VfL Bochum: Lukas Hinterseer will oben angreifen

Lukas Hinterseer | Foto:VfL Bochum 1848

Von einigen Fans wird er schon liebevoll „Hansi“ gerufen. Zwar trägt Bochums neuer Zweitligastürmer den berühmten Nachnamen Hinterseer, doch zu seinem Onkel und Schlagerstar pflegt Lukas keinen Kontakt. Also hat Philipp Rentsch sich mit dem 26-Jährigen lieber über Sportliches unterhalten, über seinen Wechsel ins Ruhrgebiet und die Ziele mit dem VfL in der neuen Saison.

Lukas Hinterseer, was treibt einen jungen Fußballer aus dem idyllischen Alpenland mitten ins Ruhrgebiet?

Das sind verschiedene Gründe, aber vor allem sportliche. Ich habe gute Gespräche mit den Verantwortlichen geführt und die ersten Wochen zeigen mir, dass alles so eingetroffen ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen.

Also haben Sie sich in Bochum bereits einleben können?

Es stand viel Training auf dem Programm, oft zwei Einheiten am Tag. Da war ich abends froh, noch etwas essen zu können und habe mich danach direkt hingelegt. Ich lebe noch im Hotel, bin aber mit meiner Freundin auf der Suche nach einer passenden Wohnung für uns und unseren Hund.

Demzufolge haben Sie von Bochum und vom Ruhrgebiet wahrscheinlich noch nicht viel gesehen, oder?

Den kurzen Weg vom Stadion zum Hotel kenne ich ganz gut (lacht). Aber ich werde sicher noch die Zeit finden, meine neue Heimat zu erkunden. Ich habe gehört, dass es ganz in der Nähe des Stadions ein österreichisches Restaurant geben soll. Das werde ich sicher auch mal ausprobieren.

Welche persönlichen Ziele haben Sie sich noch gesteckt?

Ich möchte meine Qualitäten bestmöglich einbringen und der Mannschaft damit helfen. Wie viele Tore ich schieße ist eher zweitrangig. Je mehr, desto besser, klar.

In Bochum gibt es eine Torjägertradition. Vor zwei Jahren wurde Simon Terodde mit 25 Treffern Torschützenkönig. Ist das Chance oder Last?

Ich mache mir keinen großen Druck, einen ähnlichen Wert erreichen zu müssen. Ich weiß, das sagt man gerne, aber am Ende zählt der Erfolg der Mannschaft. Man kann auch anders helfen, nicht nur mit Toren.

Glauben Sie, dass es in dieser Saison gelingen könnte, ganz oben anzugreifen, möglicherweise sogar aufzusteigen?

Wir besitzen definitiv das Potenzial, um oben mitzuspielen. Das ist auch unser Anspruch, das ist die Ambition eines jeden Sportlers. Ich spüre in unserer Mannschaft den Ehrgeiz, eine gute oder sehr gute Platzierung erreichen zu wollen. Planen kann man den Verlauf einer Saison natürlich nie.

Welche Erwartungen spüren Sie von den Fans, an das Team und an Sie?

Ich versuche immer alles zu geben. Diese Malochermentalität passt sicher gut ins Ruhrgebiet. Sollten die Erwartungen gestiegen sein, ist das in Ordnung. Dem versuchen wir gerecht zu werden.

Wie schätzen Sie die gesamte Liga in dieser Spielzeit ein?

Ich denke, dass die zweite Liga in diesem Jahr ziemlich ausgeglichen ist. Mannschaften wie Stuttgart und Hannover, die im letzten Jahr praktisch aufsteigen mussten, gibt es aktuell nicht. Generell dürfen wir aber niemanden unterschätzen. Trotzdem kann die Konstellation in der Liga eine Chance sein.

Freuen Sie sich schon auf das Bochumer Ruhrstadion?

Besonders auf das erste Spiel gegen St. Pauli. Es ist das Eröffnungsspiel der Saison, findet unter Flutlicht statt und vor einer tollen Kulisse. Vielleicht gelingt es uns, eine kleine Euphorie zu entfachen. Wir wollen gut aus den Startlöchern kommen.

Einmal haben Sie bereits „anne Castroper“ gespielt.

Das war 2015 mit Ingolstadt. Wir hätten in Bochum bereits aufsteigen können, ich habe sogar das 1:0 erzielt – doch der VfL hat noch mit 3:1 gewonnen. Ich hätte nichts dagegen, wenn das künftig häufiger der Fall ist.