Der Mond in der Kunst

Vortrag von Wilhelm Seggewiß

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Veranstalterinformationen

In der Antike wurden die Naturkräfte mit Göttergestalten identifiziert. Der Mond tritt uns als Göttin Selene oder Jagdgöttin Artemis entgegen – meist mit der Mondsichel gekrönt. Das junge Christentum übernahm diese Darstellung für das Apokalyptische Weib der Offenbarung und später für die Gottesmutter als Mondsichelmadonna. Nur langsam löst sich die Kunst von der anthropomorphen Darstellung des Mondes, ja selbst noch beim Zöllner Henri Rousseau um 1900 trägt der Mond menschliche Züge. Im späten Mittelalter ist der Mond häufig nur noch ein kaum beachtetes Attribut religiöser Bildnisse. Es vergehen viele Jahrhunderte, ehe zum erstenmal das Licht des Mondes die Stimmung einer Szenerie beherrscht, und noch länger dauert es, bis der betrachtende Mensch dem Mond im Bild entgegentritt, wie wir es in den Werken von Caspar David Friedrich beispielhaft antreffen. Eine spannende Ergänzung ist die Frage, ob gar Adam Elsheimer in seiner berühmten Flucht nach Ägypten noch vor Galilei Teleskopbeobachtungen des Mondes zu Papier brachte. Der Impressionismus kann in seinen leichten Bildentwürfen keine innige Beziehung zum Mond aufbauen. Erst als die Farben ihren Tanz beginnen – wie bei Turner, Menzel oder Jongkind – erobert der Mond seine zentrale Stellung in der Bilderwelt zurück. Als dann auch die Formen explodieren, zuerst bei van Gogh und Munch und dann im gesamten Expressionismus, erstrahlt der Mond in vielfacher Symbolkraft. In den Bildern des Surrealismus oder in den Werken Picassos ist der Mond der große Zauberer, und schließlich bindet sogar die New Yorker Avantgarde den Mond in ihre Installationen ein.

Location

Westfälische Volkssternwarte
Stadtgarten 6
45657 Recklinghausen

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