Die alternative Ruhrpott-Bucket List - Volume 2

Es gibt immer noch so viel in den heimlichen Ecken des Ruhrpotts zu entdecken... da reicht eine Bucket List nicht aus! Hier deswegen unsere zweite Liste mit unerwarteten Dingen, die man im Ruhrgebiet unbedingt gesehen und/oder erlebt haben muss, bevor es zu spät ist. 

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Das Rheinorange finden

Wo die Ruhr in den Rhein mündet, findet sich eine Skulptur, die eigentlich von uns coolibris höchstpersönlich aufgestellt worden sein müsste. In kräftigstem coolibri-Orange strahlt hier am 780sten Rheinkilometer im Duisburger Hafengebiet nämlich ein 25 Meter hoher Pfeiler. Mit Blick auf die sich treffenden Flüsse kann man bestens den Alltag ausblenden oder die/den Liebste/n in den Arm nehmen. Hach…

Von der Korte Klippe die Sonne untergehen sehen

Die Korte Klippe ist ein bezaubernder Ort mit atemberaubendem Ausblick auf den Baldeneysee. Wenn dann noch die Sonne untergeht und feurige Farben an den Himmel malt, hat man ein absolutes Juwel im Pott von seiner Bucket List gestrichen. Wer mehr Zeit hat, kommt am besten schon nachmittags, wandelt auf verschlungenen Pfaden zur nahen Ruine der Isenburg und picknickt im hohen Gras zwischen altem Gemäuer.

Duisburg - Am Bört - Rheinorange 07 ies Korte Klippe Essen

Des Pottes Leuchtturm aufspüren

Während an der Nordsee hübsche Türmchen am Meer stehen, ist im Pott ein Leuchtturm ein Hochspannungsmast, der mit bunten, transparenten Kunststoffplatten zum Kunstwerk verwandelt wurde. Um den zu finden, muss man in Essen-Überruhr rund um die Burg Altendorf über den RuhrtalRadweg.

Des Pottes Geysir finden

Versteckt in einem wild wirkenden kleinen Landschaftspark an der Schwerter Rohrmeisterei findet sich ein rundes Wasserbassin, aus dem nicht nur mysteriöser Nebel quillt, sondern auch eine drei Meter Hohe Wasserfontäne schießt. Wie ein brodelnder, isländischer Geysir wirkt das, tatsächlich ist dies aber ein Kunstwerk und die Fontäne steigt im Takt von Johann Strauss‘ Radetzky-Marsch empor. Und auch wenn das Werk „Less sauvage than others (Weniger wild als andere)“ heißt, scheint es, als sei die Natur hier wild geworden.

Mit der historischen Bahn durch Essen cruisen

Entweder man legt es hart drauf an oder man obliegt dem glücklichen Zufall – denn leicht zu kriegen ist die historische Bahn, die ab und zu durchs Essener Stadtgebiet tuckert, nicht. Nur zu speziellen Terminen traut das nostalgische Gefährt sich an die frische Luft. Dann tut sie einfach so, als wäre sie eine normale Straßenbahn und nimmt am Tagesverkehr teil, um dabei einen Hauch Vergangenheit durch die Stadt zu pusten. Termine unter vhag-evag.de (Unterpunkt "Auf Linie").

Nordseeluft im Pott atmen

An der Nordsee reicht es ja schon, am Strand zu stehen und einzuatmen, um was für die Gesundheit zu tun. Nun, im Ruhrgebiet sind Smog und Co. in der Luft etwas zwar höher konzentriert, den Atemtrick kann man aber im Gradierwerk im Essener Grugapark trotzdem vollziehen. Das ist quasi ein großer Tunnel aus Schwarzdornreisig, durch das stetig Solewasser plätschert. Riecht gut, klingt schön, sorgt für Entspannung und einen Hauch Urlaub. Und die Luft rund um den Grugaturm hat laut Messungen übrigens Kurort-Qualität!

