Happy Birthday Manta-Platte: Die Currywurst feiert Geburtstag

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Ob sie nun im Ruhrgebiet, in Berlin oder in Hamburg erfunden wurde. Ob man sie mit ihrem besten Freund Pommes nun Manta-Platte, Schimanski-Teller oder Cörrywoosch-Fritte nennt. Fakt ist: Die Currywurst hat kulinarischen Kultstatus erreicht und zieht sich durch alle Schichten – ob am Büdchen umme Ecke mit lecker Pilsken oder im Sterne-Restaurant mit ´nem edlen Tropfen. Am 4. September feiert sie ihren 72. Geburtstag. Happy Birthday, liebes Ruhrpott-Carpaccio! Andre Kaminski blickt auf die Geschichte der Currywurst und gibt Tipps in welcher Sauce man sie am besten erstränkt.

Die Geburt der Currywurst in Berlin

Okay, zugegeben. So ganz sicher ist es nun auch nicht, dass die Currywurst am 4. September 1949 zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt hat. Doch so behauptet es Herta Heuwer. An jenem Septembertag mixte sie in ihrem Berliner Imbiss frisch geschnittene Paprika, Paprikapulver, Tomatenmark und Gewürze zusammen, kippte sie über eine in Stücke geschnittene Wurst – und zack, fertig war die Kultwurst. Danach gab es auch den bis heute stärksten Beweis zum Ursprung der Currywurst. Heuwer meldete 1959 die von ihr kreierte Soße unter dem Namen „Chillup“ beim Patentamt an. „Ich habe das Patent – und damit basta. Wer etwas anderes behauptet, der hat einen Stich“.

Die Geburt der Currywurst in Hamburg

Basta? Vielleicht nicht ganz, denn die Hamburger sehen das alles sicher ein wenig anders. Lena Brücker soll dort bereits zwei Jahre zuvor am Großneumarkt zum ersten Mal die rote Soße zubereitet haben, Unterstützung erhielt sie 1993 vom Autor Uwe Timm in seinem Buch „Die Entdeckung der Currywurst“. Angeblich habe er die Currywurst 1947 selbst gegessen.

Die Geburt der Currywurst im Ruhrgebiet

Und, natürlich: Auch der Ruhrpott meldet Besitzansprüche an. Irgendwann nach der Schicht soll irgendwo zwischen Zeche und Stollen die Wurst schon damals verspeist worden sein. Wie auch immer, weg von mehr oder weniger schwammigen Überlieferungen und hin zu knallharten Fakten zur Currywurst: In Deutschland liegt der durchschnittliche Preis bei 3,70 Euro. Die Franzosen zahlen 5,63, die Italiener rund 8 Euro und die Briten zahlen satte 10 Euro, um satt zu werden. Apropos satt werden: Die längste Currywurst aller Zeiten wurde 2010 im niedersächsischen Wolfenbüttel zubereitet. Die Länge: 320 Meter, das Gewicht: 175,5 Kilogramm. Eine 08/15-Currywurst wiegt übrigens rund 120 Gramm und wird in Deutschland circa 800 Millionen Mal im Jahr gegessen. So sagt es zumindest das Berliner Currywurstmuseum.

Ganz genau, die Currywurst hat tatsächlich ihr eigenes Museum. Dazu gehört auch eine interaktive Erlebnistour. Besucher können in die Rolle des Imbissbudenbesitzers schlüpfen und die Perspektive hinter dem Tresen einnehmen. In der Gewürzkammer kann man auf einem Wurstsofa mitten im Soßenstrom Platz nehmen und am Currymat seinen ganz eigenen Currytyp entdecken.

Currywurst Adressen

Den einen Typ gibt es nämlich nicht. Während man im Nobelhotel Adlon seine Currywurst mit einem Champagner serviert bekommt, setzt das Restaurant „Curry“ in Düsseldorf noch einen drauf und überzieht die Wurst mit ein wenig 18 karätigem Blattgold. Nach dem Genuss ist man also ein bisschen wertvoller (was allerdings nur rund acht Stunden anhält). „Curry Heinz“ in Gelsenkirchen verbindet zwei Klassiker und bietet seinen Gästen die Currywurst in Dönerform an. Wer es extrem scharf mag, ist bei „Die Currywurst“ in Wanne-Eickel an der richtigen Adresse: Die stärksten Soßen werden dort nur für Volljährige und nicht außer Haus angeboten. Zudem gibt es einige ausgefallene Varianten wie etwa die süß-scharfe Mango-Feigen-Currysoße.

72 Jahre Currywurst – so macht ihr eine leckere Soße.
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Drei Rezepte für Currysoßen

Eine leckere Currywurst kann man aber auch getrost mal in der eigenen Küche zubereiten, wenn man vonne Schicht kommt. Daher nun drei Soßenrezepte, um den Geburtstag der Wurst angemessen zu feiern.

Currysoße mit Sojasoße

Zutaten: 500 ml passierte Tomaten, 4 TL Honig, 1 EL Currypulver, 2 TL Gemüsebrühe, 1 TL Paprikapulver, 1 TL Cayennepfeffer, 2 TL Sojasauce.
Zubereitung: Alles vermischen und bei kleiner Flamme circa 15 Minuten köcheln lassen.

Currysoße mit Cola

Zutaten: 250 ml Cola, 250 ml Orangensaft, 400 ml Tomatenketchup, 100 ml Wasser, 1 Apfel, 1 TL Paprikapulver, 3 TL Currypulver, 1 TL Chilipulver, 2 TL Gemüsebrühe, 1 EL Tomatenmark.
Zubereitung: Paprika, Curry und Chili im tiefen Topf bei geringer Hitze vermischen, damit sich die Aromen entfalten. Auf mittlerer Hitze mit Tomatenmark und ein wenig Öl leicht anschwitzen. Anschließendmit Orangensaft und Cola ablöschen, Brühe hinzugeben. Flüssigkeit bis auf weniger als die Hälfte einkochen. Mit Wasser und Ketchup wieder auffüllen, zerriebenen Apfel hinzufügen. 15 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

Currysoße mit Balsamico

Zutaten: 1 Zwiebel, 1 EL Balsamico, 250 ml Cola, 250 ml Ketchup, 1 TL gemahlener Koriander, 1 Prise Chilipulver, 1 Msp. Cayennepfeffer, 2 EL Worcestershiresauce, 1 Spritzer Zitronensaft, Curry nach Geschmack
Zubereitung: Zwiebel klein hacken, in etwas Öl anschwitzen und mit Balsamico ablöschen. Koriander und Chilipulver hinzufügen. Cola dazugeben und das Ganze gut einreduzieren lassen. Nun ca. 2 EL Worcestersoße dazugeben. Einen Spritzer Zitronensaft hinzufügen und das Ganze mit einer halben Flasche Ketchup auffüllen. Nicht mehr kochen. Mit reichlich Curry und Cayennepfeffer abschmecken.

 

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