Das Kind und der Krieg

Dokumentartheater des Svetlana Fourer Ensemble

Was

Theater & Tanz

Wann


Diese Veranstaltung ist bereits vorbei!

Veranstalterinformationen

Svetlana Fourer Ensemble – Dokumentartheater „Das Kind und der Krieg“ in Kooperation mit Nationaltheater Ivana Franka (Ukraine), Teatr.doc(Russland) und Wsewolod-Meyerhold-Zentrum, Kiew. – Unter dem Obertitel „Das Kind und der Krieg“ präsentiert das Svetlana Fourer Ensemble einen dokumentarischen Theaterabend mit drei Produktionen á ca. 55 Min. (mit je 10 Min. Pause zwischen den Stücken): – ***********10./16./17.11.2017: Publikumsgespräche mit den beteiligten Ensembles im Anschluss an die Vorstellungen – ca. 22:30 Uhr*******Svetlana Fourer Ensemble: „Das Kind und der Krieg“ – in Kooperation mit National Theater Ivana Franka*****Textfassung Svetlana Fourer, nach den Erzählungen von Svetlana Aleksejewitsch, Klawa Leybova und Interviews mit Zeitzeugen****„Ungefähr zwischen 6 und 16 Jahren hab ich oft ein und denselben Traum gehabt. Dass ich gleich jetzt, wenn ich aufwache, sofort in dem Moment, ohne jede Verzögerung, aufspringen muss und das Haus verlassen muss. Weggehen. Sofort. Ohne jede Verzögerung. Nichts mitnehmen, nichts, sei es mir noch so wichtig oder teuer oder wertvoll. Gar nichts. Alles zurücklassen und rennen, rennen, was das Zeug hält. So schnell wie ich nur kann. Aber das Wichtigste – unverzüglich – Sofort! weg, raus, fort. Und das war das einzige Gefühl in dem Moment – oder das einzige was ich in diesem Moment ganz klar verstand. Woher kommt dieser Traum?“ „Vika: Ein Bekannter hat mir mal gesagt: „ Vika, gettoisiere dich nicht."…. – Er meinte es so, dass ich mich mit meinem Verhalten gettoisiere. Aber manchmal ist es einfach so, …. dass ich wie vor einer Grenze innerlich stehe, über die ich nicht drüber kann… oder man traut sich nicht über diese Grenze. Manchmal verstumme ich einfach – weil ich denke – wie soll ich es erklären? – Ursula: Ja. Geht mir auch so. Und dann kommt man manchmal nicht drüber über die Grenze, um sprechen zu können.“************Andrij May, Nationaltheater Ivana Franka und Wsewolod-Meyerhold-Zentrum, Kiew****Das Kind und der Krieg, oder Fräuleinstadt****Die Geschichten von drei Frauen: Die eine wurde während des zweiten Weltkriegs als Kind nach Sibirien evakuiert. Die andere wurde zusammen mit den Eltern als Zwangsarbeiterin in ein deutsches Städtchen verschleppt. Die dritte überlebte ein Jahr lang die Besatzung einer südukrainschen Stadt in einer Grube. Städte, Erinnerungen, das Leben eines kleinen Mädchens in einem großen Krieg, Fragen an unsere Vergangenheit aus unserer Gegenwart. Das Stück verwendet die direkte Rede (Interviewaufzeichnungen) von drei Frauen, die den Zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt haben. Die zerbrechliche Welt eines Kindes, das vom Krieg plötzlich zum Erwachsenenwerden gezwungen wurde, Fetzen von einprägsamen Ereignissen, Ängste und Freuden junger Mädchen. Die Autoren interpretieren die Vergangenheit neu, denken über den Krieg damals und heute nach, versuchen in die Zukunft zu blicken und sich selbst und den Zuschauer zu fragen: Wie geht es weiter? „Svetochka war eine sehr gute Schülerin. Ich erfuhr erst nach einer Weile, dass Stalin ihr Vater war“. „Ich habe Hitler gesehen. In meinem Traum kam er mit einer riesigen Porzellanpuppe. Ohne Kopf“. „Es war sehr lange still. Es war niemand da, und ich entschloss mich, aus der Grube hochzuklettern. Die Vögel schrien so laut. Und ich wurde blind. Ich habe in dem Jahr noch keine Sonne gesehen.“****Ein Projekt des Nationaltheater Ivana Franka und Wsewolod-Meyerhold-Zentrum, Kiew (Ukraine)***********Teatr.doc****Das Kind und der Krieg – „Smolenzina"***Nach Dokumentarmaterial aus dem Dorf Dolgoljadije, Smolensk Oblast******Für „Smolenzina“ wurde Dokumentarmaterial aus dem Dorf Dolgoljadije, Smolensk Oblast benutzt. Das Dorf zählt insgesamt noch 15 Bewohner. Einige von Ihnen erlebten den Krieg als Kinder und erinnern sich auch heute noch an alles. Das Dorf Dolgoljadije stand zwei Jahre lang, von Juli 1941 bis August 1943, im Zentrum des Kampfes um Smolensk. Zwei Jahre lebten die Kinder unter der Besatzung und erlebten den Krieg hautnah. „Als die Truppen 1945 abzogen, haben die Dorfleute unsere Soldaten in Massengräbern beigesetzt, und die Deutschen wurden „nur so halbwegs zugebuddelt“. Und davon vermehrten sich die Wölfe sehr stark – die hatten auf einmal gut zu fressen. Deswegen mussten die Kinder mit den Fackeln zur Schule gebracht werden, sonst griffen die Wölfe an“. „Vater geriet in die Wlassow-Armee – der Wlassow, der zu den Deutschen übergelaufen ist – und so gilt unser Vater als verschollen. Dann kehrte er heim. Die Dorfkinder hörten, wie man unserer Mutter zurief: „Dascha, dein Mann ist an der Station“ – die Kinder hörten es von der Verkäuferin der Käsefabrik, die damals noch lief… Ja, diese Verkäuferin ist durch die Dörfer auf einer hornlosen Kuh, statt eines Pferdes, gefahren, sie sagte also: „Nikifor ist heimgekehrt“ – und dann sind nicht nur Nikifors Kinder, meine älteren Geschwister, zur Bahnstation gelaufen, um ihn abzuholen, sondern das ganze Dorf, all die Kinder, deren Väter nicht vom Krieg zurückgekommen sind, sind die ganzen sieben Kilometer zur Station gelaufen und riefen „Vati ist zurück!“.***Künstlerische Leitung – Elena Gremina, ZaremaZaudinova, Michail Ugarov Darsteller: Anton Ilyin, Nikolay Mulakov, Viktor Kuzin

Location

Alte Feuerwache
Melchiorstr. 3
50670 Köln

Powered by Logo der yourSHOUTER UG (haftungsbeschränkt) yourSHOUTER