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Ab nach Brüssel: Ein Tag zwischen Waffeln, Bier & Fritten

Foto: Pbrundel / CC BY-SA 3.0

Brüssel – das ist doch diese Stadt mit dem Manneken Pis, oder? Ja, ist sie … es ist aber auch die Stadt mit vielfältigen kulinarischen Möglichkeiten, vor Kultur tropfenden Gässchen und vielen kleinen Geschäften, an deren Frontscheibe man sich die Nase plattdrücken kann. Im Thalys ging es für die Gewinner unserer kulinarischen Leserreise an einem sonnigen Samstag mitten in die belgische Hauptstadt.

Im Nachhinein liest sich der Ausflug wie eine Speisekarte: Frühstück, Waffeln, Pommes, Fisch, landestypisches Bier, Schokolade und Abendessen. Um es gleich vorweg zu sagen: Wir haben nicht alles geschafft – auch wenn der Wille um 8 Uhr morgens am Bahnsteig des Düsseldorfer Hauptbahnhofs definitiv da war.

Waffel gegen Hektik

Knapp zweieinhalb Stunden bahnt sich der Thalys während des Frühstücks seinen Weg durch Städte und Felder bis er den Bahnhof Brüssel-Midi erreicht. Von da aus ist es nur eine kurze Straßenbahnfahrt bis zur Brüsseler Börse – und schon ist man mittendrin in der malerischen Altstadt zwischen wuseligen Touristen, klappernden Pferdekutschen und Cafés, in die man sich wunderbar von der Hektik des Treibens zurückziehen kann. Wohl dem, der dann noch eine der fluffigen belgischen Waffeln vor sich hat. Im urigen Café Le Cirio zum Beispiel, ganz klassisch mit Puderzucker. Teile der Jugendstil-Einrichtung sind hier mehr als 100 Jahre alt – ein Blick ins Innere lohnt auf jeden Fall.

Foto: Irmine Estermann
Foto: Irmine Estermann

Blumige Aussichten

Frisch gestärkt geht’s weiter in Richtung Grote Markt und zu Brüssels Hauptattraktion an diesem Wochenende. Auf einer Fläche von 77 mal 24 Metern fügen sich hunderttausende Blumen zu einem Kunstwerk zusammen – 2018 inspiriert vom zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato. Bereits seit 1971 zieht der Blumenteppich jedes Jahr zehntausende Besucher in die Stadt – besonders schön anzusehen übrigens vom Balkon des Rathauses oder des Museum van de Stad Brussel aus. Aber auch an anderen Tagen ist der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Grote Markt – eingerahmt von Gebäuden aus verschiedenen Epochen – ein Magnet für Touristen.

Manneken Pis und Struppi

Nach der obligatorischen Riesenportion Pommes mit Mayo bei Fritland führt der Weg zum wasserlassenden Männlein – vorbei an kleinen zauberhaften Geschäften, in denen sich wahlweise Bierflaschen, Comics oder Schokoladetafeln stapeln. An diesem Tag trägt das weltberühmte Manneken Pis die Farben einer bekannten belgischen Biersorte. Das Verkleiden der Brunnenfigur begann schon im 17. Jahrhundert und hat Tradition: Vom Fußball-Trikot der Belgischen Nationalmannschaft über ein Elvis Presley-Kostüm bis hin zu einem Umhang aus Kondomen zum Welt-Aids-Tag: Dem Manneken Pis steht alles. Viele der Kostüme sind im neuen Museum GardRobe MannekenPis direkt nebenan zu sehen. Doch nicht nur der heute in Rosa gekleidete Bronze-Bub zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Unweit des Brunnens hängen andere belgische Berühmtheiten an einer Fassade: In der Rue de l’Etuve ist eine Szene aus „Der Fall Bienlein“ verewigt – Tim, Struppi und Kaptän Haddock rennen eine Treppe hinab. Überall in der Altstadt zeigt sich die belgische Comic-Kunst an den Wänden und bildet mittlerweile eine Comic-Strip-Route mit mehr als 50 Gemälden. Neben Tim und Struppi, Lucky Luke und den Schlümpfen finden sich auch bei uns weniger bekannte Comic-Helden aus belgischer Feder wie Inspektor Victor Sackville am Kolenmarkt 19 und das erste Motiv, das es 1991 auf eine Fassade in der Altstadt schaffte: Broussaille von Frank Pé in der Rue du Marché au Charbon 41.

Foto: Irmine Estermann
Foto: Irmine Estermann

Trappistenbier – von Mönchen empfohlen

Zeit für das nächste Päuschen: Die Entscheidung fällt gegen den Fisch – die belgischen Pommes hatten es in sich – und für ein Bier. Der Blick auf das Café de Halles am Place Saint-Géry bestätigt: gute Entscheidung. Mitten in der früheren Markthalle steht ein mehrere Meter hoher Steinobelisk, rund herum kleine Tische und an den Seiten Kunst sowie Wissenswertes über die Stadt. Bevor sich in Angesicht der riesigen Bierkarte Ratlosigkeit breitmacht, gibt’s einen Tipp vom Tourguide: Ein Trappistenbier könnte es werden. Voraussetzung für diese Bezeichnung ist, dass die gesamte Produktion des obergärigen Tröpfchens innerhalb des Klosters stattfindet – nur acht Klöster in Belgien, den Niederlanden und der Schweiz erfüllen weltweit aktuell dieses Kriterium.

Natürlich Schokolade

Genauso exklusiv wie die Biere auf der Karte sind nur kurze Zeit später die Schokoladen bei Mike&Becky, einer kleinen Manufaktur, die auf Industrieprodukte verzichtet und bei den Schokoladensorten am liebsten den Eigengeschmack der jeweiligen Kakaobohne für sich sprechen lässt. Ein spannendes Geschmackserlebnis zum Abschluss der Tagestour. Aber nicht das letzte: Denn was im Thalys mit dem Frühstück begann, endet im Thalys mit einem Abendessen – und den ersten Gedanken zum nächsten Besuch in der Stadt des Manneken Pis.

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