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Geisterfahrrad gesichtet: Zeichen setzen mit Ghost Bikes

Foto: VeloCityRuhr
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Weiße Fahrräder am Straßenrand, so genannte Ghost Bikes, sind in den vergangenen Monaten in Dortmund aufgetaucht. Tatsächlich ist der ursprünglich amerikanische Trend schon vor zehn Jahren zu uns nach Deutschland gekommen. Die weißen Räder stehen auch in Essen, Bochum und Mülheim. Amélie Schlachter hat nachgefragt, was es mit diesen „Geisterfahrrädern“ auf sich hat.

Im November 2017 kommt ein elfjähriger Radfahrer bei einem Unfall in Dortmund ums Leben. Ein LKW erfasst ihn beim Abbiegen. Kaum drei Monate später passiert dasselbe, ebenfalls in Dortmund: Ein 63-jähriger Fahrradfahrer überlebt den Zusammenstoß mit einem LKW nicht.„Man kann froh sein, um jedes Ghost Bike, was nicht aufgestellt wird“, erklärt Jörg Brinkmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Essen. Diese sind gewissermaßen gleichzeitig Gedenkstätte und Mahnmal, denn sie stehen für einen tödlich, in der Regel unschuldig, verunglückten Fahrradfahrer. Das weiße Rad soll zum einen des Opfers gedenken und ein Erinnerungsort für Angehörige sein. „Der unschuldige Tod soll nicht nach wenigen Tagen in Vergessenheit geraten sondern sichtbar bleiben“, so Norbert Paul von der Initiative VeloCityRuhr.

Zum anderen sollen die Ghost Bikes gefährliche Stellen im Straßenverkehr aufzeigen. Fahrradinitiativen wie VeloCityRuhr stellen dann mit Angehörigen ein weiß lackiertes Fahrrad an der Stelle auf, oft weißt ein kleines Schild am Rad auf den Unfall hin. In vielen Städten weltweit haben Aktivisten mittlerweile Ghost Bikes aufgestellt, auch im Ruhrgebiet.

Gründe für die tödlichen Unfälle sind nicht verallgemeinerbar. Jörg Brinkmann vom ADFC sagt allerdings, dass es häufig rechts abbiegende LKW sind, die den Fahrradfahrer nicht sehen und dann einen Zusammenstoß verursachen. Es gebe natürlich unvermeidbare Unfälle, denen die Verkehrspolitik im Vorhinein nicht entgegen wirken kann. Dennoch fordert der ADFC, dass die Politik mehr für die Sicherheit sorgt. Mehr Fahrradstraßen wären da ein Anfang, meint ADFC-Vorstand Jörg Brinkmann. „Aber natürlich darf das auch keinen Nachteil für Fußgänger haben oder den Autoverkehr einschränken“, räumt er ein. Norbert Paul von VeloCityRuhr hält die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung für problematisch: „Ein erster Schritt wären 30 km/h als Regelhöchstgeschwindigkeit innerorts.“ Eine effektive Reaktion zeigte zum Beispiel die Stadt Essen 2016: Nachdem eine Fahrradfahrerin am Bismarckplatz durch einen Unfall gestorben ist, hat die Stadt eine Ampel an der gefährlichen Kreuzung bauen lassen.

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