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Grubenhelden: Bergbau-Fashion aus Gladbeck

Foto: Lucas Coersten | Grubenhelden

Ausm Pott auf die New Yorker Fashion Week – das ist dem Start-up Grubenhelden aus Gladbeck gelungen. In jedem seiner Kleidungsstücke ist ein bisschen Bergbaugeschichte verarbeitet. Gründer Matthias Bohm stammt aus Gladbeck, hat eigentlich Sportwissenschaften studiert und lange Zeit im Marketing des FC Schalke 04 gearbeitet. Auf seinen Reisen ins Ausland kam er auf die Idee für das Konzept. Jedes Mal wenn er von seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, erzählte, kannte der Gesprächspartner die Gegend in den besten Fällen nicht oder belächelte – in den schlechtesten Fällen – den Kohleabbau.

„Ohne Kohle wären wir heute nicht da, wo wir sind“, erklärt Matthias. „Ich brauchte ein Vehikel, um die Geschichte des Ruhrgebiets auf interessante und packende Weise zu erzählen. Industriekultur soll sich nicht nur in der Vergangenheit abspielen, sie kann auch in der Zukunft über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus wirken.“ Matthias selbst ist mit dem Bezug zum Bergbau aufgewachsen; sein Urgroßvater hat lange unter Tage gearbeitet. Darum ist es ihm besonders wichtig, den Respekt vor den Bergleuten aufrechtzuerhalten. „Jeder beschäftigt sich täglich auf die eine oder andere Weise mit Kleidung. Es ist ein Thema, über das man die meisten Menschen erreichen kann. Dieses wollte ich mit der Geschichte des Bergbaus verbinden.“ Darum ist in jedem Kleidungsstück der Grubenhelden ein Stück originaler Grubenhemdstoff verarbeitet.

Denn erst wenn ich meine Heimat kenne, kann ich auch stolz
darauf sein.

Außerdem ist in den meisten Teilen eine Strophe des Steigerliedes im Nacken eingearbeitet. „Wir wollen nicht nur an die Geschichte erinnern, sondern auch an die Werte, für die der Bergbau steht: Ehrlichkeit und Zusammenhalt zum Beispiel. Was unter Tage funktioniert, sollte hier oben auch gelten. Wir wollen den Menschen all das in Erinnerung rufen. Denn erst wenn ich meine Heimat kenne, kann ich auch stolz darauf sein. Es geht uns eben nicht nur darum, ein T-Shirt zu verkaufen. Gleichzeitig ist es natürlich auch wichtig, ein gutes Produkt zu produzieren. Die Sachen sollen auch stylisch aussehen und qualitativ hochwertig sein.“ Bei manchen Shirts ist das Grubenhemd deutlich zu erkennen, bei anderen sieht man die Zeitzeugen aus Stoff nicht unbedingt. Einige Kunden kaufen auch bei den Grubenhelden, ohne die Geschichte dahinter zu kennen. Sie sehen lediglich moderne und gut gefertigte Kleidung. „Ich kenne jeden unserer Produzenten. Sämtliche Produkte werden fair und ehrlich in Europa hergestellt und wir nutzen nur hochwertige Baumwolle.

T-Shirt „Schlägel Eisen“ | Foto: Mirko Witzki | Grubenhelden

Es ist nicht leicht, als Start-up, gerade im hartumkämpften Modemarkt. Bei manchen Marken kann man ein T-Shirt für 1,50 Euro kaufen, so wird Kleidung schnell zu einem Wegwerfprodukt. Bei uns geht es aber über das bloße T-Shirt hinaus. Es geht darum, den Dank an alle Kumpel auszudrücken, indem wir ihre Geschichte hinaus in die Welt tragen.“ Durch den Auftritt bei der New York Fashion Week können die Grubenhelden jetzt der ganzen Welt die Geschichte des Ruhrpotts erzählen. „Meine größte Motivation war bisher der Besuch eines ehemaligen Bergmannes bei uns im Laden. Er umarmte mich und sagte mir, wie dankbar er sei, dass endlich mal jemand die Geschichte der Bergarbeiter mit Respekt erzählt hat.“

Ein Beitrag von Pia Böhme

Grubennhelde: Maria-Theresien-Str. 1, Gladbeck / Gelsenkirchener Str. 181, Essen

 

 

 

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