Zirkus + Boris Gott

Balkan-Pop

Was

Konzerte

Wann


Diese Veranstaltung ist bereits vorbei!

Redaktion

Ein Doppel-Deal der besonderen Art: Boris Gott bringt stahlharte Songs aus dem dunklen Herzen des Ruhrgebiets. Kritisch, komisch und skurril ist sein Liedgut. Zirkus zelebrieren satten Balkan-Pop zwischen Melancholie und Lebensfreude.

Veranstalterinformationen

BORIS GOTT singt stahlharte Lieder aus dem dunklen Herzen des Ruhrgebiets: Kritisch. Komisch. Skurril. Nach dem beachtlichen Erfolg des Debut-Albums BUKOWSKI-LAND aus dem Jahre 2007 (LANGSTRUMPF/CARGO) widmet sich die Nachfolge-CD „NORDSTADT“ ganz konkret dem Leben auf der Schattenseite des Ruhrgebiets: In den Liedern erzählt BORIS GOTT einen Geschichten-Zyklus aus der Sicht des Nordstadt-Underdogs: mal erlebt er den unbeschwerten, blauen Samstag im Bett seiner Freundin, mal träumt er sehnsüchtig vom unerreichbaren Uptown-Girl, dem "Mädchen aus der Südstadt". Dann zieht er nach durchtanzter Nacht heimwärts, vorbei an Pennern und Junkies und empfindet trotz des offensichtlichen Elends eine tiefe Verbundenheit mit seiner Stadt. Mit unkonventionellen Texten und ausgereiften Arrangements schreibt er den authentischen Soundtrack vom Leben im Schatten der Republik und öffnet die Tür zum Dortmunder Norden, einem typischen, vom Strukturwandel gebeutelten Ruhrgebiets-Stadtteil: über 100 verschiedene Nationalitäten, Döner-Buden, Trinkhallen, Arbeitslosigkeit, das laute, harte Leben auf der Straße. BORIS GOTT nimmt den Hörer mit auf eine Reise in die bunte, bizarre Welt jenseits der Bahnschienen. Doch die Grenzen zwischen Nord- und Südstadt, zwischen Mittelklasse-Golf und kaputtem Damenrad, zwischen allein erziehender Anwaltstochter und Hartz IV-Familie werden flüssig und der geneigte Betrachter erkennt auch ein Stück von sich selbst in den Liedern, die von Herzen kommen – denn etwas Nordstadt sind wir alle! Am Eröffnungstag der Olympiade 1972 in Kehl am Rhein an der französischen Grenze geboren lebt und arbeitet BORIS GOTT seit Juni 2000 in der Dortmunder Nordstadt. Mit seinem Weltrekord „PommesBudenTourRuhr 2009 – live in 20 Pommesbuden in 20 Städten an 1 Tag“ ist er im ganzen Ruhrgebiet einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Bis 2003 spielte er in der Deutsch-Rockgruppe COUCHGOTT (1. Platz WDR & RVM Wettbewerb 2002; 2. Platz DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 1999; 3.Platz TRIEBWERK 1999). //// ZIRKUS: "Was wäre wenn?" ist eine genauso überflüssige wie häufig gestellte Frage. Manche stellen sie sich, wenn sie die vermeintliche Liebe ihres Lebens kennenlernen: "Was wäre gewesen, wenn wir nicht beide zu dieser oder jener Party gegangen wären? Oder was wäre gewesen, wenn wir uns nicht in der selben Schlange im Supermarkt angestellt hätten? Hätten wir uns jemals kennengelernt? Hätten wir uns jemals lieben gelernt?" Andere wiederum stellen sich dieselbe Frage nach der Trennung von der vermeintlichen Liebe ihres Lebens: "Was wäre gewesen, wenn ich nicht so ein großes Arschloch gewesen wäre? Wären wir dann noch zusammen?" Das Leben ist ein großer Zirkus und wir alle sind Hochseilartisten, die stets auf einem schmalen Grat wandern. Jede unserer Lebensentscheidungen beeinflusst den weiteren Verlauf. Wir balancieren, wir schreiten voran, wir fallen. Wir landen weich im aufgespannten Netz oder auf dem harten Boden. Wir stehen wieder auf oder bleiben liegen. Im Falle unserer Band müsste die Frage heißen: "Was wäre gewesen, wenn in den frühen 90er Jahren kein nationalistisches Gedankengut in Jugoslawien Fuß gefasst hätte? Was wäre gewesen, wenn in diesem ethnisch heterogenen Fleckchen Erde die Menschen, die zuvor noch in direkter Nachbarschaft friedlich miteinander gelebt haben, nicht von einem Moment auf den anderen angefangen hätten, sich blutig zu bekriegen, betäubt und mitgerissen von der Propaganda machthungriger Politiker? Wahrscheinlich wäre dann ein damals noch achtjähriger Junge namens Anis Micijevic nie als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er hätte weiter im Kreise seiner Familie aufwachsen und ein geregeltes Leben führen können. Vielleicht hätte er sein Leben lang Deutschland nie gesehen. Aber so sollte es nicht sein. Es sollte sein, dass er nach Deutschland kommt, unter widrigen Umständen die ihm gänzlich unbekannte Sprache lernt und seine Schulzeit im ländlichen Oberschwaben verbringt, mitten im nirgendwo. Es sollte sein, dass er nach Dortmund zieht, um zu studieren und die liebenswerten, bodenständigen und unaffektierten Menschen des Ruhrgebiets kennenzulernen. Es sollte sein, dass er hier eine zweite Heimat findet. Es sollte sein, dass er in Dortmund Menschen trifft, die mit ihm Musik machen wollen. Menschen wie Lars Wege, der mit Sticks und Trommeln die Takte seines Lebens spielt. Menschen wie Stephan Preuß, der mit tiefen Bässen seine Seele massiert. Menschen wie den mazedonischen Tastenkünstler Time Gorgiev, der aus dem Stand jeden Stil spielen kann. Menschen wie Anke Muckenhaupt, die den Zirkus-Sound mit ihrem Cello und ihrer Stimme veredelt. Zusammen wollen sie nun dem Publikum Kompositionen und Attraktionen präsentieren. Manege frei für den großen Zirkus des Lebens! Pathetischen Worten wie diesen sollen ästhetische Taten folgen. Manege frei für die musikalischen Hochseilartisten, die zwischen Melancholie und Lebensfreude balancieren! Wir tanzen, während wir weinen.

Location

Unperfekthaus
Friedrich-Ebert-Str. 18–20
45127 Essen
Datenschutz