And The Golden Choir

Indie, Pop

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Veranstalterinformationen

AND THE GOLDEN CHOIR – „BREAKING WITH HABITS“ (02.02.2018)*****Tobias Siebert hätte auch einfach am Dogma festhalten können. „Nachdem es so gut lief mit der ersten Platte, meinte ein Freund zu mir: Mach genau so ein Album noch mal. Und als er das sagte, war mir klar, dass ich auf keinen Fall in dieser Form bleiben will. Ich will immer weitergehen.“ Deshalb setzt Breaking With Habits fort, was im Januar 2015 mit Another Half Life begann, aber die Mittel haben sich geändert. And The Golden Choir entsteht immer noch in Sieberts Studio in Kreuzberg, wo sich die Instrumente stapeln und er abends Kerzen anzündet, wenn elektrisches Licht zu harsch wäre. Er macht das immer noch alles alleine, ein himmlischer Chor aus lauter Ichs und ein strahlendes Orchester aus lauter Multiinstrumentalisten, die allesamt aus ihm bestehen. Er denkt sich nichts vorher aus, er schreibt die Songs, während sie entstehen. Aber anders als beim ersten Album erlaubt er sich nun auch digitale Komponenten im Analogen. – And The Golden Choir ist bis obenhin mit verschiedensten Instrumenten vollgespielter Pop, der sich von Ideen aus experimenteller Elektronik, Indierock, Gospel, Avantgarde und orchestralen Klängen inspirieren lässt und trotzdem nie überladen wirkt. – Der funkelnde Popsong Air Fire Water wird von einem Windspiel eingeleitet, das die Elemente repräsentiert. Im mysteriösen The Garden kann man seine musikalische Liebe zu Dead Can Dance und zu bulgarischen Ornamentikgesängen hören. Breaking With Habits definiert, was Weltmusik auch bedeuten kann: Ein Album eines einzelnen Menschen in Berlin-Kreuzberg, das sich nach so viel mehr anhört. Songs, die eine ganz eigene Welt aus Wärme und Eleganz erschaffen, in der die Geister nur ganz leise spuken. – Der Song Clocks entstand als eine Art Abgesang auf die unzähligen Uhren, die in seinem Elternhaus ticken, und macht daraus ein wunderbar düsteres Marimbastück über Zeit und Drang. Worum es in seiner Musik wirklich geht, merkt auch der Künstler oft erst hinterher. „Ich bin da ein bisschen esoterisch“, gibt er zu. „Ich glaube, dass sich Dinge aus dem Unterbewusstsein in den Stücken verankern, aber dass ganz viel davon erst später klar wird.“ Die Songs auf Breaking With Habits handeln wie schon die auf Another Half Life von der Liebe und vom Leben, aber auch die Weltpolitik hat sich in Stücken wie My Lies oder How To Conquer A Land eingeschlichen. Der goldene Chor sitzt in seiner Kammer, aber er macht die Fenster auf. – Unterwegs hat sich Siebert schon nach dem letzten Album geöffnet und einige Konzerte mit Band gespielt. „Auf Tour zu sein ist für mich wie Urlaub“, sagt er. Die alten Stücke will er weiter mit den Schallplatten spielen, die er dafür hat pressen lassen, um sich selbst zu begleiten, und für die neuen ein Tonbandgerät danebenstellen. Es ist viel los bei And The Golden Choir. Mit einem Dogma zu brechen heißt schließlich nicht, dass man etwas verliert, sondern dass man umso mehr dazugewinnt.

Location

Stadtgarten
Venloer Str. 40
50672 Köln

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