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Großstadtvogel: Tobias Wecker

Foto: Christof Wolff
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Drei Fragen. Von Großstadtvogel zu Großstadtvogel. In unserer neuen Porträt-Reihe stellt coolibri euch monatlich bekannte und unbekannte, umtriebige und zurückgezogene, große und kleine, laute und leise Leute vor. Kurzum: All diejenigen, die die Stadt zu einem schöneren Ort machen.

Tobias Wecker, 36, Inhaber der Kassette, Düsseldorf

Wie läuft’s in der Stadt?
Es ist schmerzhaft zu sehen, wie alte Industriegelände stetig Wohnbauprojekten weichen müssen. Wenn ich gefragt werde, wo man hier abends feiern geht, kann ich nur wenige gute Tipps geben. Für eine Großstadt wie Düsseldorf ist das dünn. Andererseits, Schauspielhaus-Diskussion hin oder her, habe ich das Gefühl, dass sich auf politischer und Verwaltungsebene viel in der Stadt tut. Da sind einige engagierte, kulturell interessierte Menschen am Werk. Und wenn ich sehe, was aktuell bei der Planung der MicroPopWeek im März und April an Kreativität aus der freien Musikszene kommt, bin ich beeindruckt.

Läuft bei dir?
Ziemlich gut. Seitdem Kim Thurau und ich vor bald fünf Jahren die Kassette eröffnet haben, habe ich erstmals in meinem Leben das Gefühl, beruflich das Richtige zu tun. Der Laden könnte besser nicht laufen. Noch immer gehe ich oft genug voller Glück an die Arbeit. Mittlerweile sind wir ein richtiges Team, so dass ich mir auch einmal ein paar freie Tage und sogar Urlaub gönnen kann. Und wenn langjährige Lieblingsbands wie Masha Qrella, Dump (Yo La Tengo), A Mote of Dust und bald Locas In Love im eigenen Laden spielen, ist das ein unbeschreibliches Gefühl.

Was fehlt zum Lauf deines Lebens?
Manchmal wünschte ich mir, ich könnte mal ein paar Wochen komplett aussteigen. Also so richtig, auch im Kopf frei sein. Als Selbstständiger lernt man aber mit der Zeit, mit der Unerfüllbarkeit dieses Wunsches umzugehen. Was in der Welt passiert, bedrückt mich oft. Mitunter habe ich das Gefühl, die Kassette ist da wie eine Blase, in der wir von diesen Realitäten abgeschottet sind. Das macht es zwar erträglicher; umso erschreckender ist es aber, die Nachrichten oder hasserfüllte Social Media-Kommentare zu verfolgen.

die-kassette.de

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