
Hol dir die aktuelle Juni-Ausgabe an einer unserer über 3 000 Auslegestellen im Rhein-Ruhrgebiet.
nach dem Film von R. W. Fassbinder mit Theater glassbooth
Theater & Tanz
Diese Veranstaltung ist bereits vorbei!
Als „Eine Zumutung, die weh tut“ und „Ein Ihnen übelwollender Film, den Sie ablehnen müssen“ bewarb die Pressemappe seinerzeit Rainer Werner Fassbinders wohl einziges als Komödie gemeintes Kinowerk. 30 Jahre nach dem Tod des Filmemachers (etc.) hat das freie... [mehr]
Walter Kranz, einst als Dichter der Revolution gefeiert, hat schon seit geraumer Zeit nichts mehr zu Papier gebracht. Seine nörgelnde Gattin und sein debiler Bruder, der mit im Haus lebt, tragen nicht gerade zur Verbesserung der Situation bei. Als ihm sein Verleger dann auch noch den Geldhahn zudreht, muss er dringend Bares beschaffen. Zunächst probiert er es mit legalen Geschäften, aber schnell wird klar, dass es viel effizientere Methoden gibt, um an Geld zu kommen. Um seinen großen Traum zu verwirklichen, würde Walter über Leichen gehen … SATANSBRATEN ist eine grelle Farce des legendären Autors und Filmemachers, die jedoch eher zu seinen unbekannteren Werken zählt. Fassbinders seltener Ausflug ins Komödienfach dreht sich um die Korrumption menschlicher Beziehungen durch Macht und Egozentrik, über die pathologische Hybris des genialischen Künstlers und die Lächerlichkeiten des bürgerlichen Starkultes im Kulturbetrieb: „Komödie ist für meine Vorstellung nicht so etwas, wo man schenkelklopfend dasitzt – ich wollte etwas anderes machen. Es ist diese Art von Komik, die nicht sehr humorvoll ist, die die Verhaltensweisen, die Leute haben, aber nicht die Leute selbst, verachtet; es ist eine zynische Komik.“ (Fassbinder, zitiert aus dem Presseheft) SATANSBRATEN basiert auf dem gleichnamigen Fassbinder-Film von 1976, der erst ein einziges Mal auf die Theaterbühne gebracht wurde – und noch nie zuvor in NRW! In der 7. Produktion seit Bestehen, sieht das Theater glassbooth in der Drehbuch-Adaption des ätzend-satirischen „Satansbraten“ einen logischen Schritt in der Synthese favorisierter Motive: Messerscharf sezierte Gesellschaftskritik im unterhaltsamen Gewand und das Spiel mit absurd-abgründiger Wirklichkeit. Ebenso will glassbooth an dieses wenig beachtete Werk des genialen Regisseurs Fassbinder erinnern, dessen Todestag sich am 10. Juni 2012 zum 30. Male jährt und dessen wahnwitzige Wortgefechte wieder aufleben lassen. - Mit diesem Datum beschließt glassbooth dann auch die Tournee, die glassbooth 2012 erneut in verschiedenen Ruhrgebietsstädten aufführen wird.