Feuer und Flamme für die Wahrheit

Hexenverfolgungen und deren Gegner im 16. und 17. Jahrhundert: Vorträge, Workshops, Podium

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exenverfolgungen in kirchengeschichtlicher Perspektive Magie, Hexerei, Schadenzauber – Begriffe für ein neues Feindbild im Spätmittelalter Verfolgungen, insbesondere gegen Frauen, setzten ein und fanden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt in Mitteleuropa. Mitverantwortlich für diese „Hexenjagden“ waren Theologen aus allen Konfessionskirchen. Die inhaltlichen Grundlagen dieser Verfolgungen wurden im Spätmittelalter gelegt, jedoch im 16. Jahrhundert neu aufgenommen und weitergeführt. Wie sahen die theologischen Argumentationen von Gegnern und Befürwortern der Verfolgungen aus? Und worin bestanden die kirchenpolitischen Absichten dieser Theologen? – Referent: Prof. Dr. Andreas Mühling, Universität Trier. /// Der Arzt Johann Weyer und der Theologe Friedrich Spee – Zwei wegweisende Kämpfer gegen die Hexenprozesse am Niederrhein und ihre ökumenische Bedeutung Die beiden wichtigsten Kampfschriften gegen die schrecklichen Hexenprozesse sind „De praestigiis daemonum“ von Johannes Weyer 1563 und die „Cautio criminalis“ von Friedrich Spee 1631. Beide Autoren haben Beziehungen zum Niederrhein: Der Niederländer Weyer (Wierus) war Leibarzt von Herzog Wilhelm III. von Jülich-Kleve-Berg, Friedrich (von) Spee ist in Kaiserswerth geboren und hat in Köln gewirkt. Weyer und Spee argumentierten ganz unterschiedlich aus medizinischer oder juristischer Sicht, ohne dass die Konfession dabei eine Rolle spielte. – Referent: Prof. Dr. Gunter Franz, Universität Trier „Dass sie lebendig verbrennet würde“ – Der Düsseldorfer Hexenprozess von 1737/38 „Dass sie lebendig verbrennet würde“, wenn bewiesen werden könne, dass sie eine Hexe sei, äußerte der Richter im Hexenprozess Helena Curtens gegenüber drohend. Das 15-jährige Mädchen entgegnete, sie fürchte dies nicht, denn sie sei sicher, „in den Himmel zu kommen“. Gemeinsam mit ihrer Mitangeklagten Agnes Olmans , 48 Jahre alt, starb sie bald darauf im Sommer 1738 auf dem Gallberg in Grafenberg den Feuertod. Mehr Glück hatte Sibilla Olmans, 16 Jahre alt. Man hatte sie mit den beiden anderen Frauen eingekerkert, weil sie aus Lehm und Holz lebendige Tiere wie Mäuse oder Küken gezaubert habe. Sie wurde freigelassen.

Location

Haus der Kirche
Bastionstr. 6
40213 Düsseldorf

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