Stadtradeln: Fahrradkur für die Umwelt

Freie Fahrt! | Foto: RVR/Tim Foltin

Eines der ambitionierten Projekte bei der infrastrukturellen Weichenstellung in der Region ist der geplante Radschnellweg Ruhr, der im besten Fall mehr Pendler zwischen Wohnort und Arbeitsstelle vom Gas- aufs Radpedal wechseln lässt. Ob der Ertrag letztlich den Aufwand rechtfertigt, steht noch in den Sternen.

Ein kleiner Gradmesser für die Bereitschaft zum ökologischen Wandel könnte die Kampagne „Stadtradeln“ sein, an der sich auch 16 Städte im Ruhrgebiet beteiligen. 13 von ihnen im Zeitraum vom 14. Juni bis 4. Juli. Die Aufgabe für alle Teilnehmer ist relativ simpel: Als Team gilt es in einem Zeitraum von drei Wochen so viele Kilometer auf dem Rad wie möglich zu sammeln. Als Vorbild strampeln Kommunalpolitiker vorneweg und werden dabei von Vereinen, Schulklassen, Firmen und Einzelpersonen unterstützt. „Unser gut ausgebautes und weit verzweigtes Radwegenetz von rund 700 Kilometern Länge eignet sich schon heute in hohem Maße für eine städteübergreifende Mobilität“, sieht Martin Tönnes, Bereichsleiter des Regionalverband Ruhr, die hiesigen Teilnehmer am „Stadtradeln“ gut gewappnet. Tönnes ergänzt: „Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) hat das Wegenetz erst kürzlich mit drei Sternen als sicher und gut ausgezeichnet.“

Damit können die Experten allerdings kaum die großen Innenstädte gemeint haben. Allein in Bochum nimmt der Radler eher ein Bußgeld für die Nutzung der Fußgängerwege in Kauf, als sich der Gefahr des Innenstadtrings auszusetzen. Und wer den ausgewiesenen Fahrradweg quer durch die City nimmt, darf allzu oft Slalom um falsch geparkte Autos fahren. Zudem besitzen relevante Ein- und Ausfallstraßen keine Radwege und zwingen zur PKW-Spur-Nutzung.

Weitaus besser sieht es dagegen „im Grünen“ aus. Ehemalige Industrietrassen sind mittlerweile zu Rad- und Fußwegen umgewidmet und laden ebenso zu ausgedehnten Touren von Ort zu Ort ein wie die charmanten Strecken entlang von Ruhr, Emscher und Rhein-Herne-Kanal.

Offizieller Startschuss für das Projekt „Stadtradeln“ sowie für die im besten Sinne des Wortes heißen Phase der „Strampel“-Saison ist am 15.6. der alljährliche „Fahrradsommer der Industriekultur“. Rund um die Bochumer Jahrhunderthalle haben hier alle Freunde des gepflegten Radelns im familienfreundlichen Ambiente die Möglichkeit, sich mit dem nötigen Equipment auszustatten und Infos zu aktuelle Touren-Angeboten einzuholen. Los geht die große Kilometer-Sammelaktion!

Die teilnehmenden Städte im Überblick

Bochum
Bottrop
Dorsten
Dortmund
Duisburg
Essen
Gelsenkirchen
Gladbeck
Herdecke
Herne
Lünen
Moers
Mülheim an der Ruhr

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