und wichtiger. Auch wird dem Zuschauer nicht jedes Detail vorgekaut, die wichtige Rolle der Männer in diesem Kampf bleibt nicht außen vor, Felicity Jones spielt vortrefflich die gerne sture, aber auch mal verlorene Ruth und das Potenzial für „ergriffenes Inspiriertsein“ geht durch die Decke. „Die Berufung“ empfiehlt sich also von selbst.

R: Mimi Leder; D: Felicity Jones, Armie Hammer, Kathy Bates
Wir verlosen 2×2 Tickets!

Captain Marvel | Start: 7.3.

Nach 20 männerlastigen Marvel-Streifen wurd’s Zeit: Captain Marvel ist die erste Superheldin, deren Namen einen Film des beliebten Comicheldenuniversums betitelt. Und was für eine Heldin sie ist: Carol Denvers soll eine der mächtigsten Figuren auf Marvels Schachfeld sein. Ihr hier zu Film gebrachtes Abenteuer zeigt sie als Soldatin für eine außerirdische Kriegerrasse und ihren Absturz auf die Erde der 90er, wo sie auf den wohlbekannten Avengers-Strippenzieher Nick Fury trifft und eine feindliche Alien-Invasion verhindern muss. Ob „Captain Marvel“ nun dem immergleichen Schema für Look, Ton und Aussage jedes Marvel-Films folgt oder nicht, ist eigentlich egal: Jeder wird sehen wollen, welche Dame dem Avengers-Oberschurken Thanos da im Ende April erscheinenden „Endgame“ auf die Schnute hauen wird – und in Zukunft Marvels Heldenliga anführt?

R: Anna Boden, Ryan Fleck; D: Brie Larson, Samuel L. Jackson, Jude Law

Kirschblüten & Dämonen | Start: 7.3.

In Doris Dörries 2007er Film „Kirschblüten – Hanami“ suchten die Dorfbayern Rudi und Trudi nach dem Sinn des Seins, in der verspäteten Fortsetzung spielen sie nur noch Nebenrollen als Geister in der Geschichte ihres jüngsten Sohnes Karl. Der ringt mit seinen ganz eigenen Dämonen, Alkohol, kaputte Ehe und Vergangenheitsbewältigung an erster Stelle. Für „Kirschblüten und Dämonen“ braucht der Zuschauer einen langen Atem, um wirklich zu verstehen, worum es eigentlich geht. Bis dahin beobachtet er eine sehr bemühte, aber arg überladene, verklärte und symbolgeschwängerte Japano-Mystik-Show, wie sie das Phantasialand nicht schöner hätte aufziehen können… Im Kern verdaut der Film durchaus einige interessante und zeitgemäße Themen, die zwischen Gespenstern und Dämonen aber nie eine ausreichend klare Stimme erlangen.

R: Doris Dörrie; D: Golo Euler, Aya Irizuki, Hannelore Elsner, Elmar Wepper

Beale Street | Start: 7.3.

2018 räumte Barry Jenkins mit „Moonlight“ etliche Awards ab, dieses Jahr wird seine „Beale Street“ ignoriert – völlig zu unrecht. Es ist ein ruhiger, aber kräftiger Film über historische Ungerechtigkeit und große Liebe, in dem die junge Beziehung von Tish und Fonny im Harlem der 70er zur Zerreißprobe gebeten wird, als Fonny ohne wirkliche Beweise wegen einer Vergewaltigungsanklage in den Knast wandert. Ästhetisch hat Jenkins hier einen hinreißend schönen Film geschaffen, der mühelos Intimität zu den Charakteren erzeugt und trotz gewaltiger Sinnlichkeit (und manchmal durchaus sehr großzügig aufgetragener Romantik) nicht schwerefrei bleibt. Jenkins hält nicht zurück, wenn es um das unfaire Rechtssystem geht, aber er verweigert sich, in Verzweiflung oder Wut zu verfallen. Vielmehr pflastert er seine „Beale Street“ mit der Hoffnung und der Liebe, die er in der Einheit Familie findet.

R: Barry Jenkins; D: KiKi Layne, Stephan James, Regina King

Wir | Start: 21.3.

