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K21 Düsseldorf: Bach und Bacher

Foto: Achim Kukulies / Kunstsammlung NRW
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Als zur Wiedereröffnung des K21 Anfang September Altmeister Bach auf der Bel Etage des Hauses ertönte, machte die Direktorin der Kunstsammlung Susanne Gaensheimer klar: „Wir haben das K21 nicht in eine Kirche verwandelt.“ Dennoch sei es der Plan, im katholischen Düsseldorf mehr Leute ins Ständehaus zu locken.

Drei Wochen lang wurde saniert und neu sortiert. „Das Deutschlandgerät“ von Reinhard Mucha etwa wurde mit neuen Röhren versehen, neues Parkett ebenso verlegt wie die Technik aufgefrischt. Die Sammlungsräume wurden neu eingerichtet, außerdem wartet ein neuer Aufenthaltsraum in der ab sofort kostenfrei zugänglichen ersten Etage, der „Salon 21“. Ganz in Rot gehalten dient selbiger künftig auch als Ort für Veranstaltungen. Eine Reihe von Performances startet außerdem im November. Die Bel Etage soll dabei Experimentelles abdecken. Oder, wie Gaensheimer sagt, Kunstwerke, „die eine Herausforderung sein können.“

Für die aktuelle Herausforderung, zu sehen bis zum 6. Januar des kommenden Jahres, sorgt Lutz Bacher. Der Titel „What’s Love Got to Do With It“ führt dabei genauso in die Irre wie der Name des vermeintlichen Künstlers. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich nämlich eine Frau, die es seit den 1970er Jahren erfolgreich schafft, sich um die Öffentlichkeit des Kunstbetriebes herum zu lavieren. Keine Interviews, keine Fotos, keine Kommentare zu ihrem Werk. Das „Moment der Verwirrung“ stiftet sie dennoch oder gerade deswegen immer wieder, wie Kuratorin Beatrice Hilke betont. Bachers Themen: Gewalt, Machtverhältnisse, kurz: die „pathologischen Seiten amerikanischer Kultur“, so Hilke. So stilisiert Bacher die Unterschrift Donald Trumps über die kompletten Wände der Ausstellungsräume ins Unendliche.

Spionagethriller-Sounds treffen auf Hosen mit Dollarzeichenprint, gefüllt mit Stroh. Und im Eingangsbereich werden die Besucher des K21 von „Cyclops“, runden Spiegelaugen, die an Überwachungskameras erinnern, begrüßt. Bacher is watching you, konsequenterweise hinter Vorhängen aus dem Fundus der Sendung Saturday Night Live. Wer da eine Stimmungsaufhellung benötigt, kann sich nicht nur am Lametta zwischen dem Stroh erfreuen, auch die riesige Spinnennetz-Installation „In Orbit“ von Tomás Saraceno lädt zum Turnen in luftiger Höhe ein. Das frisch gewartete Netz wird für die nächsten drei Jahre von Samsung gesponsert.

Lutz Bacher. „What’s Love Got to Do With It“ bis 6.1., K21, Düsseldorf

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