Lust for Life

Mark E. Smith / The Fall Special mit The Beauty & The Beast

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Mark E. Smith / The Fall – Meister des Neinsagens Mark E. Smith von der Band The Fall war einer der letzten Bewahrer des Punk-Erbes. Konsequent sogar in der Verweigerung des Sich-Verweigerns. – Ein Nachruf (DIE ZEIT 25.01.18) Von ihm hätte man gedacht, dass er niemals stirbt. So monolithisch, unbeugbar, nicht anzufechten stand Mark E. Smith in den Stürmen der Zeit. Und wenn er nicht stand, dann wanderte er während seiner Konzerte in Schlangenlinien und Kreisen bucklig und missgelaunt zwischen seinen Musikern umher, um mit seiner unvergleichlich nölenden Stimme mit ihrem unvergleichlich charismatischen Groove vom Immergleichen zu künden. Die Welt dreht sich weiter? Hier dreht sich nichts, außer der Ewigen Wiederkunft. „This is the three Rs: repetition, repetition, repetition“, hatte der Mann mit dem verknautschten Gesicht schon vor mehr als 40 Jahren gekrächzt, auf den allerersten Konzerten seiner Gruppe The Fall. „Wiederholung – Wiederholung – Wiederholung“, dieses Mantra hat Mark E. Smith bis auf den letzten Tag wiederholt. – The Fall gründeten sich nach dem Besuch eines Sex-Pistols-Konzerts 1976 in Manchester, jener Plattenbauwüste im Nordwesten Englands, die der Entwicklung von schlechter Laune und nihilistischem Denken seit jeher besonders günstige Umstände schuf. Die Sex Pistols sangen ganz allgemein von „No Future“; Mark E. Smith blickte hingegen in einem seiner ersten Stücke ganz konkret in die Zukunft jener Arbeiterkinder, zu denen er selbst gehörte. Bingo-Master’s Break-Out! handelte von den Vergnügungshallen, in denen seine Eltern nach der Fron ihrer entfremdeten Tagesarbeit ihre triste Freizeit verbrachten. Am Ende entschließt sich der Bingomeister, seinem elenden Dasein mit einer Handvoll Pillen dauerhaft zu entfliehen. – Keine Utopie, nirgends: Auch die Musik von The Fall blieb radikal im Diesseits. Wenn sie den Verhältnissen zu entfliehen versuchte, dann indem sie sich derart schnell in der Immanenz drehte, bis der Schwindel im Kopf denselben befreite. Sie übernahmen den revolutionären Dilettantismus der frühen, Prog-Rock und Hippies hassenden Punks. Doch übersteigerten sie ihn zu einem sphärischen Primitivismus: Das Stammesgetrommel von alten, sich ihrer Virtuosität erfolgreich entledigenden Krautrockern wie Can hallte darin ebenso nach wie der Stumpfsinn der neuen, niemals auch nur in die Nähe irgendeiner Virtuosität gelangenden Drei-Akkord-Punks. – Die legendäre Besetzung der ersten The Fall feuerte Mark E. Smith schon nach dem Debüt Live at the Witch Trials aus dem Jahr 1979. Die Organistin Una Baines und der Gitarrist Martin Bramah entwickelten dann in den Achtzigerjahren mit ihrer Gruppe Blue Orchids den Sound der Wiederholung weiter ins Psilocybinesk-Psychedelische. Smith hingegen arbeitete fortan mit im Monatsrhythmus ausgewechselten Mietmusikern – darunter auch Lebensabschnittspartnerinnen und Ehefrauen wie die fabelhafte Brix Smith – an der Perfektionierung seines amphetamingetriebenen Dadaismus: eine schwer definierbare, jedenfalls idiosynkratische Mischung aus Sprechgesang, Publikumsbeschimpfung und rhythmischem Sich-Beschweren, über kantig dahintatternde Akkordschemata gelegt.

Location

Blue Shell
Luxemburger Str. 32
50674 Köln

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