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Choreographien von Patrick Delcroix, Jirí Kylián, Christopher Bruce
Theater & Tanz
Sechs Männer, sechs Frauen und sechs Degen: Das sind die Tanzpartner in Jiří Kyliáns Ballett „Petite Mort“, das 1991 anlässlich des 200. Todestages von Mozart bei den Salzburger Festspielen präsentiert wurde und das zu den langsamen Sätzen aus den Klavierkonzerten KV 467 und KV 488 entstanden war. „Diese wohldurchdachte Musikauswahl ist keine Provokation oder Gedankenlosigkeit. Sie soll die Idee zweier antiker Torsi transportieren, deren Köpfe und Gliedmaßen abgeschlagen wurden – als Zeichen einer vorsätzlichen Verstümmelung, die allerdings nicht die Schönheit der ursprünglichen Schöpfungen zu zerstören vermag.“ Der aus Tschechien stammende langjährige Direktor des Nederlands Dans Theaters spielt mit dem Titel „Petite Mort“ („Kleiner Tod“) darauf an, dass dies im Französischen ein Synonym für den Orgasmus ist. Sein Ballett handelt von Aggressivität und Sexualität, Energie und Stille, kultivierter Gefühlskälte und Verletzlichkeit – nicht ohne Anspielungen auf den Geist des Rokoko. Der Franzose Patrick Delcroix, lange Zeit Mitglied im Nederlands Dans Theater unter der Leitung von Jiří Kylián und heute weltweit als Choreograph für bedeutende Compagnien tätig, kehrt zurück zum Aalto Ballett Theater Essen, um ein neues Stück, “End-Los”, zur Uraufführung zu bringen. In „Cherché, trouvé, perdu“, Teil des Doppelabends „Lichtblicke“, hatte er sich zu Arvo Pärts suggestiver Musik der choreographischen Gestaltung menschlicher Grunderfahrungen wie Liebe und Verlust gewidmet. Die Presse feierte seinen akkuraten Stil als „Neoklassik vom Feinsten“ und „akrobatischen Modern Dance“. Ein Spiel um Verführung, Lust und Verlangen, eine veritable „Battle of the Sexes“ ist „Rooster“ („Hahn“), das der Brite Christopher Bruce 1991 für das Ballett des Genfer Grand Théâtre schuf. In seinen Arbeiten u.a. für die Rambert Dance Company, das Nederlands Dans Theater und Cullbergbaletten verbindet der Choreograph moderne und klassische Ästhetiken. „Songs der Rolling Stones wie ,Paint It Black‘, ,Lady Jane‘ und ,Not Fade Away‘ haben mich zu ,Rooster‘ inspiriert. Es ist eine Hommage an die Musik und Zeit der Sixties. Ich sehe die männlichen Tänzer als herausgeputzte Gockel, auf die die Hennen mit Ironie und wissendem Amüsement schauen, um gelegentlich Revanche zu fordern.“ [Info des Veranstalters]