Sehnsucht Heimat

Werke von Dvorák, Smetana

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Oper & Klassik

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Das Habsburger Wien war bis dahin Messlatte allen Lebens in Prag gewesen. Die neue tschechische Nationalbewegung riss auch die Komponisten mit. Antonín Dvorák ließ sich inspirieren – und schrieb später in Amerika ein Epochenwerk für Cello, eine Art „Ben Hur“ der Musikgeschichte, im „böhmischen Tonfall“, um seinem Heimweh Ausdruck zu geben. – Es wurde das bedeutendste Werk für Cello seiner Gattung, eines der beliebtesten Werke für Cello überhaupt. Dvoráks Freund Johannes Brahms neidete ihm das Werk: „Hätte ich gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann, hätte ich es schon längst selber versucht!“ Julian Steckel, seit dem Gewinn des ersten Preises beim ARD-Wettbewerb und dem „ECHO-Klassik“ einer der Stars seiner Zunft, spielt im KlassikSommer dieses Monumentalwerk. – Im Taumel tschechischen Nationalgefühls, nach der Wiederherstellung der tschechischen Verfassungsrechte 1860, geriet auch Smetana in den Sog der Bewegung, obwohl er damals in Göteborg lebte. 1874 begann er, „Die Moldau“ zu komponieren. Die Idee zu einem solchen Naturgemälde in Tönen war Smetana bereits in den 60er-Jahren gekommen. Nun sollte es ein Zyklus werden – ein musikalisches Epos, das von Erfolgen und Niederlagen der böhmischen Geschichte erzählt, von der heimischen Sagenwelt und zudem Landschaftsportraits nachzeichnet. „Ma Vlast“ – „Mein Vaterland“ wurde sein bekanntestes Werk, ja das wichtigste tschechische Orchesterwerk überhaupt. Die Nordwestdeutsche Philharmonie unter Leitung von Frank Beermann folgt Smetana an die Königsburg „Vyšehrad“ und die „Vltava“, die Moldau entlang, erzählt Geschichten vom Sieg der Amazonenkönigin Vlasta und malt musikalisch ein Landschaftsportrait „Aus Böhmens Hain und Flur“. Nur neunzehn Tage brauchte Smetana, um „Die Moldau“ fertigzustellen. Als er die beiden Sätze „Tábor“ und „Blaník“, laut Smetana „vaterländische Bekenntnismusik“, zum Schluss an den Zyklus anhängte, konnte er die umjubelte Uraufführung in Prag, bei der er mit Kränzen geehrt und mit orkanartigem Applaus gefeiert wurde, selbst nicht mehr hören – er war mittlerweile vollständig taub.

Location

Alfred-Fischer-Halle
Sachsenweg 8
59073 Hamm

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