Mit dem Horrorhit „Get Out“ katapultierte sich der eigentlich als Comedian bekannte Jordan Peele 2017 in die Oberliga der Filmbranche. Sein cleveres Spiel mit den Klischees des Genres, wie er sie mit frischer Hand bedient und dann wieder ohne Vorwarnung bricht, macht ihn in vielen Augen zum neuen Meister des einfallsreichen, sozialkritischen und metapherfreundlichen Horrors. Bevor er als solcher das Zepter beim neuen Twilight-Zone-Remake schwingt, will er seine Fingerfertigkeiten nochmal mit nem fiesen Horrorstreifen beweisen. In „Wir“ erzählt er von einer Familie im Strandhausurlaub, die des nachts unheimlichen Besuch bekommt – von ihren Doppelgängern. Was Peele mit dem klassischen Doppelgänger-Motiv anstellt, was er zwischen die Zeilen schreibt und welche Konversationen er mit „Wir“ lostritt, darf man mit Spannung erwarten.

R: Jordan Peele; D: Lupita Nyong’o, Winston Duke, Elisabeth Moss

Wintermärchen | Start: 21.3.

Frei nach der Arbeitsthese „Rechte sind auch Menschen?“ wagt Regisseur Jan Bonny in „Wintermärchen“ tiefe Blicke ohne Urteil in die Welt von Menschen, mit denen man sich eigentlich gar nicht auseinandersetzen will. Tommy, Becky und Maik sind kaputte Leute, die Frust, Wut und Aggression als rechtsradikale Terrorzelle an die Welt zurückgeben wollen. Der Film interessiert sich dabei wenig für ihre politische Motivation, die auch für das Trio nur Mittel zum Zweck scheint, sondern mehr für ihre Dreiecks-Hass-Liebe – und ihre verzweifelten Versuche überhaupt zu verstehen, was Liebe ist. Im Akkord wird dabei gepimpert, gemordet, gesoffen und gebrüllt, jede Sensibilität über Bord geschmissen, Empathievermögen herausgefordert. Wirft man deutschem Kino gerne Zahnlosigkeit vor, darf man „Wintermärchen“ ein Haifischgebiss attestieren. Krasser Streifen.

R: Jan Bonny; D: Thomas Schubert, Ricarda Seifried, Jean-Luc Bubert
Wir verlosen Tickets zur Premiere (14.3., Bambi, DD)!

Iron Sky 2: The Coming Race | Start: 21.3.

Auf der dunklen Seite des Mondes haben die Nazis überlebt – klingt so behämmert, wie der Film „Iron Sky“ ist. Zum Kultfilm ist der saloppe Sci-Fi-Schwachsinn trotzdem avanciert. Teil 2 finanzierte der finnische Filmmacher Timo Vuorensola schon seit 2013, die Fans spendeten dann tatsächlich genug, um mehr wahnwitzige Nazi-Satire auf die Leinwand zu feuern. Diesmal geht es ins Erdinnere, wo Nazis und Dinos den Atomkrieg überlebt haben, wo Hitler vom T-Rex winkt und reptile Hybriden … Ach, wen interessiert’s: Es ist der Wahnsinn in Trash-Tüten!

R: Timo Vuorensola; D: Udo Kier, Julia Dietze

Dumbo | Start: 28.3.

Und noch eine Runde! Das Disney-Remake-Karussell dreht sich munter weiter. Diesen Monat in den Sitz gepresst: das kleine, großohrige und fies getriezte Elefantenbaby Dumbo. 1941 war dessen Geschichte Disneys gerade mal vierter Zeichentrick mit annähernder Spielfilmlänge, im Jahr 2019 ist das Elefantenabenteuer nur einer von zahllosen Streifen im gar monströsen Aufgebot der Firma. Dass die Menschheit sich aber 80 Jahre nach Erscheinen immer noch an das Rüsseltier erinnern kann, spricht Bände. Die Neuauflage liegt in den Händen von Tim Burton, der sich nach etlichen durchwachsenen Projekten der letzten Jahre sicher gut mit Mobbingopfer Dumbo identifizieren kann. Aber auch so: Burton hat ein großes Herz für Außenseiter, der Zirkus-Stil passt perfekt in seine Palette und wer will ihn nicht mal wieder fliegen sehen?

R: Tim Burton; D: Colin Farrell, Eva Green, Michael Keaton, Danny DeVito

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