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Wie bei Mutti: Babuschkas Kitchen in Essen

Foto: Roland Gorywoda
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In Babuschkas Kitchen wird ein spektakuläres Best-of der osteuropäischen Küche zelebriert. Kwas und Blini, Borschtsch und Soljanka und das Kiever Schnitzel: liebenswerte Üppigkeit, zeitgemäß dargeboten und nicht zuletzt durch einige schöne Wässerchen (also Wodka) in seiner Schwere stets reduziert.

Andrey Buhonov und Dimitri Nemov stammen aus der Ukraine, sind aber längst in der Essener Gastronomie etabliert. Schon gut drei Jahre gingen sie mit der Idee schwanger, einmal statt beliebter Techno-Partys im Nachtleben, ein schickes Restaurants mit einer zeitgemäßen Umsetzung der üppigen Heimatküche ihrer Großeltern in Angriff zu nehmen.

Nun haben sie den perfekten Ort gefunden – sogar einen, der ebenfalls über Nachtleben-Vergangenheit verfügt. In der ehemaligen Hammerschänke soll sich einst Essens erste Disco befunden haben, zuletzt war das Traditionslokal eine schnöde Kneipe. Nun ist es als Babuschkas Kitchen eine Schönheit geworden: Ukrainische Strickmuster an der Wand, ein üppiger Tresen, viele gemütliche Holztische bestimmen das Bild. Draußen gibt es einen netten Freisitz und sogar eine kleine lichtdurchflutete Partyhütte für Veranstaltungen. Alte russische Filmmusik und andere melancholische Sowjet-Schlager gibt es auf die Ohren, bisher sind russischsprachige Gäste deutlich in der Überzahl. Es herrscht am Wochenende Party-Stimmung, samstags durch Live-Musik bestärkt. Es darf getanzt werden.

Kulinarische Klassiker

Die Küche bedient sich tatsächlich der Expertise der älteren weiblichen Verwandtschaft der Betreiber, auf den Tisch kommen quasi sämtliche kulinarischen Klassiker, deren Ausformungen ob der Größe des ehemaligen Riesenreiches nicht zu pauschalisieren sind. Pikante Säuerlichkeit trifft gerne eine scharfe Süße, dazu schmeckt vor allem Kwas. Das ist ein leicht moussierender Brottrunk, der – wie seine Verwandten Mors und Uzwar (aus aufgekochtem Dörrobst) – im Hause hergestellt wird. Ein Klassiker sind die Blini, Weizenmehl-Pfannküchlein, die mit deftigem Topping gereicht werden.

Klassisch ist die Kaviar-Variante, fabelhaft auch derjenige mit schönen Scheiben geräucherten Lachses. Eine aus dem west-ukainischen Bergland kommende Spezialität sind die Spare Ribs. Sie sind nicht gegrillt, sondern geschmort, das Fleisch ist wunderbar zart. Bedeckt ist es mit einer herzhaften Himbeersauce, die allerdings ohne allzu vordergründige Süße rüberkommt, vielmehr eine lange pikante Fruchtigkeit zum Deftigen hinzufügt. Dazu passen die herrlichen Schnäpse.

Die Betreiber lieben das Experiment, die Wandelbarkeit des Wodkas lädt dazu ein. Infusionen bekommt das alkoholische Wässerchen mit Kirsche, Cranberry oder Honig, aber auch Meerrettich (Vorsicht, herrlich scharf!) oder Galgant nebst Kreuzanis.

Buhonow und Nemov sind allerdings keine Dogmatiker, was die Heimatliebe angeht, weshalb beim Bier und beim Wein vor allem gut bekannte und gut ausgesuchte deutsche Produkte das Bild bestimmen.

Babuschkas Kitchen, Kleine Hammerstraße 53, Essen

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