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Barbershop der Zukunft: In Witten gibt es eine Barbierin

Barberella Jessica Gloerfeld mit Barber Marius Feuerbaum | Foto: Dustin Basse

In einem von Männern dominierten Berufsfeld hat eine Frau sicher Fuß gefasst. Jessi Gloerfeld ist eine der wenigen weiblichen Barbiere, die in Deutschland tätig sind. Ihr Wittener Salon „Barberrossa“ beweist, dass die Damen mindestens genauso gut Bärte frisieren, wie ihre männlichen Kollegen.

Männer tragen Bärte, Männer frisieren Bärte. Das klassische Bild des Barbiers ist männlich und trägt idealerweise selbst einen fein gestutzten Bart. Mit diesem Klischee und anderen Vorurteilen sehen sich weibliche Barbiere konfrontiert, gerade Kunden sind anfangs eher skeptisch. „Warum muss ein Barbier denn ausgerechnet männlich sein?“, fragt Jessica Gloerfeld selbstbewusst. „Vorurteile räumt man schnell aus dem Weg, wenn man was kann“, und Jessi kann’s offenbar. Seit November 2017 betreibt sie den Herrensalon „Barberrossa“ in der Wittener Steinstraße, in dem nicht nur Bärte frisiert werden.

Die 30-Jährige führt ihr Handwerk mit Leidenschaft und Fachwissen aus. Als eine von vier Barbierinnen, die im International Barbers Convention Club Germany Mitglied sind, trifft sie sich regelmäßig mit Kollegen zum Austausch. Aversionen oder Vorurteile von den anderen Barbieren gibt es nicht, der Zusammenhalt innerhalb der Szene ist hervorragend. „Unter Barbieren ist es so, dass wir uns nicht gegenseitig anzicken“, beschreibt Jessica die Stimmung, die auf und neben den Conventions herrscht.

Relaxte Rasur

Die gelernte Barbierin, auch Barberella genannt, stammt aus Hagen und lebt nun in Essen. Fünf Jahre lang arbeitete Jessi bei einem Haarstylisten und begann dort ihre Meister-Ambitionen zu verwirklichen. Im August 2017 bekam sie ihren Meisterbrief und machte sich sogleich auf zu eigenen Abenteuern in der haarigen Branche. Sie suchte und fand schließlich ein Ladenlokal in der Wittener Innenstadt. Eröffnet wurde Jessicas Barbershop „Barberrossa“ zwei Monate später und feierte diesen Monat einjähriges Bestehen. Der authentische Laden passt zu der jungen Barberrella, deren Französische Bulldogge Sam von Anfang an dazu gehört. Im authentischen Ambiente wird Smalltalk gehalten, dazu gibt’s einen Kaffee oder gerne auch einen Whiskey. Der Herrensalon liegt in der Nähe des Wittener Wiesenviertels und hebt sich dort deutlich von den klassischen Friseuren ab. In kurzer Zeit haben sich Jessi und ihr Salon etabliert: Termine waren schnell vergriffen.

Anfangs nur auf Bärte spezialisiert, werden nun auch Haare frisiert. „Das Angebot wird super angenommen“, bestätigt Jessica. So super, dass Kunden mit Wartezeiten vertröstet werden mussten. Also musste Unterstützung her. Eher durch Zufall kam Marius Feuerbaum, seit neun Jahren gelernter Barbier, hinzu und erwies sich als tatkräftiges Teammitglied. Seit September schwingen sie nun gemeinsam Schere, Rasiermesser und Kamm. Auf eine Zielgruppe haben sie sich nicht festgelegt, Haar- und Bartträger bekommen ihre individuellen Wünsche frisiert, werden aber auch stilsicher vom Team beraten. Auf Authentizität wird großen Wert gelegt, Schnitte aus dem Katalog gibt es nicht. Insbesondere die Zeremonie der Rasur wird zelebriert: Warme und kalte Kompressen, von Hand aufgeschlagener Rasierschaum, der sichere Umgang mit dem klassischen Rasiermesser und anschließende Pflege des getrimmten Bartes gehören zum Rund-um-Service. Den Anspruch an ihren Shop, das Team und sich selbst beschreibt Jessica so: „Wenn der Kunde entspannt raus geht, dann hab ich mein Ziel erreicht“. Das scheint gelungen, denn „Barberrossa“ ist in Witten erfolgreich angekommen. Dustin Basse

Barbershop „Barberrossa“, Steinstraße 5, Witten

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