Wieder zu Hause: Ahmet Cebe ist zurück bei Fortuna

Home sweet Home: Ahmet Cebe | Foto: Fortuna Düsseldorf

Ahmet Cebe ist wieder „zuhause“: in Düsseldorf und bei Fortuna. Dem Klub, mit dem er 2009 in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Danach spielte er acht Jahre in der Türkei. Jetzt ist er wieder da. Nicht in der ersten Mannschaft, sondern im Regionalliga-Team. Dort soll er die Mannschaft führen, wenn ab dem 29. Juli Spiele gegen Wattenscheid, Uerdingen oder Rot-Weiß Essen anstehen. Den Traum von der 2. Bundesliga hat er trotzdem nicht begraben. Warum, hat der 34-Jährige Piet Keusen im Interview erzählt.

Wie kam es nach acht Jahren zur Rückkehr zur Fortuna?
Ich hatte die Rückkehr nach Düsseldorf eigentlich erst im nächsten Jahr angestrebt. Meine Frau Karen ist mit unseren Töchtern schon im letzten Jahr zurückgekommen. Ich wollte noch etwas in der Türkei spielen. Aber ich habe meine Familie sehr vermisst. Und als dann Fortuna auf mich zukam, haben wir überlegt, wie wir den Wechsel umsetzen können. Im Winter hat es nicht geklappt, weil ich noch mit Sivasport um den Aufstieg mitgespielt hatte. Dafür dann im Sommer.

Also war es immer das Ziel, nach Düsseldorf zurückzukommen?
Ja. Ich komme aus Krefeld, meine Frau aus Meerbusch. Düsseldorf ist unsere Heimat geworden. Da wollten wir wieder hin. Jetzt kann ich noch zwei Jahre bei Fortuna spielen und den Grundstein für die Zukunft legen.

Wie haben Sie Fortuna in der Türkei verfolgt?
Ich habe viele Freunde hier und war zum Beispiel immer in Kontakt mit Olivier Caillas, Robert Palikuca, Lumpi Lambertz oder Jens Langeneke. Deshalb war ich immer recht nah dran.

Wissen Sie noch, wie Sie den Bundesliga-Aufstieg 2012 erlebt haben?
Ich bin im gleichen Jahr kurz zuvor selbst mit Akhisar in die erste Liga aufgestiegen. Das war unglaublich und ich habe mich wahnsinnig für Fortuna gefreut. Noch besser erinnere ich mich aber an den Abstieg am Saisonende. Wir haben mit Akhisar am letzten Spieltag mit dem Rücken zur Wand gestanden. Uns fehlte ein Punkt, um drin zu bleiben, und ich war verletzt. Im Internet habe ich den Fortuna-Abstieg verfolgt und war niedergeschlagen. Eine Stunde später hat dann unser Spiel begonnen und wir sind drin geblieben. Das war unglaublich intensiv.

"Düsseldorf ist meine Heimat"

War der Wechsel in die Türkei im Rückblick der richtige Schritt?
Auf jeden Fall. Ich war damals 26 Jahre alt. Länger hätte ich nicht warten dürfen, sonst hätte ich es nicht mehr gemacht. Es war aber immer mein Traum, in der Türkei zu spielen und den habe ich mir erfüllt. Es ist schon etwas sehr besonderes, gegen die großen Mannschaften wie Fenerbahce oder Galatasaray zu spielen. Wenn du da auswärts jemanden foulst, dann schreien die Fans, als hättest du ihre Familien angegriffen. Die Stimmung in der Türkei ist unfassbar.

Wie sind Sie in der Türkei denn aufgenommen worden? Als Türke oder als Deutscher?
Man fällt schon auf als Türke, der in Deutschland aufgewachsen ist. Man spricht ein bisschen unsicher am Anfang, macht grammatikalische Fehler. Aber das legt sich schnell. Die Menschen in der Türkei sind sehr gastfreundlich, da ist man als Fußballer gleich etwas bekannter als hier und wird auf der Straße angequatscht. Ich musste in den letzten Jahren jede Menge Trikots für Fans besorgen.

Nach acht Jahren Türkei, wo ist Ihre Heimat?
Ganz klar in Düsseldorf. Die Stadt und auch die Fortuna sind mir in meiner Zeit hier ans Herz gewachsen. Ich habe hier viele Freunde. Viele aus der Mannschaft von 2009 leben noch hier, viele arbeiten inzwischen auch für Fortuna. Ich habe viereinhalb Jahre hier gespielt und viereinhalb Jahre in Akhisar. Das sind meine beiden Vereine, meine Teams, für die mein Herz schlägt. Aber Düsseldorf ist meine Heimat.

Jetzt sind Sie nicht mehr der junge Wilde wie damals, 2005, als Sie zur Fortuna kamen. Wie fühlen Sie sich in der Rolle des Führungsspielers?
Ich war auch in Akhisar ein Jahr lang Kapitän und das hat ganz gut funktioniert. Ich habe über 120 Spiele für Fortuna gemacht, über 180 in der Türkei. Ich glaube, dass ich die Rolle als Führungsspieler ausfüllen kann und ich hoffe, dass ich so einen Beitrag dazu leisten kann, dass mehr junge Spieler den Sprung in die erste Mannschaft schaffen.

Träumen Sie denn noch von der 2. Bundesliga?
Ich bin nicht mehr der Jüngste. Aber falls die Situation käme, in der ich gebraucht werde, dann stünde ich natürlich zur Verfügung. So eine Saison ist lang und es kann immer etwas passieren, wie Verletzungen oder Sperren. Das wünsche ich keinem. Aber ich wäre bereit!