Iphigenie auf Tauris

Schauspiel von Goethe / Großes Haus

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Theater & Tanz

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Veranstalterinformationen

Fremde, die die Insel Tauris betreten, werden nach altem Brauch, als Opfer für die Göttin Diana getötet. Unter dem Einfluß der Priesterin Iphigenie hat Thoas der Taurenkönig diesen Brauch aufgehoben. Iphigenie ist selbst eine Fremde auf Tauris: Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra wollte sie ihr Vater opfern, um von den Göttern günstige Winde für die Fahrt nach Troja zu erflehen. Die Göttin Diana rettete Iphigenie jedoch und brachte sie nach Tauris. Nun will König Thoas Iphigenie heiraten, um den Bestand seiner Dynastie zu sichern. Als sie ihn abweist, droht er den alten Brauch der Fremdentötung wieder einzuführen. Ein Exempel soll an zwei Griechen statuiert werden, die man gerade aufgegriffen hat. Die beiden Fremden – deren Identität zunächst noch nicht einmal Iphigenie kennt - sind ihr Bruder Orest und dessen Freund Pylades. Orest wird von schuldhaften Wahnvorstellungen geplagt, weil er seine Mutter Klytämnestra umgebracht hat, die ihrerseits ihren Mann tötete. Ohne zu ahnen, dass die von ihnen tot geglaubte Iphigenie hier Priesterin ist, sind Pylades und Orest nach Tauris gekommen, um das Standbild der Diana zurück nach Athen zu bringen. Sie hoffen dadurch, Orest von dem auf der ganzen Familie lastenden Fluch zu befreien. Johann Wolfgang von Goethe benutzt die mythologische Vorlage, um verschiedene Standpunkte zu der Konfliktsituation, in der sich Iphigenie befindet zu diskutieren: Muß sie ihr persönliches Schicksal hinten anstellen, wenn sie damit einen barbarischen Brauch außer Kraft setzen kann und so das Leben vieler Menschen rettet? Oder muß es vor allem darum gehen, sich und die Menschen, die man liebt in Sicherheit zu bringen? Darf sie einen Mann wie den König Thoas, der sie gut aufgenommen hat belügen, um sich selbst und ihrem Bruder die Flucht zu ermöglichen? Oder ist es falsch, Thoas die Wahrheit zu sagen und damit den Fluchtplan von Pylades und Orest aufs Spiel zu setzen? Ist es möglich, sich aus den Ketten des Erbfluchs zu befreien unter dem die Familie steht? Was ist eine moralisch richtige, was ist eine humane, was ist eine vernünftige Entscheidung? Wie soll, darf und kann Iphigenie sich verhalten? Am Theater Oberhausen wird Iphigenie auf Tauris von dem dreißigjährigen Sarantos Zervoulakos inszeniert, der im Juni 2010 sein Regiestudium am Max Reinhardt Seminar in Wien abschließt. Mit seinen Inszenierungen von Franzobels Liebesgeschichte, Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? und Ibsens Peer Gynt erregte er bereits während des Studiums Aufsehen. Im November 2010 hat Zervoulakos Premiere am Wiener Burgtheater.

Location

Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen

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