Das Schweigen meines Vaters

Lesung in deutscher und französischer Sprache mit Doan Bui

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Kennt man jemals den anderen? Der Vater von Doan, einer jungen Frau, die als Kind vietnamesischer Eltern in Frankreich aufwächst, wird Opfer eines Schlaganfalls und kann nicht mehr sprechen: er lebt jetzt in Schweigen gehüllt, kann nur „O“ – und „A“ Laute von sich geben. Da wird der jungen Frau Doan bewusst, dass sie eigentlich nichts von ihm weiß, von seiner Vergangenheit, von seiner Herkunft. Jetzt ist es zu spät, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Dies ist schicksalhafte Ironie: sie, die von Berufs wegen Fragen stellt, weil sie Journalistin ist, sie, die Migranten aus aller Herren Länder interviewt hat, hat nie ihren eigenen Vater befragt. Sie weiß nichts, bzw. hat nie die Geschichte ihrer Familie erforscht, die als Exilanten Vietnam verlassen haben. In ihrer Familie ist das die Regel – man schweigt. Doan Bui wurde 2016 mit dem Prix de la porte dorée für ihren Familienroman „Le silence de mon père“ (L’Iconoclaste, 2016 – auf Deutsch „Das Schweigen meines Vaters“ Sujet Verlag, Januar 2018) ausgezeichnet, in dem die erfolgreiche Journalistin (Le Nouvel Observateur) ihre Familiengeschichte in den Straßen von Hanoi rekonstruiert. Sie selbst ist vietnamesischen Ursprungs und in Le Mans (Frankreich) aufgewachsen. Für ihren Artikel „Die Fantome des Flusses“ über Migranten, die von der Türkei über Griechenland weiter nach Europa gelangen möchten, hat sie 2013 den renommierten Prix Albert-Londres erhalten. – Moderation: Philippe Wellnitz, Übersetzer des Buches

Location

Heinrich-Heine-Institut
Bilker Str. 12–14
40213 Düsseldorf

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