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Fünf Neueröffnungen im Essener Südviertel – was ist da los?

Foto: Konrad Bender
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Das Essener Südviertel – Heimat sowohl einiger deutscher Industriegiganten, wie aber auch des traditionsreichen Folkwang-Museums. Doch im Schatten der Alteingesessenen brodelt es: Neue Geschäfte und Lokale eröffnen und beanspruchen die Mitgestaltung des Viertels. Wir haben mit einigen Gründern über das Warum und Wohin gesprochen.

Dass Helena Mohr im Herzen des ehemals größten industriellen Ballungszentrum Europas ein Geschäft für nachhaltige Haushaltswaren und Kosmetika eröffnet, sagt viel über die längerfristige Entwicklung des Ruhrgebiets aus, das sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder neu erfinden musste. Mit dem Von Grünstadt reiht sich nun ein weiterer Laden in die wachsende Zahl von Unverpackt-Läden im Revier ein.

Die Idee für ein eigenes Geschäft trug die gebürtige Pfälzerin schon länger mit sich herum. Im Essener Südviertel aber kulminieren die wesentlichen Faktoren der verfügbaren Nische und der relevanten Zielgruppe. Das Bewusstsein für und die Nachfrage nach plastikfreien Produkten wächst zusehends, bisher bieten die meisten dieser Läden jedoch „nur“ Lebensmittel an. Helena Mohr erweitert diese Palette um „alles, was man nicht essen kann“. Besonders attraktiv mache das Essener Südviertel dabei seine Vielfalt und Individualität, so die Gründerin. Hier gibt es fast keine großen Ketten, sondern zahlreiche kleinere Geschäfte, die untereinander ein freundschaftliches und nachbarschaftliches Verhältnis pflegen.

So sieht es auch Markus Papst. Mitte April hat er gemeinsam mit seinem Bruder Tobias die Eisdiele Lønni eröffnet. Die Brüder haben dabei das Lokal der vormaligen Eisdiele Maraga übernommen und in ein skandinavisch angehauchtes Design getaucht. Sie kommen selbst aus dem Südviertel und haben mit dem Doctor T Burger-Labs bereits gastronomische Erfahrung am Standort Essen gesammelt. Der Schritt zur Eisdiele erfolgte nun zum einen aus dem Wunsch nach einer Herausforderung, zum anderen aber auch dem Willen, den Eisdielenstandort Ecke Moltkestraße aufrechtzuerhalten.

Markus Papst attestiert dem Südviertel dabei ähnliche Qualitäten, wie Helena Mohr es tut: keine Ketten, individuelle Läden und ein nachbarschaftlicher Zusammenhalt. Eine längerfristige Entwicklung stellt er sich ähnlich wie in Köln vor, wo sich außerhalb eines sehr teuren Zentrums mehrere „Kerne“ mit eigenen Identitäten herausbilden. Das Südviertel sei dabei eine Gegend vor allem für junge Familien, was in der Produktpalette von Lønni berücksichtigt wird. „Wir verkaufen, was uns selbst schmeckt“.

Eine ähnliche Verbundenheit zum Südviertel lässt sich auch bei Joschka Glod feststellen, der seit vier Jahren das Ruhrgebiet mit dem Snack’n’Roll-Foodtruck unsicher macht. Am Bahnhof Essen-Süd ist er nun mit der Snack’n’Roll-Garage sesshaft geworden und bietet die Palette des Trucks „aufe Hand“, aber auch neue Gerichte à la carte unter dem Motto „aufe Gabel“ an. Dass die Traditionsgaststätte im ehemaligen Bahnhof fast gleichzeitig die Türen geschlossen hat, sei zwar Zufall gewesen, kommt den Anwohnern aber sicher entgegen.
Im Südviertel sieht Joschka Glod einen kompakten und alternativen Standort für sein Restaurant. Durch den vom Bahnhofsrestaurant übernommenen Biergarten möchte der gelernte Koch dem Viertel eine Gelegenheit zum Essen unter freiem Himmel bieten und so seinen Teil zur Lebensqualität im Essener Süden beitragen. Der Foodtruck rollt übrigens weiter. Ob die Entwicklung im Südviertel ebenfalls so weitergeht, bleibt aber abzuwarten.

Neben den drei vorgestellten Läden haben in den letzten Monaten auch noch das Restaurant The Oak und der Shop The Poodles Core neueröffnet. The Oak wird von den Tofino-Machern betrieben und bietet Street Food „wie wir uns das vorstellen“ an. Darunter kann man sich mexikanisch inspirierte Leckereien wie Tacos und Burritos für den kleinen Geldbeutel und den schnellen Hunger vorstellen. Ihr findet den Laden in der Hildegardstr. 1. Mit The Poodles Core (der sich in Rüttenscheid, Rüttenscheiderstr. 177 befindet – wir wollten ihn aber hier nicht unerwähnt lassen) möchten Thomas Siepmann und seine Frau Kyung-Ae einen Gegenentwurf zu Massenkonsum und Online-Handel anbieten und sammeln in ihrem „Fachgeschäft für Herrengeschenke“ Möbel, Antiquitäten, Textilien, Gebrauchsgegenstände, Lebensmittel und vieles mehr. „Über 1000 Artikel von über 100 weltweiten Händlern“ alle vom Besitzer ausgesucht, versprechen ein vielfältiges Einkaufserlebnis im selbsternannten „modernen Kolonialwarenladen“.

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