Die Top 10 Aussichtspunkte

Schurenbachhalde in Essen | Foto: Lukas Vering

Welche ist die schönste Halde? Welcher Turm bietet den besten Ausblick? Und welche Landmarke ist eigentlich die coolste? Hier ist unsere Top Ten der schönsten Aussichtspunkte im Ruhrgebiet.

Halde Haniel (Bottrop)

Eine der höchsten Halden findet sich auf der Grenze von Bottrop und Oberhausen. Zu entdecken gibt es ein Amphitheater, die bunten Pfähle der Kunstinstallation „Totems“, ein Gipfelkreuz und die sich anschließende Halde Schöttelheide. Und natürlich einen Ausblick über sämtliche Highlights der Region: Tetraeder, Gasometer, Zeche Prosper-Haniel, das CentrO, Schloss Ripshorst bis hin zu weiter entfernten Landmarken, die den Horizont rund um die Halde spicken.

Schurenbachhalde (Essen)

Ausblick von der Schurenbachhalde | Foto: Lukas Vering

Markanter Eckpfeiler der Schurenbachhalde ist das Kunstwerk „Bramme für das Ruhrgebiet“, ein metallener Monolith, rostbraun und am Fuße mit Graffitischichten bedeckt. Löst man die Augen von diesem Blickfang, kann man ins Staunen geraten: Von der Altenessener Halde sieht man Gasometer, Tetraeder, das Essener Rathaus nebst Fernseh- und RWE-Turm, und selbst das Bergbaumuseum zeigt sich bei klarem Wetter am Horizont. Die Zeche Zollverein scheint im Vergleich nur einen Katzensprung entfernt. Am Abend türmen sich erleuchtete Dampfwolken aus Industriegebieten gen Nachthimmel. Wer eine komplette Ruhrpott-Skyline sucht, muss diese Halde erklimmen.

Alsumer Berg (Duisburg)

Wer in Sachen Ruhrpottromantik keine Kompromisse mag, ist bei einem Besuch des Alsumer Bergs auf der sicheren Seite. Die Aussicht von drei möglichen Plattformen zielt auf ein Hochofenwerk, eine Kokerei, mehrere Kraftwerke, den Rhein und auf Thyssen-Krupp. Besonders einprägend wird die Stimmung bei Nacht, wenn hinter dem Gipfelkreuz in bunte Lichter getauchte Dampfwolken emporsteigen und sich ein Meer aus schimmerndem Stahl vor den Augen ausbreitet. Klingt mystisch? Es kommt sogar noch besser: der Berg hält einen ganzen ehemaligen Stadtteil von Duisburg unter sich begraben.

Florianturm (Dortmund)

Im Herzen des Westfalenparks ragt der Florian, ein ehemaliger Fernsehturm, in die Höhe. Hat man den Obolus für Parkeintritt und Turmauffahrt entrichtet, geht es mit dem Aufzug in die schwindelerregende Höhe. Hier hat man die Wahl, ob man die Aussicht auf Park und Landschaft durch die Fenster des rotierenden Restaurants genießt, oder vom Dach an der zugig frischen Luft. Gerade bei Sonnenuntergang natürlich ein Hit in Sachen Romantik, Industriekultur und Ruhrpottcharme.

Blick vom Florian | Foto: Lukas Vering
Tippelsberg| Foto: Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt

Tippelsberg (Bochum)

Der Tippelsberg, einer von Bochums höchsten Bergen, blüht seit dem Ende seiner Nutzung als Boden- und Bauschuttdeponie erst so richtig auf. Inzwischen ist er ein beliebter Freizeitort, von dessen Gipfel man einen wunderschönen Ausblick über die industrieromantische Bochumer Landschaft genießen kann. Besonders gut besucht ist der Tippelsberg an Silvester, denn bei klarer Sicht bestaunt man von hier oben das Feuerwerkspektakel über den Dächern der Stadt aus einer ganz neuen Perspektive.  

Hochofen 5 (Duisburg)

Das Beste aller Duisburger Aussichtspunkte an einem Fleck vereint? Dafür muss man in den Landschaftspark Nord. Hier kann man eine Stahltreppe auf luftige 70 Meter hinaufsteigen und die Filetstücke der Industriekultur und Duisburger Natur bestaunen. Erkennen kann man das gesamte westliche Ruhrgebiet, den Niederrhein, die schönsten Details des Parks von oben und die immer wieder überraschend hohe Anzahl von Grünflächen.

Halde Rheinelbe (Gelsenkirchen)

Noch so eine Landmarke, die einem irgendwie vertraut vorkommt. Den vegetationslosen Schuttgipfel dieser Halde krönt eine urzeitlich anmutende Steinquaderanhäufung, genannt „Himmelstreppe“. Der Ausblick ist selbstmurmelnd wunderbar. Fun Fact: die Rheinelbe (genau wie Rungenberg und Großes Holz) gehört zu den brennenden Halden. Das bedeutet, dass im Inneren der Halde Kohlenreste exotherm mit Luftsauerstoff reagieren und es im Wärmestau zur Selbstentzündung kommt. Im Klartext: Da drinnen tut et brennen!

Halde Großes Holz (Bergkamen)

Diese Halde überzeugt bei Tag und Nacht. Bei Sonnenschein bezirzt sie mit saftig grüner Naturkulisse, in die sich zahllose Holzskulpturen einreihen. Diese am besten als abstrakte, blaue Fördertürme zu bezeichnende Landmarken machen sich besonders schick als Vordergrund im Foto, während sich im Hintergrund Natur und Industrie erstrecken. Bei Nacht können diese übrigens auch leuchten, genau wie die 30 Meter hohe Stahlsäule „Impuls“, die auf dem Gipfelplateau prangt. Von dort hat man zur Abendstunde auch einen grandiosen Blick auf ein Lichtermeer vom Fuße der Halde bis zur Horizontlinie. Tipp: Schön spazieren gehen, Picknick bei Sonnenuntergang und ins Deckchen gemümmelt bis zum Mondaufgang warten.

Halde Hoheward (Herten)

Unter allen Halden bietet dieses Hertener Goldstück wohl das größte Freizeit- und Kulturprogramm an. Drachensteigen, Segway, informative Führungen oder Gipfelpartys sind aber nur ein Grund von vielen, diese Erhebung zu besuchen. Besonders markant sind auch die versammelten Installationen: Es gibt eine Horizontal-Sonnenuhr mit Obelisk, eine Drachenbrücke und das Observatorium mit den Metallbögen, die man sicherlich schon von einem anderen Aussichtspunkt als Halbkreis in der Ferne erblickt hat. Diese stellen übrigens den Ortsmeridian und den Himmelsäquator dar. Immerhin gilt die Halde Hoheward nicht nur als schniekes Plätzchen für eine weitläufige Aussicht über die Region, sondern auch als besonders geeignet für einen Blick in die Sterne. 

Bergbaumuseum (Bochum)

Die Aussicht vom Fördergerüst des Bochumer Bergbaumuseums ist ein Rundumschlag  in Sachen Innenstadt-Ausblick. Immerhin wächst das in vagem grün erstrahlende Bochumer Wahrzeichen quasi aus dem Herzen der Stadt und bietet somit eine Rundumschau über Dächer, Türme und prägnante Landmarken der Umgebung. Das Fördergerüst war übrigens ursprünglich Teil der Zeche Germania – die in Dortmund-Marten liegt. Die Bochumer lieben ihr Zechenmonument trotzdem.