Lilly Among Clouds

Pop, Support: Sue The Night / studio 108

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„Aerial Perspective“ hat lilly among clouds ihr erstes Album genannt – VÖ 25.08. auf [PIAS] Recordings – und schon dessen Einstieg mit „Everyone Else“ und „The Only One“ gerbt dem Hörer das Fell! – Denn da lockt diese Stimme, dieses sonore Alt, mit filigranem Vibrato, wie in Homers Odyssee die Sirenen, man muss ihr einfach folgen.Und kaum hat man sich in ihr und der Düsternis verloren, erklingt sie auch noch doppelt: “I’m the only one” singt sie, süß und unnahbar, kühl und herzerwärmend zugleich. Das geht zusammen nicht? Doch, und wie. Überhaupt: Was für eine Stimme!Diese Stimme gehört einer jungen Sängerin aus Würzburg. Nicht Provinz und auch nicht Metropole.Wer Lilly fragt, ob es irgendeinen Einfluss auf ihre Musik genommen habe, dass sie nicht aus einer Großstadt stammt, darf sich über die offensive Antwort nicht wundern: „Ein, zwei Lieder vom Album stammen sogar noch aus meiner Zeit auf dem Dorf. Und ich finde es eigentlich eher schade, dass man einem Mädel vom Dorf nicht zutraut, vom Leben ausreichend inspiriert zu sein, um Lieder schreiben zu können.“ Man habe ihr auch schon gesagt, sie müsse ja wohl etwas ganz Schlimmes erlebt haben, was sie zu ihrer Musik inspiriert habe. „Dabei hält doch im Grunde jedes noch so bodenständige Leben ausreichend Dramen bereit, um daraus Lieder erschaffen zu können.“ Aber gleich solche Lieder? Elisabeth „Lilly“ Brüchners Lieder nähren ihr Faszinosum aus einer eigenen Melancholie und Düsternis. „Viele der Ideen zu meinen Songs stammen noch aus dieser Nach-Abi-Zeit, wo man nicht weiß wohin“, sagt Lilly. Die neueren Sachen kommen schon aus einer Phase, als Lilly gerade ihr „political and social studies“- Studium hinter sich gebracht hatte – und das Spuren hinterließ. „Meine Freunde sagen, ich wäre nicht sonderlich romantisch – im Studium wurde ich gerne als Realist bezeichnet. Ich tue mir halt manchmal schwer damit, bei all dem Schönen in der Welt, die Probleme und negativen Eigenheiten unserer Zivilisation aus dem Kopf zu bekommen.“ Hier setzen große Teile der Melancholie des Albums an, der Song „Awake“ verdeutlicht das besonders drastisch. „Aerial Perspective“ ist dabei Lillys Art und Weise, ihre Musik zu erklären – denn dieses Stilmittel in der Malerei verleiht einem Werk Tiefe und Realität, ohne sich zu sehr in Details zu verlieren. Lillys aktuelle Single “Your Hands Are Like Home“ - hier live in der sehenswerten Vevo-dscvr-Session - klingt mitunter euphorisch, bleibt aber den wunderbar leichten Arrangements des ganzen Albums treu und vermeidet jedes Pathos. Auch die Produktion von Udo Rinklin glänzt mit sympathischem Verzicht auf die heute so inflationär eingesetzten Möglichkeiten digitalen Überladens.

Location

Bahnhof Langendreer
Wallbaumweg 108
44894 Bochum

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