An der Platte: Interview mit Tischtennisprofi Stefan Fegerl

Freut sich auf die Tischtennis-WM: Stefan Fegerl | Foto: Piet Keusen

Ab dem 29. Mai blickt die Sportwelt auf Düsseldorf und einen 40 Millimeter kleinen Ball. In den Messehallen steigt dann die Tischtennis-WM. Ein Heimspiel für die Bundesliga-Cracks von Rekordmeister Borussia, bei dem sich auch Stefan Fegerl etwas ausrechnet. Der Österreicher spielt seit dieser Saison am Staufenplatz. Piet Keusen sprach mit dem 28-Jährigen über das Pendeln, Düsseldorf als Tischtennis-Stadt und gefürchtete Gegner.

Ende Mai beginnt die WM in Düsseldorf. Spüren Sie schon Vorfreude?

Oh ja, so langsam merkt man, dass die Weltmeisterschaft kommt und eine gewisse Vorfreude ist auch da. Es ist schon etwas Besonderes, dass die WM in Düsseldorf stattfindet, das ist ja auch für mich ein Heimspiel.

Dabei sind Sie ja eigentlich nur Berufsdüsseldorfer ...

Ja, ich komme nur zum Training und zu den Spielen hierher. Mein Hauptwohnort ist Wien und das werde ich auch nicht ändern. Vor den Spielen bereite ich mich im Düsseldorfer Tischtennis-Zentrum mit der Mannschaft vor. Wenn längere Pausen sind zwischen Bundesliga und Champions League, dann fahre ich nach Hause und trainiere dort mit der österreichischen Nationalmannschaft.

Wie gefällt Ihnen Düsseldorf im Vergleich zu Wien?

Düsseldorf ist eine schöne Stadt, die Altstadt gefällt mir sehr gut. Aber ich kann da nicht so viel sagen, ich bin wirklich nur zum Tischtennisspielen hier.

Und wie gefällt es Ihnen bei Borussia?

Ausgesprochen gut. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir recht erfolgreich sind. Wir haben den Pokal gewonnen, stehen in der Meisterschaft gut da und auch die Champions League lief bisher gut. Die Bedingungen bei Borussia sind fantastisch. Im Tischtennis-Zentrum hat man alles, was man braucht, dazu kurze Wege und tolle Mitspieler in der Mannschaft.

Sie reisen zu Tischtennis-Turnieren um die ganze Welt. Was ist das Besondere an einer Heim-WM?

Da gibt es viele Kleinigkeiten. Zum Beispiel fällt schon einmal die Anreise weg, man hat keinen Jetlag und kann sich auf alle Gegebenheiten vorbereiten. Man weiß, was man essen kann und kann da schlafen, wo man sonst schläft. Das macht die Vorbereitung viel einfacher.

Ist Düsseldorf denn eine Tischtennis-Stadt, wird das Publikum für Stimmung sorgen?

Das denke ich schon. Düsseldorf ist auf jeden Fall eine Tischtennis-Stadt, das merkt man auch bei unseren Heimspielen. Da bekommt man an der Platte zwar nicht alles mit, aber die Fans machen schon eine gute Stimmung und ich hoffe, dass das Publikum uns auch bei der WM unterstützen wird.

Gibt es eine besondere Vorbereitung auf ein Turnier wie die Weltmeisterschaft?

Eine spezielle Vorbereitung gibt es da nicht. Wir sind ja noch mitten in der Saison, da kann man nicht alles liegen lassen und daran arbeiten, pünktlich zur WM fit zu sein. Wir spielen mit der Borussia in der Champions League und in der Meisterschaft erfolgreich mit, erst nach Saisonende kann man an die WM denken. Das lenkt sonst zu sehr ab.

Gibt es einen Spieler, dem Sie bei der WM so lange wie möglich aus dem Weg gehen und auf den Sie – wenn möglich – erst im Finale treffen möchten?

(Lacht) Wenn ich im Finale bin, ist mir alles egal. Aber gegen Timo Boll möchte ich nicht so früh spielen. Das ist schon eine andere Hausnummer und ein herausragender Spieler und Freund. Wenn ich das Spiel vermeiden könnte, dann fände ich das gut.