Rede an den kleinen Mann

Volker Fleige und Klaus Ullrich lesen Wilhelm Reich

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„Ihr falschen Biederlinge, die Ihr mein lacht! – Wovon lebt Eure Politik, seit Ihr die Welt regiert? – Vom Abstechen und Gemorde…“ – Damit beginnt sie – Wilhelm Reichs „Rede an den kleinen Mann“. Mit einem Zitat aus „Till Uhlenspiegel“ von Charles De Coster. Reich hätte seine „Rede“ auch „Predigt“ nennen können. Sie ist ein Rundumschlag gegen die Schlechtigkeit der Welt im Allgemeinen, gegen die Schlechtigkeit des Einzelnen im Besonderen, schließlich eine Warnung vor Faschismus und Chauvinismus in der Politik, in der Gesellschaft, im Alltag, am Stammtisch. Und es ist eine verbitterte Ansprache an die, die ihm das Leben sauer machten, als Psychiater, als Arzt, als Philosoph. – Wilhelm Reich, 1897 in Galizien geboren, trat 1920 in die Wiener Psychoanalytische Gesellschaft ein, war 1928 Fachwissenschaftlicher Leiter der Gesellschaft für Sexualberatung und Sexualforschung in Wien. Er überwarf sich mit seinen politischen Weggefährten ebenso wie mit Sigmund Freud. Vor den Nationalsozialisten müsste Reich in die USA emigrieren. 1938 – 1940 entdeckte er die »Orgon-Energie«. Ein 1955 verfügtes gerichtliches Verbot der Verwendung seiner Orgon-Akkumulatoren sowie die Verfügung, diese Geräte selbst sowie alle seine Bücher zu vernichten, wurde von Reich nicht akzeptiert. Daraufhin wurde er 1956 zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen „Missachtung des Gerichts“ verurteilt und starb während der Haft am 3. November 1957. Als Todesursache wurde Herzversagen angegeben. – Die „Rede an den kleinen Mann“ ist ein zutiefst menschliches Dokument. Wilhelm Reich verfasste es im Sommer 1946 ohne die Absicht, es je zu publizieren. Es war das Ergebnis der inneren Stürme eines Naturforschers und Arztes, der jahrzehntelang zunächst mit Naivität, dann mit Staunen und schließlich mit Entsetzen erlebte, was der kleine Mann aus dem Volke sich selbst antut; wie er leidet, rebelliert, seine Feinde verehrt und seine Freunde mordet; wie er, wo immer er als 'Volksvertreter' Macht in seine Hände bekommt, sie missbraucht und grausamer gestaltet als die Macht, die er seitens einzelner Sadisten der oberen Klassen zu erleiden hatte. – Die „Rede an den kleinen Mann“ ist eine Abrechnung mit dem Kleingeist, mit Dummheit, tumber Bequemlichkeit und Intoleranz, nicht leicht zu lesen, mitunter auch voller Irrtümer.

Location

Theater am Ziegelbrand
Westwall 21–23
58706 Menden

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