Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Dreifach-Ausstellung in der Bochumer Galerie m

Untitled (Red Cardigan), 2013 Archival Pigment Print, Diasec 90 x 135 cm | Foto: © Aino Kannist, Untitled (Red Cardigan), 2013, Courtesy Galerie m Bochum
Anzeige

Ein überbordendes Geflecht aus Zeichnungen; großformatige Fotos, die zu sprechen scheinen wie starke Filmszenen; Gemälde, die wie eine Skulptur aus der Wand schießen: Die aktuelle Dreifach-Ausstellung in der Bochumer Galerie m ist unbedingt lohnenswert. Die Reise in den Schlosspark Weitmar, in dessen Grün sie sich einschmiegt, ist es sowieso.

Seit gut zwei Jahren verfolgt die Galerie m – die einzige Bochumer Galerie mit weit überregionaler Ausstrahlung – das Konzept, jeweils über einen längeren Zeitraum drei Ausstellungen gleichzeitig zu zeigen. Das macht Sinn, weil der Besucher so die stilistische Vielfalt ihrer vertretenen Künstler ermessen kann. Das Geflecht aus Zeichnungen hat Evelina Cajacob geschaffen und ihm den tiefstaplerischen Titel „alles nichts besonderes“ verpasst. Er steht mit schwachem Bleistift an die Wand geschrieben. Daneben hat die Künstlerin 434 Din-A4-Blätter mit einfarbigen Zeichnungen angeordnet, die wie oft einen organischen Eindruck machen und wie Fossilien wirken oder Pflanzen-Abdrücke oder mit reduzierten Gesten verarbeitete Natureindrücke. Einige haben eine verspielte Naivität wie minimalistische Illustrationen in modernen Kinderbüchern. Andere scheinen Vorstudien von größeren Formaten zu sein, die im Nachbarraum hängen. Hier bekommen die Zeichnungen eine erstaunliche Plastizität und Tiefe, jeder Strich ist offenbar exakt gewählt und ausgeführt, um die Architektur des Ganzen zu stützen.

Evelina Cajacob: „alles nichts besonders“ | Foto: Emmanuel iagtzolou

Die grandios inszenierten und perfekt ausgeleuchteten Fotografien stammen von Aino Kannisto, die wie Evelina Cajacob schon mehrfach in der Galerie m ausgestellt hat. Auf den Bildern ist sie stets selbst zu sehen, doch sie sind keine Selbstportraits. Die Fotografin schlüpft wie eine Schauspielerin in (Frauen-)Rollen: Oft haben ihre Szenen einen melancholischen Charakter, ihre Situationen erzählen von einen Dazwischen: zwischen An- und Ausziehen, Aufstehen und Hinsetzen, Verzweifeln und in Angriff nehmen. Auf einem Motiv ist Kannisto zum ersten Mal mit ihrem Kind zu sehen – ein starkes, symbolisch aufgeladenes und zugleich intimes Bild aus einer wie immer verwirrend nahen Perspektive.

Zwischen Gemälde, Relief und Skulptur bewegen sich die dreidimensionalen Gemälde von Galerie-Dauergast Elisabeth Vary. Hier sprechen nicht nur die Farben, sondern auch die Form der „Rahmen“ zum Besucher, der dafür den wahrscheinlich kleinsten Ausstellungsraum Bochums betritt.

Dreifach-Ausstellung bis 24.11. Galerie m, Bochum

Anzeige

Beste Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region