WSV: Neustart in der Oberliga

| Foto: Andreas Fischer

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Das für heute geplante Spiel gegen Ratingen wurde abgesagt. Die Auflagen der Polizei konnten nicht erfüllt werden. Weitere Infos hier: www.wuppertalersv.com


 

 

Schlechtes Image, häufige Personalwechsel, rückläufige Zuschauerzahlen – die letzten Jahre waren für den WSV alles andere als rosig und führten zu wiederholtem Abstieg und letztlich in die Insolvenz. Jetzt wird unter dem Motto WSV 2.0 ein Neuanfang gewagt: in der Oberliga.

Einen guten Ruf hatte er zum Schluss wirklich nicht mehr: Friedhelm Runge, WSV-Vereinspräsident seit über 20 Jahren. „Man darf natürlich nicht nur auf die letzten fünf Jahre gucken, in denen es beständig bergab ging. Man muss schon die ganzen 20 Jahre sehen“, sagt Thomas Richter, ehemaliger Spieler, Co-Trainer und Manager. Fair Play nennt man das wohl, was das jetzige Verwaltungsratmitglied damit meint. Kein Wunder: Im Verwaltungsrat des „neuen“ WSV ist Thomas Richter gemeinsam mit seinem Kollegen Achim Weber für den sportlichen Bereich zuständig. Und auch auf formaler Ebene ist ihm ein „sauberer“ Neustart wichtig. Nach der Insolvenz sind die Karten für den WSV komplett neu gemischt. „Und jetzt heißt es, nicht wie in den letzten Jahren bei jedem bisschen Gegenwind einzuknicken, sondern auf Strategie und Nachhaltigkeit zu setzen“, spielt er auf die zahlreichen Personalwechsel gerade auf der Trainerebene an. Aber Neustart und Oberliga bedeutet auch für das junge Team, viel Ehrgeiz und Einsatz an den Tag zu legen, denn: „Davon leben, beim WSV zu spielen, wird so schnell keiner mehr.“ Allerdings werden die Spieler mit dieser Tatsache nicht allein gelassen, sondern der WSV 2.0 fühlt sich auch dafür verantwortlich, dass die jungen Männer zusehen, dass sie parallel eine Ausbildung machen, studieren oder arbeiten gehen. „Geld verdienen kann man bestenfalls nämlich ab der 3. Liga aufwärts.“ Und dazwischen liegt immerhin auch noch die Regionalliga. Jetzt liegt es also – außer an den Spielern und Trainer Peter Radojewski – an dem neuen 13köpfigen Verwaltungsrat und dem Vereinsvorstand sowie natürlich an den gut 1000 Vereinsmitgliedern und den Wuppertaler Zuschauern, den WSV in der Oberliga nach vorne zu bringen. Es bleibt spannend.