Das Gradierwerk | Foto: Grugapark Essen

Die Orchideenwiese entdecken

Die „magere Feuchtwiese“ im „Feuchtgebietskomplex zwischen Landwehrstraße und Datteln-Hamm-Kanal“, wie es im Behördendeutsch heißt, nennen Bergkamener Kenner nur „Orchideenwiese“. Echte Orchideen wachsen in dieser durch Bergbau entstandenen Sumpflandschaft an der Nördlichen Lippestraße in Bergkamen natürlich nicht, dafür aber lila Knabenkraut, dass in der Blühhochphase für erstaunlich violette Ansichten sorgt. NABU Unna bietet Führungen durch die einzigartige und übrigens auch gefährdete Natur an. 

Die Phoenixsee-Halde erklimmen

Wo ein künstlicher See gegraben wird, häuft sich auch ein künstlicher Berg an. Das ist wie beim Sandburgenbauen. Am Phoenixsee, dem alten Prestigeprojekt, ist so der Neue Kaiserberg (aka Phoenixsee-Halde) entstanden, von dem aus man nun herrlichen Ausblick auf besagtes Stehgewässer genießt. Treppen erleichtern den Aufstieg. Profitipp: Wenn zwischen Sonnenuntergang und Nachtanbruch die Lichter in Dortmund angehen, schaut man vom Gipfel in ein Lichtermeer. 

Dortmund - PO-Kaiserberg 21 ies

Mit dem Strommast tanzen

Noch mehr Strommast-Kunst, diesmal handelt es sich um den Zauberlehrling in Oberhausen. Unweit des Haus Ripshorst findet sich dieser aus der Reihe tanzende Mast. Inspiriert wurde er übrigens von der gleichnamigen Goethe Ballade über einen Lehrling, der sich des Meisters Gehorsam entzieht. Ergo: Ein toller Ort, um über den Chef zu lästern.

„Harold & Maude“ im Galerie Cinema sehen

Seit über 40 Jahren flimmert im urigen Essener Filmkunsttheater Galerie Cinema jeden Sonntag um 16:30 Uhr der Klassiker „Harold & Maude“ über die Leinwand. Das ist ein Liebesgeständnis an einen Film, der zu Tränen rühren kann – genau wie der herzige Streifen über einen todesfaszinierten Jungen, der auf eine lebenslustige Omi trifft.

Foto: Roman Mensing/Emscherkunst
Foto: Galerie Cinema

Die Geheimnisse des Mechtenbergs lüften

Etliche Entdeckungen kann man machen, wenn man beim Spaziergang rund um den Mechtenberg die Augen offen hält. Um den Berg herum blühen Obstbäume, Acker, Wiesen und Co., es findet sich eine interessante Stahlbrücke, die über die B227 führt, man passiert die Halde Rheinelbe, entdeckt Basalt-Klang-Stelen und diverse Ausblickspunkte. Ganz oben auf dem Mechtenberg thront Essens einziger Bismarckturm. Wer bis hier her gewandert ist, wird zudem mit toller Aussicht belohnt. 

Die schönste Zechensiedlung finden

Sicherlich finden sich etliche interessant anzusehende Zechensiedlungen im Ruhrgebiet, eine jedoch ist bekannt für ihre anziehende Attraktivität: Die Schüngelberg-Siedlung in Gelsenkirchen-Buer. Schachtanlage und Zechenbahn vor Ort, gleich nebenan findet sich die Halde Rungenberg mit scheinwerferbesetzem Doppelgipfel.

Sich ins Bunkermuseum wagen

Etwas obskur ist das schon: Da befindet sich irgendwo mitten im unscheinbaren Datteln ein Luftschutzbunker, der in keinem Archiv aufgeführt wird – und wir wollen euch hinschicken. Mit guten Grund, denn engagierte Bürger bauten daraus einen Besucherstollen, der die Bergwerksgeschichte Dattelns wieder präsent machen soll. Besuchen kann man den auf Anfrage – definitiv ein kleines Abenteuer an einem besonderen Ort!

Aufm Sessel übern Westfalenpark fliegen

500 Meter lang ist der nostalgische Sessellift im Westfalenpark, aus den offenen Gondeln kann man den Dortmunder Park bestens aus der Vogelperspektive inspizieren. Errichtet wurde der Lift für die Bundesgartenshow im Jahr 1959, nun verkehrt er ab Mai bis Oktober immer donnerstags bis sonntags zwischen 11 und 16 Uhr.

