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„Jeder für sich“: erste EP des Düsseldorfers enkelson.

Foto: Sotiris Christou

enkelson. Der Punkt gehört zum Künstlernamen wie die Schildmütze auf den Kopf des Düsseldorfer Singer-Songwriters. Mitte Dezember bringt der 32-Jährige seine erste EP „Jeder für sich“ heraus. Bei einer Schwarzwälder Kirschtorte hat er mir verraten, worum es im Titelsong der EP geht, wie er dazu kam, eine Düsseldorf-Hymne zu schreiben und warum das Vollzeit-Musikerdasein für ihn genau das Richtige ist.

Eigentlich wollte enkelson. ja Grundschullehrer werden. Der Grundstein war gelegt: Neun Jahre lang arbeitete er auf dem Abenteuerspielplatz in Mörsenbroich, nach der Schule folgte ein Lehramtsstudium. „Aber das Herz war stärker“, so der Düsseldorfer. Das gehörte längst der Musik, wenn auch eher im Stillen. Als YouTube noch ein Geheimtipp unter Sängern war, veröffentlichte der heute 32-Jährige Videos, „verschwommen und ohne Kopf“. Zu peinlich wäre es gewesen, wenn die Mitschüler ihn seinerzeit erkannt hätten, was dann – natürlich –doch passierte. Zunächst coverte er Songs am Klavier. Später kamen eigene Lieder dazu. Seit einem Urlaub in Istanbul begleitet ihn außerdem sein zweites Instrument, die Ukulele. Wie ein Tagebuch schreibt enkelson. seine Lieder, die er seit 2015 zunächst als „sichere Sache“ auf Englisch verfasste. Schließlich traute er sich, seinen Gedanken auch auf Deutsch freien Lauf zu lassen. Mit dem Song „Holzweg“ verarbeitete er 2016 eine Trennung und der Grundstein für seine durchweg deutschsprachige EP war gelegt.

Selbst Kölner finden das Düsseldorf-Lied gut.

Seinen bislang populärsten Song „Düsseldorf (mein Blumentopf)“ schrieb der Musiker, nachdem er zusammen mit den Songwritern Samuel Breuer und Marie Rauschen durch die Stadt zog. Ordentlich „angedudelt“, zwischen Lachen und Heulen und der Zuneigung zur „verkehrten Welt“ des Mikrokosmos Düsseldorf entstand die Idee, das Ganze in einem Song zu verewigen. Noch in der gleichen Nacht begann enkelson. zu schreiben. Die Hymne zog seit 2016 weite Kreise, Axel Bellinghausen und Christof Kreuzer sind im Video verewigt, im Fortunastadion erschallte der Song außerdem 2017. Schmunzelnd erzählt enkelson.: „Selbst Kölner finden das Düsseldorf-Lied gut.“

2018 hing der Musiker schließlich seinen Baristajob an den Nagel und konzentriert sich seither voll auf die Musik. Trotz des Hymnen-Potenzials sind seine Lieder für den Mann mit Schildmütze auch eine emotionale Angelegenheit. Zwischenmenschliches ist ebenso Thema wie Gesellschaftliches. „Es geht darum, weiterzumachen“, sagt enkelson. über den Titelsong „Jeder für sich“, „um die Einsicht, dass es besser wäre, wenn jeder seinen eigenen Weg geht.“ Auch wenn das sehr ernst klingt, der Tonträger verhält sich „ansteigend positiv“, so der 32-Jährige. Der Schlusssatz jedenfalls klingt vielversprechend: „Ich behalt den Moment wie ein Polaroid im Kopf.“ Auf enkelson. und seine Musik, so die kühne Prognose unsererseits, werden noch einige große Momente zukommen.

enkelson.: 28.12., Hotel Friends, Düsseldorf

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