Ruhrtriennale: Monophonie

Werke von Harry Partch, Phillip Sollmann, Simon Steen-Andersen, Helge Sten, mit Ensemble Musikfabrik

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Ruhrtriennale

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Die Segel des Ruhrtriiiennale-Dampfers zeigen sich bereits am Horizont. Heute luden die Veranstalter rund um Intendant Johann Simons in die Halle 1 der Jahrhunderthalle Bochum und boten mit der Ortswahl direkt einen Vorgeschmack auf das, was da ab dem 18.8....[mehr]

Veranstalterinformationen

2013 wurde Harry Partchs theatrales Hauptwerk „Delusion of the Fury“ von Heiner Goebbels für die Ruhrtriennale wiederentdeckt. Für die Aufführung mit dem Ensemble Musikfabrik wurden die von Partch entworfenen Instrumente durch Thomas Meixner originalgetreu nachgebaut. Der visionäre Komponist Partch hatte die Instrumente in den späten vierziger und frühen fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt um mikrotonale Intervalle seines Tonsystems adäquat umsetzen zu können. Partch hatte bereits ab 1923 ein System mit 43 Tonschritten pro Oktave statt der konventionellen 12 entwickelt. Während es bei der Neuinszenierung von „Delusion of the Fury“ darum ging, Partchs Hauptwerk aus den sechziger Jahren in der Gegenwart noch einmal erfahrbar zu machen, stellt der Abend „Monophonie“ die Frage nach der Zukunft. Welche Möglichkeiten haben wir heute, mit Harry Partchs Instrumentarium zu arbeiten? Wie lässt sich Partchs Klangwelt neu kontextualisieren oder gar weiterdenken? Ensemble Musikfabrik vergab in den letzten Jahren Kompositionsaufträge an Musiker aus unterschiedlichen ästhetischen Bereichen. Einige der Resultate dieser Kollaborationen werden im Rahmen von „Monophonie“ präsentiert: – Das titelgebende Stück des Abends stammt von dem Berliner DJ und Techno-Produzenten Phillip Sollmann, der unter dem Namen Efdemin in der Clubszene internationale Bekanntheit genießt (und als solcher im Rahmen von Ritournelle bei der Ruhrtriennale 2017 zu sehen ist). Für sein Stück „Monophonie“ sampelte sich Sollmann das gesamte Instrumentarium Harry Partchs auf seinen Computer, um mit den auf diese Weise gewonnenen Files direkt am Rechner zu komponieren. Darüber hinaus verwendet Sollmann Instrumente, die von Harry Bertoia´s Sohn Val Bertoia eigens für dieses Stück angefertigt wurden, sowie eine Doppel-Sirene des Klangforschers Hermann von Helmholtz, von dessen Grundlagentext „Die Lehre von den Tonempfindungen“ Partchs musikalisches Denken stark beeinflusst war. Die so entstandenen Stücke wurden in einem weiteren Schritt zurück in eine Partitur übersetzt, die nun vom Ensemble Musikfabrik gespielt werden. Sollmann setzt bei „Monophonie“ stark auf rhythmische Akzente und etabliert gemeinsam mit dem Bühnenbild von Michael Kleine und den Kostümen von Peter Kisur von der Honey-Suckle-Company einen atmosphärischen Raum voller Überschreibungen und Potenziale. Als würde Sollmann auf Partchs nordamerikanische Archaik aus der urbanen Perspektive einer postmodernen europäischen Pop-Kultur blicken. Die Uraufführung des Stückes in der Berliner Volksbühne fand unter großem Beifall im Februar 2017 statt. – Neben Sollmann wird auch der dänische Komponist und Installationskünstler Simon Steen-Andersen eine Komposition präsentieren. Stilistisch am ehesten im Bereich der Neuen Musik zu verorten, legt Steen-Andersen immer wieder den Fokus auf multimediale Arrangements, sowie die choreografischen Aspekte der musikalischen Darbietung. Das Stück „Korpus“, das er für Harry Partchs Instrumente schrieb, wurde 2015 im Rahmen der Salzburg Biennale uraufgeführt. – Der norwegische Pop-Musiker Helge Sten wurde vor allem durch sein Projekt Deathprod bekannt, bei dem er in der vor allem in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit Stimmen, Gläsern, Theremin und Bandmaschinen experimentelle Musik zwischen Ambient und Noise produzierte. Helge Sten war auch Mitglied der jazz-affinen Rockband Motorpsycho. Seine Komposition für das Partch-Instrumentarium ist eine kontemplative Reise ins Innere, die vor allem die spirituelle Dimension von Partchs Klangkosmos anzuvisieren scheint. – Schließlich wird im Rahmen des Abends auch eine Original-Komposition von Partch zu hören sein: Das knapp zehnminütige Stück „Ring around the Moon – A Dance Fantasm for Here and Now“, entstand zwischen 1949 und 1952 und steht als Referenzstück im Sinne Partchs den Neukompositionen gegenüber.

Location

Jahrhunderthalle
An der Jahrhunderthalle 1
44793 Bochum

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Ruhrtriennale

Die Veranstaltung Monophonie gehört zu der Veranstaltungsreihe Ruhrtriennale.
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