Kunst und Widerstand

Kasper König & Larissa Scheidt im Gespräch mit Regisseur Evgeny Mitta über seinen Dokumentarfilm „Aktion & Strafe“

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Veranstalterinformationen

Kasper König, der Leiter der Skulptur Projekte Münster, wird am Dienstag, 21. März, im Westfälischen Kunstverein mit dem russischen Regisseur Evgeny Mitta über „Kunst und Widerstand“ diskutieren. Ausgangsthema der Podiumsdiskussion ist Mittas neuester Film „Aktion & Strafe“, der die Entstehung und das Wirken des russischen Künstlerinnen- und Aktivistinnen-Kollektivs „Pussy Riot“ dokumentiert. Zu sehen ist er derzeit bei den Russischen Filmtagen im Schloßtheater. – Die jungen Frauen mit den bunten Sturmhauben, Kleidchen und Strumpfhosen haben den verschneiten Lobnoje Mesto erstürmt, ein Steinpodest auf dem Roten Platz in Moskau, von dem früher Zarenerlasse verkündet wurden. Sie bearbeiten ihre Gitarren und singen „Putin hat Schiss“. Das war 2012. Die Bilder gingen um die Welt. – Regisseur Evgeny Mitta zeigt in seinem Film einige der spektakulären Kunst-Aktionen von „Pussy Riot“, zeigt aber auch eindrucksvoll, wie es überhaupt zu diesem weltweit beachteten Phänomen „Pussy Riot“ kam: Der Frust über die mangelnde Gleichberechtigung in der Kunst-Aktions-Gruppe „Wojna“ bringt Nadeschda Tolokonnikowa und Ekaterina Samuzewitsch dazu, eine eigene Gruppe zu gründen. „Pussy Riot“ soll Punk-Rock, Feminismus, politischen Widerstand und Kunst miteinander verbinden – und viele junge Frauen machen mit. Polizistinnen werden auf offener Straße geküsst, auf Bussen und vor Gefängnissen wird musiziert, gegen Autoritäten und Chauvinismus gesungen. – Als der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche Kyril im Jahr 2012 die Präsidentschaftswahl von Wladimir Putin unterstützt, protestieren sie mit dem „Punk-Gebet“. Ihr „Auftritt“ in der Moskauer Christus Erlöser-Kathedrale dauert gerade einmal 40 Sekunden, hat aber weitreichende Konsequenzen. Nadeschda Tolokonnikowa, Marija Aljochina und Ekaterina Samuzewitsch werden verhaftet. Selbst im Gerichtssaal ist die Kamera von Regisseur Mitta dabei. – Mitta zeichnet aber nicht nur die Geschichte von „Pussy Riot“ nach, er stellt die Kunst-Aktionen in einen größeren Zusammenhang und zieht Verbindungen zur alten russischen Tradition des „heiligen Narren“, der selbst vor den Zaren alles aussprechen durfte, zur Revolutionskunst der russischen Avantgarde und den Bildern von Kasimir Malewitsch, von denen die bunte Kleidung der „Pussy Riots“ inspiriert ist. – Der Film „Aktion & Strafe“ ist am Sonntag, 19. März, um 17 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Evgeny Mitta, sowie am Montag, 20. März, um 21 Uhr im Schloßtheater, Melchersstraße 81, zu sehen. – Die Podiumsdiskussion um die Frage nach der gesellschaftlichen und politischen Verantwortung von Kunst beginnt am Dienstag, 21. März, um 19 Uhr im Westfälischen Kunstverein an der Rothenburg. Sie ist eine Kooperation vom Filmclub Münster, der Gesellschaft zur Förderung der Deutsch-Russischen Beziehungen und dem Westfälischen Kunstverein. An der Seite von Kasper König und Evgeny Mitta wird Larissa Scheidt sitzen, Masterstudentin für Curatorial Studies an der Frankfurter Goethe-Universität. Der Eintritt ist frei.

Location

Westfälischer Kunstverein
Rothenburg 30
48143 Münster

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