Nora oder ein Puppenheim

Veranstalterinformationen

Nora führt ein Leben, wie es sich eine Frau nur wünschen kann. Ein erfolgreicher, pflichtbewusster Mann, ein schönes Haus, drei Kinder. Sie könnte glücklicher nicht sein. Da ihr Ehemann Torvald zum Bankdirektor befördert werden soll, ist für Nora die Zeit gekommen, sich ihre Träume zu erfüllen. Torvald belächelt sein „kleines Vögelchen“, warnt gleichermaßen belustigt wie streng, dass er sein neues Gehalt erst in ein paar Monaten bekommt und noch etwas Geduld nötig ist. Hinter der glücklichen Fassade bröckelt es. Als Torvald seine erste Anstellung bekam, arbeitete er so hart, dass er erkrankte und die Familie für ein Jahr in den Süden reisen musste, um sein Leben zu retten. Torvald glaubt, dass Noras Vater die Reise bezahlte. Doch der war damals schon todkrank, so dass Nora einen Kredit bei dem befreundeten Rechtsanwalt Krogstad aufnehmen musste. Dafür gebürgt hat Noras Vater, dessen Unterschrift Nora fälschte. Nora ist sich keines Unrechts bewusst, für sie ging es nur darum, das Leben ihres Mannes zu retten. Als Torvald jetzt von der Fälschung erfährt, löst dies eine schwere Ehekrise aus, in der Nora sich als selbständige und unabhängige Person behaupten muss. Für Ibsen, der der Überzeugung war, dass jeder Mensch ein selbstbestimmtes Leben führen müsse, war die Emanzipation der Frau ein zentrales Thema. Sein Klassiker aus dem Jahr 1879 ist eines der wichtigsten Stücke der europäischen Theatergeschichte. Henrik Ibsen (1828 – 1906) schrieb seine wichtigsten Bühnenwerke im Exil. Im Gefühl, von seinen norwegischen Landsleuten verkannt und angefeindet zu sein, verbrachte er von 1864 an 27 Jahre im Ausland. Mit jedem seiner Werke gelingt Ibsen die zeitlose Darstellung der Auseinandersetzung des Individuums mit seinen gesellschaftlichen Umständen.

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