b.32: Petite messe solennelle

Choreographie: Martin Schläpfer

Was

Theater & Tanz

Wann

Veranstalterinformationen

„Lieber Gott – voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet. Ist es wirklich heilige Musik, die ich gemacht habe, oder ist es vermaledeite Musik? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies“, schrieb Gioacchino Rossini im Vorwort zur Partitur seiner „Petite Messe solennelle“ – und als diese 1864 nur vor geladenen Gästen zur Einweihung der Privatkapelle des Grafen Michel-Frédéric Pillet-Will in Paris uraufgeführt wurde, erklang in der Tat ein Werk, das von anderem Charakter als eine traditionelle Messe ist. Auf faszinierende Weise spiegelt die ganz und gar nicht „kleine“ Komposition vielmehr wider, wie sich Rossini der verwirrenden Vielschichtigkeit von Glaubensfragen im 19. Jahrhundert stellte und mit geradezu ironischer Distanz Opernhaftes ebenso integrierte wie mit einer großen Ehrlichkeit zutiefst Religiöses, aber auch mondäne Tanzmusikanklänge mit einer eigentümlichen Nachdenklichkeit verschränkte. „Das Werk ist voller Gefahren, aber auch von einer solchen Schönheit, dass es einen einfach mitnimmt“, verriet Martin Schläpfer während der Arbeit an seiner neuesten abendfüllenden Choreographie für sein 45-köpfiges Ballett am Rhein. „Es ist geistliche Hausmusik, zu der man beten und gläubig sein, aber auch Kuchen, Brot oder wohlriechende Würste essen, flirten und sich unterhalten darf. Das zutiefst Menschliche, Fehlerbehaftete, leicht Geschwätzige interessiert mich, aber auch die Italianità, das Südliche, Sinnliche, die Lebensfreude, die Hitze, die Komödie.“ Viele Details aus Rossinis Leben – seine bewusste Entscheidung, sich auf dem Höhepunkt seines Ruhms 1829 von der Opernbühne zurückzuziehen, um fortan in seiner Wahlheimat Paris einer anderen Kunst, der des Kochens, zu huldigen, seine Lebensfreude, sein Genießertum und die Fähigkeit, die samstäglichen Festmahle in seiner Villa in Passy oder seiner großzügigen Stadtwohnung in der Chaussee d’Antin zu den wichtigsten gesellschaftlichen Ereignissen im Paris Napoleons III. zu machen, aber auch seine zahlreichen Depressionen und Krankheiten – liefern Martin Schläpfer ein fruchtbares Feld an Assoziationen, ohne daraus ein konkretes Stück über den Komponisten Rossini zu machen: „Mich interessiert das poröse Gestein zwischen Leben und Gelebtem, Geistigem und Göttlichem, Niedrigem und Hohem, Tanz, Theater, Poesie und Commedia dell’arte.“

Location

Opernhaus
Heinrich-Heine-Allee 16a
40213 Düsseldorf

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