Fichtes Theorie des Unbewussten

Vortrag von Petra Lohmann / Seminargebäude

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Seit Freud ist „keine Bewußtseinsphilosophie mehr sinnvoll, die nicht zugleich eine Philosophie des Unbewussten ist“ und die „nicht auch“ die Beziehung [der Rationlität] zum ‚Irrationalen’“ (G. Böhme/H. Böhme 1985, S. 11) berücksichtigt. Während es „in der Forschung […] weitgehend unbestritten [ist], dass [in der Vorläuferschaft zu Freud] mit der Philosophie Schopenhauers ein bedeutender Schritt zur Entwicklung einer Theorie des Unbewußten verbunden ist, die in der Psychoanalyse eine klassische Gestalt erhalten hat“ (Koßler 2005, S. 180), würde man bei Schopenhauers Lehrer Fichte einen solchen Bezug auf das Unbewusste eher nicht vermuten, weil man ihn zu sehr auf das rein Spekulative einschränkt, so dass man ihm einen Schopenhauer ähnlich wirkungsmächtigen Vorbildcharakter für einen Anknüpfungspunkt an die Naturwissenschaften abspricht. Der Vortrag zielt auf die Widerlegung dieser vereinseitigenden Sichtweisen auf Fichte, indem erstens Fichtes Bezugsrahmen seiner Bestimmung des Unbewussten nachgezeichnet wird, der sowohl formale als auch faktische Aspekte des Unbewussten umfasst und deutlich macht, dass Fichte zwischen der Funktion des Unbewussten für den Aufbau des Systems der Wissenschaftslehre und der Funktion des Unbewussten als Bewusstseinsmodus für die Genese des Realitätsbewusstseins des Ich unterscheidet. Auf dieser Basis lässt sich am Beispiel von Helmholtz’ (1821-1894) Theorie des unbewussten Schlusses nachweisen, dass und wie Fichte mit seiner Theorie des Unbewussten auf die naturwissenschaftliche Psychologie Einfluss genommen hat.

Location

Fernuniversität
Universitätsstr. 11
58097 Hagen

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