Vokalensemble Seicento vocale

Werke von Salamone Rossi, Johann Hermann Schein

Was

Oper & Klassik

Wann

Veranstalterinformationen

Salamone Rossi (um 1570–1630): – Rossi, der in Mantua und Venedig lebte, ist der erste jüdische Komponist von dem es gedruckte Noten gibt. Er gehört ins Umfeld von Claudio Monteverdi. Seine Kompositionen im Madrigalstil zur jüdischen Liturgie erregten das grosse Aufsehen seiner jüdischen Zeitgenossen. Sie sind ein sehr frühes Zeugnis der Akkulturation der italienischen Juden an die Mehrheitsgesellschaft. – Insbesondere das liberale Judentum entdeckte seine Stücke von neuem und führt sie bis heute in den USA im Synagogengottesdienst auf. Die Keduscha, die „Heiligung“, ist Teil des Achtzehnbitten-Gebets und somit ein zentraler Bestandteil jedes jüdischen Gottesdienstes. Das Hallel gehört zum jüdischen Morgengottesdienst, während das Kaddisch das Totengebet ist, aber auch das jüdische Gebet unterteilt. – Pijutim sind synagogale Dichtungen, die im Laufe der Jahrhunderte hinzukamen und regional unterschiedlich vorgetragen werden. – ******** Johann Hermann Schein (1586–1630): – Schein stammt aus Sachsen. Seine wichtigste Stelle war die Thomasschule in Leipzig, wo er als Thomaskantor – Vorgänger J. S. Bachs – für den Unterricht der Schüler, die musikalische Gestaltung der Gottesdienste zweier Hauptkirchen und die Komposition von geistlicher Musik für die Knaben der Schule verantwortlich war. Seine Musik steht an der Wende zwischen Renaissance und Frühbarock. Er gilt als Vorreiter im Bereich der Instrumentalsuite, des deutschen Kunstliedes und der Motette des Frühbarocks. Seine Sammlung „Fontana d’Israel. Israelis Brünnlein“ (1623), aus der wir musizieren werden, enthält 26 fünfstimmige Motetten nach größtenteils Texten der Hebräischen Bibel. Der Komponist bezeichnet sie als „geistliche Madrigale italienischer Manier“: Dies stellt eine der interessantesten Mischformen geistlicher und weltlicher Musik des frühen 17. Jahrhunderts dar. Die einzelnen Stücke sind geprägt von bildhafter Textausdeutung nach italienischem Madrigal-Vorbild und tiefer, spiritueller Prägung deutscher protestantischer Motettenkunst: Bildlichen Figuren, raschen Wechseln von imitierendem und homophonem Satz, von ruhiger und rascher Rhythmik steht eine Motettentradition gegenüber, die eine übergroße Virtuosität und damit Vereinzelung der Stimmen verhindert, formale Strukturen schafft und somit die Werke im protestantischen Gottesdienst verwurzelt. Der instrumentale Bass ist schon erstaunlich modern gedacht.

Location

Alte Synagoge
Edmund-Körner-Platz 1
45127 Essen

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