Sessellift | Foto: Anja Kodor Dortmund Agentur Stadt Dortmund

Im Skulpturenwald wandeln

Gar mystisch kommt man sich vor, wenn man durch archaisch-rohe Tore diesen Skulpturenwald betritt und fortan zwischen Farn und Busch allerhand versteckte Kunstwerke entdeckt. Hier zeigt das Ruhrgebiet mal wieder, was es am besten kann: Unorte in Highlights verwandeln. Früher war der Skulpturenwald in Gelsenkirchen-Ückendorf nämlich nur als Zechenbrache Rheinelbe und Mülldeponie bekannt.

Durch Schwertes Märchen spazieren

Mitten durch die schöne Schwerter Altstadt schlängelt sich ein sagenumwobener Pfad – der Laternenweg. Fünf ganz besondere Laternen wurden hier errichtet, auf denen in scherenshcnittartigen Bildern altertümliche Volkssagen und Schwerter Legenden abgebildet sind. Welche Geschichten sich dahinter verbergen, verrät ein kostenloser Online-Flyer. Unbezahlbar ist hingegen, in einer knackig frischen Herbstnacht über den von Laub verzierten Laternenweg zu wandeln.

Sich vom Kanal motivieren lassen

Der Rhein-Herne-Kanal firmiert auch unter dem Pseudonym „Kulturkanal“, als solcher steckt er natürlich sowieso schon voller Überraschungen. Eine der schönsten sind aber wohl die großen Schilder, auf denen u.a. große weiße Lettern auf rotem Grund kräftige Wörter in die Welt rufen. So etwa im Resser Wald in Herne das Schild „Mut“! Andere Schilder verkünden Hingabe, Geduld, Demut oder Sorgfalt. Insgesamt finden sich entlang des Kanals 15 verschiedenen Schilder – wer sie alle findet, ist wohl ein Kanalheld. Hinweise hier.

Bilder anm Kanal (Bak, Weifenbach, Siefer) | Foto: Andreas Ren

Den Hindu-Tempel in Hamm besuchen

Hä? Es gibt noch was anderes als Industriekultur im Pott? Ja, sehr wohl, wie der zweitgrößte hinduistische Tempel Europas in Hamm beweist. Der ist nicht nur eindrucksvoll anzusehen, sondern auch voll interessantem Wissen, dass man bei Führungen erfahren kann. Die lebendige Kultur erlebt man bei einem Tempelfest.

Bochums Herz aus Stein finden

Auch wenn der Begriff „Geologischer Garten“ nicht unfassbar spektakulär klingt, lohnt sich ein Rundgang durch den als Naturdenkmal ausgezeichneten Steinbruch mit seinen geologischen Strukturen, Findlingen, großen Bäumen, rotem Granit und mehr doch. Und wenn es nur für die herrliche Stille an warmen Nachmittagen ist…

Bergkamen vermessen

Bei dieser Aufgabe helfen die vier bunt leuchtenden, meterhohen Maßstäbe, die auf vier zentralen Kreisverkehren im schönen Bergkamen stehen. Übrigens sind diese so platziert, dass sie wie die Pfeiler eines imaginären Daches über der Stadt funktionieren. 

Zum Ostpol des Ruhrgebietes reisen

Tief im Osten... Ja, auch Bönen gehört noch zum Pott! Hinter Kamen und Unna markiert hier ein höchst interessanter und andersartiger Förderturm den östlichsten Rand des Ruhrgebietes. Der Turm mit seinen kubistischen, geraden Formen wirkt fast wie eine Kirche, das große Kreuz auf dem davor liegenden Andachtsplatz tut sein übriges. Nachts erstrahlt der Turm dank Lichtinstallation in leuchtendem Gelb. Zu Führungsterminen kann man sogar rein in das ungewöhnliche Industriedenkmal.

Übrigens: In Kamp-Lintfort steht (ebenfalls sehr ansehnlich) der Westpol, markiert vom Schacht Rossenray.

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