Achim Mohné

Was

Ausstellung

Wann

  • Montag 00.00 - 23.59
  • Dienstag 00.00 - 23.59
  • Mittwoch 00.00 - 23.59
  • Donnerstag 00.00 - 23.59
  • Freitag 00.00 - 23.59
  • Samstag 00.00 - 23.59
  • Sonntag 00.00 - 23.59

Laufzeit

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Veranstalterinformationen

Anlässlich der Weltklimakonferenz im November in Bonn und im Rahmen der Ausstellung Wetterbericht. Über Wetterkultur und Klimawissenschaft in der Bundeskunsthalle präsentiert der Künstler Achim Mohné eine großflächige Arbeit auf dem Vorplatz der Bundeskunsthalle, die einen thematisch passenden Beitrag leistet. – Mohné transformiert aus dem digitalen Bildraum die weltweit bekannte Aufnahme der Erde, Earthrise, in den physischen (Bild-)Raum vor der Bundeskunsthalle, indem er die digitalen Bildpunkte, aus denen die Vorlage besteht, mit einer entsprechenden Anzahl an Betonplatten zur Deckung bringt. – So entsteht also als analoger Nachbau einer digitalen Bildstruktur ein großflächiges Mosaik aus 6400 quadratischen Bodenplatten, das am Boden unkenntlich/abstrakt erscheint, im Luft- und Satellitenbild dagegen als gepixeltes Bild der Erde erkennbar ist. Die 6400 ‚Bildpunkte‘ – je 25 x 25 cm und insgesamt als Bodenfläche 20 x 20 Meter groß – entsprechen dabei der digitalen Kameraauflösung von nur 0,0064 Megapixeln. – Das Bodenstück scheint sich geometrisch nicht an seiner Umgebung zu orientieren, liegt aber tatsächlich entlang einer Nord-Süd-Achse, sodass es im rechten Winkel mit dem Gitter der virtuellen Karten erscheinen und bei Betrachtung in den virtuellen Globen ‚gerade‘ stehen wird. Das analoge Low- Tech-Format wird nicht von digitalen (Spam-)Filtern erkannt und somit in die Datenpools virtueller Globen wie Google Earth oder Apple Maps übernommen, – die diese Daten dann wieder weltweit verbreiten werden; nach dem nächsten Google Earth oder Apple Maps Update, wird das ‚neue‘ Bild also dann sichtbar als ‚Erde im Weltraum‘ aus dem Weltraum gesehen. – Earthrise wurde bei einer Umrundung des Mondes der amerikanischen Apollo 8 Mission am 24. Dezember 1968 analog aufgenommen. Es gilt als eines der einflussreichsten Fotos auch im Bereich der Klimaforschung und des Umweltschutzes und wurde im Januar 1969 von Times veröffentlicht. Erstmalig wurden nun durch Fotos aus dem All die dünne Atmosphärenschicht – und damit die Fragilität und ‚Verletzbarkeit‘ unserer Erde – im Verhältnis zum Volumen des Globus sichtbar. Das war bahnbrechend, und bereits nach einer Woche schrieb David Bowie sein berühmtes Lied Space Oddity: – „For here am I sitting in a tin can far above the world planet earth is blue and there’s nothing I can do …“ Das seitdem im kollektiven Bildgedächtnis verankerte, inzwischen ikonische Bild der Erde nutzt der Künstler für seine Reflexionen und setzt ein Zeichen, das einen bestimmten Standpunkt erfordert. Mohné untersucht ebenso die Frage nach Distanz und Nähe, nach Innen und Außen, nach Oben und Unten sowie nach dem Fremden und Vertrauten. Durch seine Umkehrungen, Filterungen, – Bearbeitungen oder auch Bildirritationen erreicht er ein genaues Hinsehen und Wahrnehmen. Und gerade im Zeitalter sogenannter ‚Fake News‘ ist die Frage nach dem ‚Wahrheitsgehalt’ und der Macht eines Bildes (oder von Worten) essenziell und ein Angebot zur Reflexion. Jede Veränderung des eigenen Standpunktes, des ‚Point of View‘, macht aus der (analogen) Abstraktion eine (digitale) Gegenständlichkeit – oder umgekehrt. Diese gesellschaftspolitische Aussage mahnt die Verantwortung eines Jeden: Je mehr man sich mit etwas beschäftigt, das man zunächst nicht versteht, und auch mal seinen eigen Standpunkt verlässt, desto erkenntnisreicher wird das Unverständliche, und daher ist diese Arbeit ein Appell an Aufmerksamkeit und an einen bewussten Umgang innerhalb und mit unserer Gesellschaft und mit unserer Erde.

Location

Bundeskunsthalle
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn

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