Gelehrte im Theater: Die Landärztin

Spielfilm von Paul May, mit Einführung

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Veranstalterinformationen

Man liest Sartre und Camus, Günter Grass schreibt DIE BLECHTROMMEL, die Theater spielen Dürrenmatt und Frisch, in der Malerei setzt sich die Abstraktion durch, die Architekten der Wiederaufbaus propagieren das Erlebnis der »Stadtlandschaft«, die documenta öffnet erstmals ihre Tore, die Gruppe 47 postuliert eine neue deutsche Literatur, der Rock‘n Roll tritt seinen Siegeszug an – die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, lange Zeit als restaurativ und kulturell eher langweilig abgewertet, wurden zwar maßgeblich immer noch von den traditionellen Eliten der Zwischenkriegszeit bestimmt, gaben aber auch der im Dritten Reich repressiv unterdrückten Moderne auf einmal ganz unerwartete Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Aus Anlass des 60jährigen Jubiläums seines 1956 errichteten Neubaus, der weltweit architektonische Maßstäbe setzte, widmet sich das Theater Münster im Rahmen der Reihe GELEHRTE IM THEATER mit einem halbjährlichen Veranstaltungsprogramm der Kunst- und Kulturgeschichte der 50er Jahre. 36 Referenten des In- und Auslands entwerfen dabei ein breites Panorama der Nachkriegsjahre und der beiden neuen deutschen Staaten in ihren Anfangsjahren. Mit Beiträgen zu Architektur, Literatur, Malerei, Theater, Musik und Kabarett, Möbelkunst, Design und Mode und einem umfänglichen Filmprogramm ab Januar 2017 wird an das wiedererwachende kulturelle Leben nach 1945 erinnert, das sich zwischen Kontinuität und Neubeginn entfaltete. *********** FILMPROGRAMM: Mit 20 Filmklassikern der 50er Jahre startet das Theater Münster in Kooperation mit dem Schloßtheater Münster am kommenden Sonntag, 15. Januar sein begleitendes Filmprogramm zu der Vortragsreihe „Als der Krieg zu Ende war … Die Künste nach 1945“. Das Spektrum der Filme reicht von dem Skandalfilm „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef bis zu Bernhard Wickis Anti-Kriegsdrama „Die Brücke“, dem Heimatfilm „Grün ist die Heide“ bis zum „Mädchen Rosemarie“ über Frankfurts Edelprostituierte Nitribitt im Frankfurt der Adenauer-Ära. Die von dem Filmhistoriker Friedemann Beyer (Berlin) kuratierte Reihe öffnet den Blick auf ein vielfach unterschätztes Kapitel der deutschen Filmgeschichte: Der deutsche Nachkriegsfilm galt gemeinhin als ein Ort der Verdrängung, der zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder ein „bilderloses Vergessen“ und die seelische Balsamierung der Zuschauer förderte. Eine eingehende Analyse der Filmproduktionen der späten 1940er und 1950er Jahre beweist jedoch, dass sich Themen wie Heimatverlust, Kriegsschuld, Massenvernichtung und Exilerfahrung durchaus als virulente Topoi in den Filmproduktionen der Besatzungszeit und der beiden deutschen Staaten finden lassen. Unter dem Titel „Zwischen Trümmerfilm und Schnulzenkartell“ referiert Friedemann Beyer am Sonntag, 15. Januar um 11.00 Uhr im Schloßtheater Münster zunächst über das deutsche Kino der Nachkriegszeit. Im Anschluss wird mit Harald Brauns Heimkehrerdrama „Zwischen gestern und morgen“ der erste in der amerikanischen Besatzungszone gedrehte Spielfilm aus dem Jahr 1947 gezeigt. Karten sind an der Theaterkasse (Tel. 5909-100) und an der Kinokasse (Tel.: 22579) erhältlich. Der Eintritt beträgt 7,- €, bei Buchung einer Auswahl von 15 Filmen je 5,- €.

Location

Schlosstheater
Melchersstr. 81
48149 Münster

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Gelehrte im Theater

Die Veranstaltung Die Landärztin gehört zu der Veranstaltungsreihe Gelehrte im Theater.
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