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ZK-Die Toten Hosen: Fotoband mit Campino, Kuddel & Co.

Foto: Fanpro Verlag
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Der Düsseldorfer Fotograf Ar/Gee Gleim hat tief in seinem Archiv gekramt und zeigt dabei erstaunliche und museumsreife Einblicke in das Frühwerk von Campino, Kuddel & Co. Ein netter Nostalgietrip in Schwarz-Weiß.

Richard „Ar/Gee“ Gleim war Jazzer, bevor er den Punk entdeckte. Eines Abends, Ende der Siebziger Jahre, kam er mit seiner Klarinette unter dem Arm an der Ratinger Straße in der Düsseldorfer Altstadt vorbei und sah die Menschenmassen vor dem Ratinger Hof. In diesem Moment wurde ihm klar, dass dort etwas passierte, was er festhalten müsse – mit der Fotokamera. „In der damaligen Szene wurde kaum geplant, wenig geredet – sondern viel gehandelt. Es war die Zeit der Macher“, sagt er im Vorwort zu diesem Buch.

Der heute 77-jährige Gleim war zuerst kein Fotograf, sondern er verdiente seinen Lebensunterhalt als Landschaftsgärtner bei einer Gärtnerei in Neuss. Aber er hatte den Blick für das Besondere. Später arbeitete Gleim für die Spex und das Goethe-Institut. Trotz des großen Altersunterschiedes zu den Szenefreaks wurde ihm der Zugang gewährt, der nötig war, um den schillernden Zeitgeist festzuhalten, der Düsseldorf für eine kurze Zeit an die Spitze der Musikszene katapultierte. Der Ratinger Hof als Epizentrum der Punk- und New Wave-Bewegung wurde zu seiner Heimat. Hier dokumentierte Ar/Gee Gleim, wie er nach seinen englischen Initialen genannt wird, die Protagonisten der frühen deutschen Punk-Bewegung: ZK, S.Y.P.H., KFC, Der Plan, Mittagspause, Die Krupps, DAF, Fehlfarben, Die Ärzte, Einstürzende Neubauten und die frühen Toten Hosen. Mit Babyspeck im Gesicht wirken Campino und Kuddel wie pubertierende Lümmel.

Bei der Band ZK bediente Claus „Fabsi“ Fabian (spielt heute bei den Mimmis) das Schlagzeug und Ralf „Isi“ Isbert den Bass. Bei den Weihnachtskonzerten im vergangenen Dezember holte Campino seine ZK-Kumpels auf die Bühne – und so spielte die Band den Song „Uns Altstadt“ im Zugaben-Block vor über 10.000 Leuten im ISS-Dome. In der frühen Zeit sah das natürlich anders aus, wie dieser Fotoband beweist: in Clubs wie dem AK 47 in der Düsseldorfer Kiefernstraße oder dem Okie Dokie in Neuss, ist ein sehr geringer Nano-Anteil davon anwesend. Doch die Kostümierungen und das Auftreten sind eine Klasse für sich: Campino präsentiert sich schon mal mit Asterix-Plastikhelm und Trompete. Selbst das Frühstücksei haben die Düsseldorfer damals noch mit einer Palette Dosenbier verspeist. Über 120 seltene Fotos sind auf 250 Seiten zu sehen, das liebevoll gestaltete Buch ist im Erkrather Fanpro Verlag erschienen.

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