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Corona und die Kulturszene: Jetzt gilt Solidarität

Der Vorhang bleibt erstmal unten | Foto: Rob Laughter
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In eigener Sache: Zuallererst ist der Corona-Virus für viele Menschen eine Gefahr für Leib und Leben. Da gibt es nichts dran zu rütteln und wir tun gut daran, das nicht zu vergessen. Die weiteren Folgen der Ausnahmesituation, in der wir uns allesamt befinden, betreffen darüber hinaus aber nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Kulturbetrieb. Und damit auch ein Feld, in dem der coolibri zuhause ist.

Sicher werdet ihr es schon mitbekommen haben: Es werden reihenweise Kulturveranstaltungen abgesagt. Seien es nun Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Partys, egal. Das Risiko, als Kulturbetrieb ein Brandbeschleuniger der Infektionsrate zu werden, ist für viele zu groß und es werden dankenswerterweise Konsequenzen gezogen. Das ist gut und richtig.

Das führt allerdings auch dazu, dass zahlreichen Künstlern, Konzerthäusern, Clubs, Schriftstellern, Tänzern und vor allem Freischaffenden auf einen nicht absehbaren Zeitraum hinweg maßgebliche Einnahmen wegbrechen. Zwar hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters dem deutschen Kulturbetrieb in einem Schreiben vom 11. März Unterstützung versprochen, auch finanziell. Wann und wie sich die aber äußert, bleibt fürs Erste unklar. Es wäre schön, wenn sich da sehr bald sehr viel mehr tun würde, auch auf Länder- und Kreisebene.

Die Probleme sind aber jetzt schon da. Wenn Kulturhäuser ihr Programm bis Ende März oder Ende April aussetzen, bleiben massig Einnahmen aus. Viele kleine, aber auch mittlere Betriebe arbeiten ohnehin ständig am finanziellen Limit, auch, wenn es gerade gut läuft. Selbiges gilt für Künstler.

Wir alle können diesen Effekt ein wenig abschwächen. Zum Beispiel, indem wir gekaufte Konzertkarten nicht zurückgeben. Klar ist es ärgerlich, dass Konzerte ausfallen oder verschoben werden, und sicher würde euch für das Geld etwas anderes einfallen. Aber wäre es nicht einfach schön, wenn auch nach der früher oder später überstandenen Krise noch ein nennenswerter Kulturbetrieb übrig wäre? Also beißt einmal in den sauren Apfel und seht euer Ticket als solidarischen Beitrag zum Kulturerhalt. Gleiches gilt natürlich für alle anderen Kulturveranstaltungen.

Und es ist ja nicht so, als ob gar nichts passieren würde. So wurde das Telekom-Steet-Gigs-Konzert von James Blunt in der Hamburger Elbphilharmonie einfach per Stream in die Welt gesandt. Der Pianist Igor Levit streamt am 12. und 13. März via Periscope Konzerte aus dem eigenen Wohnzimmer. Die Schriftstellerin Jasmin Schreiber, die sich eigentlich gerade auf Lesereise befand, streamt am 13. März ganz einfach eine Lesung ihres Debüts „Marianengraben“.

Und auch hier bei uns im Pott tut sich was. So hat der Dortmunder Rekorder kurzerhand eine Soli-Geisterparty (die also nicht wirklich stattfindet, sondern nur in Gedanken) ins Leben gerufen, zu der ihr euch zu einem für euch passenden Preis ein Ticket gönnen und so zum Erhalt des Rekorders beitragen könnt. Die Kulturszene ist einfach kreativ, da kann man ihr nichts vorwerfen.

Was bleibt noch zu sagen? Ja, der Corona-Virus stellt uns alle vor Herausforderungen, manche vor größere, manche vor kleinere. Vielleicht hilft uns das aber dabei, alle ein wenig näher zusammenzurücken – aber erstmal natürlich nur im Geiste. Und mit diesen hippiesken Grüßen verbleiben wir

euer coolibri

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