Rad.Revier.Ruhr: Rad und Tat

Phänomenal: Wesel-Dattel-Kanal | Foto: Römer-Lippe-Route

Wenn man das Rad schon nicht neu erfinden kann, dann wenigstens die für dieses Verkehrsmittel geschaffenen Wege. Das Radstreckennetz im Ruhrgebiet will sich künftig als als Rad.Revier.Ruhr zusammenschließen.

RuhrTalRadweg, Emscher Park Radweg, Rundkurs Ruhrgebiet, Römer-Lippe-Route – viele Wege führen anscheinend nicht nur nach Rom. Und jetzt kommt noch einer dazu: das Rad.Revier.Ruhr. Im Prinzip kein neuer Radweg, sondern eine gemeinsame Ausrichtung der vorhandenen Strecken. „Wir wollen uns gemeinsam radtouristisch vermarkten, ähnlich wie die Dachmarke Ruhr 2010“, so Christoph Lottriz, Teamleiter Fahrradtourismus der Ruhr Tourismus GmbH in Oberhausen.

Halde Haniel: Foto: Raplp Lueger

Seit 2001 trifft sich daher der „Runde Tisch Radtourismus“, eine Kooperation aus Kreisen und kreisfreien Städten, um eine gemeinsame Vermarktungsbasis zu erarbeiten. Die eingangs genannten Wege bleiben derweil bestehen, der neue Name will vielmehr das gesamte Radwegnetz, das sich durchs Ruhrgebiet erstreckt, einheitlich bewerben.

Auf Wald und Trassen

Kernstück dieses Netzes ist die Route der Industriekultur per Rad mit ihren Hauptwegen Emscher Park Radweg und Rundkurs Ruhrgebiet. Wege, die vorrangig auf ehemaligen Bahntrassen, am Flussufer oder durch den Wald führen und gleichzeitig viele Industrie-Highlights bereithalten. „Das Problem ist, dass wir im Ruhrgebiet ein Super-Wegnetz haben, viele davon aber nichts wissen. Dass man hier viel Kultur hat und super shoppen kann, ist bekannt, dass man jedoch auch wunderbar kreuz und quer durchs Revier radeln kann, das müssen wir vielen Leuten erst noch vermitteln.“

Nutzerfreundlicher soll es daher werden, der 1 000 Kilometer umfassende Raddschungel soll spätestens zur nächsten Radsaison übersichtlicher gestaltet, konkrete Tagestouren benannt werden. Eine Website soll per Suchfunktion optimale Routen zusammenstellen. Eine Konkurrenz zu den genannten Fernwegen oder neues Verwirrungspotenzial sieht der Fahrradexperte nicht. „Das sind alles Radfernwege, die auch gut funktionieren. Aber die Zielgruppe ist eine andere. Während der Ruhrtalradweg eher Etappenradler anlockt, die die ganze Route von Arnsberg nach Duisburg fahren und diese den Weg dann für sich ,abhaken', wollen wir Regionalradler ansprechen, die sich hier ein Hotel nehmen und dann sternförmig in alle Richtungen radeln.“

Mehr Übersicht, schnellere Wege

Neue Marke, alte Wege – eine Mogelpackung? Mitnichten. Der insgesamt 1 000 Kilometer umfassende Raddschungel darf deutlich entknotet bzw. besser dargestellt werden. Außerdem möchte die Initiative mit den drei Rs auch dafür sorgen, dass das Rad sich als normales Fortbewegungsmittel einfach durchsetzt. „Touristen, die von Zollverein zum Landschaftspark Duisburg-Nord wollen, fahren meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, so Lottritz. „Das dauert anderthalb Stunden. Mit dem Rad sind’s aber nur 45 Minuten.“

Baldeneysee; Foto: RuhrTalRadweg

Auch wenn im Zuge des RRR keine neuen Wege entstehen, so wird an vielen Ecken gerade gebaut. So freut man sich in Bochum, wo’s an gut ausgebauten Radwegen derzeit noch deutlich hapert, auf den Springorum Radweg des RVR. Ab 2015 kann man fast in einem Rutsch von der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen bis zum Eisenbahnmuseum in Bochum Dahlhausen durchradeln. Der erste Teilabschnitt von der Goerdtstraße bis nach Wiemelhausen ist 2012 bereits schon eröffnet worden. Die zweite Strecke bis Weitmar wird im nächsten Jahr befahrbar. Damit werden werden vielleicht noch mehr Leute aufs Zweirad umsteigen, wie es Christoph Lottritz auch immer mal wieder tut: „Ich wohne in Gelsenkirchen und fahre manchmal mit dem Rad zur Arbeit nach Oberhausen. Durch Wattenscheid und den Nordsternpark, das dauert so eineinviertel Stunden, davon führen 45 Minuten am Rhein-Herne-Kanal entlang. Und morgens ist hier kaum was los – ein genialer Einstieg in den Tag.“

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