b.26

„Bournonville Divertissement“ von August Bournonville + „Dark Elegies“ von Antony Tudor + „One“ von Antony Tudor / Orchester der D'dorfer Symphoniker

Was

Theater & Tanz

Wann

Veranstalterinformationen

BOURNONVILLE DIVERTISSEMENT August Bournonville Berühmte Namen wie Hans Christian Andersen, Søren Kierkegaard oder Bertel Thorvaldsen sind untrennbar mit der kulturellen Blüte Dänemarks in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verknüpft. In eine Reihe mit diesen Künstlern ist auch August Bournonville (1805–1879) zu stellen, der den Tanz ausgehend vom Königlich Dänischen Theater in Kopenhagen zu einer der wichtigsten Künste des Landes machte und neben Marius Petipa zu den bedeutendsten Ballettschaffenden dieser Zeit zu zählen ist. Seine Choreographien voll filigraner Leichtigkeit, Eleganz und Esprit strahlten nach ganz Europa aus: Kopenhagen wurde zu einer der wichtigsten Stätten des Tanzes, vergleichbar mit Paris oder später St. Petersburg. Beflügelt durch seine vielfältigen Reiseeindrücke schuf Bournonville insgesamt über 50 Ballette, in denen er die Besonderheiten einer Stadt in volkstümlichen Szenen nachstellte, so auch in seinen Meisterwerken „Napoli“ von 1842 und „Blumenfest in Genzano“ von 1858 – zwei seiner bis heute im Repertoire erhaltenen Werke, zu denen er durch seine Italienreisen inspiriert wurde. DARK ELEGIES Antony Tudor Es ist ein Ritual des unfassbaren Schmerzes und der tiefsten Trauer, das Antony Tudor (1908–1987) in seinen „Dark Elegies“ zu Gustav Mahlers „Kindertotenliedern“ für Bariton und Orchester vor unseren Augen ausbreitet: Eine Dorfgemeinschaft hat sich zusammengefunden, um den Tod ihrer Kinder zu beklagen. Ruhig und entschlossen wirken die Tänzerinnen und Tänzer, suchen keinen Trost beim anderen – und doch ist es das Miteinander aller, das ihnen Kraft schenkt. Gebets- und Andachtshaltungen, aber auch Volkstanzelemente bilden die Basis von Tudors Bewegungssprache, werden aber durch Dehnungen, Überzeichnungen und Erweiterungen zum einen aufgebrochen, zum anderen der linearen Strenge des klassischen Balletts unterworfen. Erinnern die Gruppensequenzen in ihrer großen Klarheit und Kargheit an die Wucht antiker Tragödienchöre, so wirken die Soli mit ihren verzweifelten Sprüngen und zusammenfallenden Gesten wie schmerzhafte emotionale Ausbrüche. – ONE Terence Kohler Es sind kräftige, energiegeladene Szenen, mit denen der australische Choreograph Terence Kohler sein Ballett „ONE“ eröffnet. Immer wieder stürzen neue Tänzerformationen auf die Bühne, in verschiedenen Gruppen, manchmal auch vereinzelt. Es ist ein Anrennen, ein Kämpfen, ein Ringen, für das der Raum, den Verena Hemmerlein entworfen hat, keinen Ausweg bietet: riesige monolithische Säulen, Blöcke wie Basalt, auf denen die Zeit feinste Spuren hinterlassen hat. Zu Johannes Brahms’ Sinfonie Nr. 1 ist für das gesamte Ensemble des Balletts am Rhein eine Choreographie entstanden, in der sich die Bilder des Kampfes und der Bedrängnis immer mehr in Momente der Befreiung auflösen – zunächst der von Brahms angelegten Dramaturgie „Durch Nacht zum Licht“ folgend hinein in ein großes Solo der Tänzerin Yuko Kato, über das Marieluise Jeitschko auf tanznetz.de schrieb: Dieses „überbordend lebensfrohe, energiegeladene, technisch unglaublich geschmeidige Solo zum heiteren Allegretto dürfte in die neuere deutsche Tanzgeschichte eingehen.“ Doch das Schaffen neuer Werke ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Gegenwart – eine Gegenwart, deren brennende Fragen sich nicht immer unbedingt beantworten lassen. Und so entschied sich Terence Kohler ganz am Schluss sein Ballett an die Musik zurückzugeben, nur noch die Töne sprechen zu lassen – und den Raum, der still dasteht.

Location

Opernhaus
Heinrich-Heine-Allee 16a
40213 Düsseldorf

Powered by Logo der yourSHOUTER UG (haftungsbeschränkt) yourSHOUTER