Großstadtdschungel: Stadttiere im Check

Lieber nicht streicheln: Es leben immer mehr Füchse im Ruhrgebiet. | Foto: NABU, Martin Kochanek

Kleine putzige Kaninchen im Dämmerlicht der Straßenlampen hat vermutlich schon jeder schnell weghoppeln gesehen. Die Großstadt ist nicht nur ein sprichwörtlicher Dschungel. Marco Wilms hat sich die Stadt-Fauna mal genauer angeguckt.

Eichhörnchen

| Foto: NABU, Katrhin Raedel

Sie mag eigentlich jeder. Mit ihren großen Kulleraugen und runden Köpfen wirken die Nagetiere fast schon menschlich, wenn sie aufrecht sitzend an einem Tannenzapfen zwischen ihren Vorderpfoten knabbern. Der buschige Schwanz sorgt dann für den absoluten Niedlichkeits-Overkill. Die flinken Kletterprofis fühlen sich in der Nähe von Menschen wohl, fressen bisweilen sogar aus der Hand und finden in den Gärten und Parks des Ruhrgebiets genügend Vorräte für eine ausgiebige Winterruhe.

Flauschfaktor: *****
Nervfaktor: *
Angstfaktor: *

Erdkröte

| Foto: NABU, Stefan Wenzel

Sie hat leider einen viel zu schlechten Ruf. Während Frösche als niedlich gelten, glauben immer noch einige, dass man Warzen bekommt, wenn man Kröten berührt. Dabei führen die friedliebenden Amphibien ohnehin schon ein sehr gefährliches Leben. Tausende kommen auf den stark befahrenen Straßen des Reviers jedes Jahr auf ihrer Laichwanderung ums Leben. Man sollte unsere quakenden Freunde also lieber beschützen als verachten, denn auch aus ökologischer Sicht sind sie für uns enorm wichtig.

Flauschfaktor: *
Nervfaktor: ***
Angstfaktor: **

Höckerschwan

| Foto: NABU, Kathy Büscher

Der Schwan, besonders der im Ruhrgebiet verbreitete Höckerschwan, ist mit seinem weißen Gefieder und dem eleganten Hals der wohl anmutigste Seen- und Flussbewohner der hiesigen Parkanlagen. Dazu ist er auch noch einer der romantischsten, bleiben Höckerschwanpaare doch ein Leben lang zusammen. In der Brutzeit sorgen die mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,40 Metern großen Vögel aber auch bisweilen für Angst und Schrecken, wenn sie laut zischend und Flügel schlagend auf Menschen zueilen.

Flauschfaktor: ***
Nervfaktor: **
Angstfaktor: ***

Fuchs

| Foto: NABU, Martin Kochanek

In der Stadt trifft man sie zwar nur selten, aber mittlerweile fühlt sich eine große Zahl an Füchsen im Ruhrgebiet heimisch. Allein in Essen leben zurzeit schätzungsweise 4000 der scheuen Fleischfresser, die ihren Bau meistens in den grünen Stadteilen anlegen, für die Nahrungssuche aber gerne auch in dicht besiedelte Ecken vordringen. Füttern oder streicheln sollte man die eigentlich friedlichen Tiere aber lieber nicht, da sie auch schon mal zubeißen können, wenn sie sich bedroht fühlen.

Flauschfaktor: ***
Nervfaktor: **
Angstfaktor:****

Stadttaube

| Foto: NABU, Helge May

Auch wenn die Sportart mehr und mehr ausstirbt, ist das Ruhrgebiet immer noch die Hochburg der Taubenzucht. Abgesehen von den edlen Zuchttieren leben hier aber auch unzählige wilde Stadttauben, wie auch in allen anderen Großstädten der Erde. Kaum ein anderes Lebewesen hat sich so gut an den Menschen angepasst wie die sogenannten Ratten der Lüfte, die dank der vielen Essensreste und Abfälle in den Einkaufspassagen im Schlaraffenland leben.

Flauschfaktor: **
Nervfaktor: *****
Angstfaktor: *

Waschbär

| Foto: NABU, Kathy Büscher

Was man im Ruhrgebiet derzeit erlebt, kann man als regelrechte Waschbär-Invasion bezeichnen. Immer häufiger ertappt man den Allesfresser dabei, wie er in der Dunkelheit die Mülltonnen plündert und dabei immer mehr zum Problembär wird. Als waschechter Kulturfolger nistet er sich liebend gerne in der Nähe von Menschen ein, vorzugsweise in Gärten oder auf Dachböden, frisst alles, was ihm vor die Tatzen fällt und lässt sich nur sehr schwer wieder vertreiben.

Flauschfaktor: ****
Nervfaktor: ****
Angstfaktor: ****

Wildkaninchen

| Foto: NABU, Dennis Wolter

Die putzigen Nager sind aus dem Stadtbild kaum noch wegzudenken. Vermutlich hat schon fast jeder das ein oder andere Exemplar der dämmerungsaktiven Fellknäule beim Spazieren im Park entdeckt. Denn wo immer genug Grünflächen und ein paar Büsche zum Verstecken sind, findet man auch Kolonien dieser gar nicht mal so scheuen Zeitgenossen. Hobbygärtner erfreuen sich allerdings weniger an ihnen, sorgen sie doch für allerhand abgebissene Blumenstängel.

Flauschfaktor: *****
Nervfaktor: ***
Angstfaktor: *