Ela-Plattform: Kritik in Essen

20 Meter ist der geplante Ela-Balkon lang. | Grafik: Grün und Gruga

Unmut in Essen: Eine geplante Aussichtsplattform beschäftigt derzeit Politik, Verwaltung und verschiedene Kritiker. Das könnte zum vorzeitigen Aus der Ela-Plattform führen.

Essen wird Grüne Hauptstadt Europas – Grund genug für das Projekt "Essener Aussichten". Bei den "Essener Aussichten" handelt es sich um frei zugängliche Punkte, an denen die Besucher sehen können, wie grün Essen ist. Die "Aussichten" werden unter anderem mit Info-Stelen oder Bodenplatten gekennzeichnet. Ein Standort soll sogar eine etwa 20 Meter lange Aussichtsplattform spendiert bekommen. Budgetierte Kosten: 50.000 Euro.

Der Blick auf das verwüstete Waldstück | Foto: Grün und Gruga

An der Heisinger Straße im Schellenberger Wald ist nämlich die sogenannte Ela-Plattform geplant. Sie soll die Aussicht auf ein Stück Wald erlauben, dass von Sturm "Ela" 2014 besonders stark gebeutelt wurde. Die Idee gefällt nicht jedem. Kritik gibt es unter anderem vom Beirat der Unteren Landschaftsbehörde. Sie befürchtet unter anderem die Vermüllung der Plattform und ihr Missbrauch als Party-Plattform. Der Beirat wollte auch keine Aussichtsplattform, welche die Natur nur als Kulisse nutzt, denn schließlich solle der Mensch direkt in die Natur geführt werden.

Entscheidung über Zukunft

Eigentlich sollte nun der Umweltausschuss in seiner Februarsitzung über die Zukunft der Plattform entscheiden. Nach dessen Empfehlung würde die finale Entscheidung dann bei der Bezirksregierung Düsseldorf liegen – falls es überhaupt so weit kommt.

Die Ela-Plattform hat im Essener Bürger Bündnis eine rege Kritikergruppe gefunden, die das Thema per Dringlichkeitsantrag in die Stadtratssitzung am Mittwoch, 14. Dezember, bringen will. Das Bündnis kritisiert unter anderem, dass die Plattform die Natur beeinträchtigt, der umweltpädagogische Ansatz fragwürdig ist, Vandalismus und Vermüllung hohe Kosten verursachen und die kalkulierten 50.000 Euro wahrscheinlich nicht reichen würden.

Hat das Bündnis mit seinem Antrag Erfolg und die Ratsmehrheit hinter sich, wird die Plattform nicht gebaut. Allerdings verfallen dann auch 30.000 Euro an Fördergeldern, die die Stadt als zweckgebundene Mittel vom Land erhalten würde.