Skatepark Eller: Skater-Paradies

In Action: Thilo Nawrocki | Foto: Tim Korbmacher

Rampen und Pools auf 7000 Quadratmetern: Der Skatepark Eller steht in den Startlöchern. Aufgrund des feuchten Herbstes wurde die für Dezember 2017 geplante Eröffnung verschoben. Sobald es das Wetter zulässt, geht es los. Darauf freut sich auch Thilo Nawrocki. Der 44-Jährige ist zweifacher Deutscher Meister im Bowl-Fahren und hat an der Planung des Skateparks mitgearbeitet.

Wie wichtig ist der neue Park für Düsseldorf?
Der Park ist enorm wichtig für uns. Denn derzeit gibt es hier nicht viel. Der Uhlenbergpark ist viel zu klein und schon lange kein aktueller Standard mehr. Am Wochenende kannst du da gar nicht fahren, weil viele kleine Kinder mit dem Roller unterwegs sind. Aber sonst gibt es hier im nahen Umkreis nichts. In Köln gibt es acht oder zehn Parks und wir in Düsseldorf haben keine Trainingsmöglichkeiten. Das ist bitter, deshalb freuen sich alle auf die Eröffnung.

Wie ist dein Eindruck von der Anlage?
Jetzt wird alles gut (lacht). Ich war oft auf der Baustelle und habe mir die Arbeiten angeguckt. Es wird wirklich schön. Die Rampen sind super gebaut. Das ist ein Park, in dem du auch internationale Wettbewerbe austragen kannst. Da ist alles auf dem neuesten Stand und perfekt gebaut. Es wird Flutlicht geben, damit man im Dunkeln fahren kann und es kommt ein kleines Dach drauf, dann kann man auch bei Regen trainieren.

Du hast bei der Konzeption mitgearbeitet. Wie habt ihr den Park geplant?
Erst einmal gab es einen groben Plan mit Flächenaufteilung, also, wo welche Disziplin gefahren werden soll. Zum Beispiel gibt es eine Area für Street oder Bowl und dazu wird es eine Fläche für Kids geben. Danach sind wir in die Feinplanung gegangen und haben überlegt, wo die Rampen hin kommen und wie steil sie sein sollen. Federführend war Fineline-Construction, aber wir haben in enger Absprache mitgearbeitet und uns oft getroffen.

Hast du einen Park als Vorbild im Kopf gehabt?
Nein, denn es gibt keinen perfekten Park. Es gibt immer Sachen, die findet der eine in einem Park gut und der andere nicht. Deshalb versuchst du, das Beste aus allen Parks zusammen zu ziehen. Und das hat in Düsseldorf super geklappt. Wir haben darauf geachtet, dass für alle etwas dabei ist. Also Rampen, die 30 Zentimeter hoch sind und Rampen, die 2,80 Meter hoch sind. Alles, was auf großen, internationalen Wettbewerben gut klappt, das haben wir bald auch.

An der Planung beteiligt: Thilo Nawrocki | Foto: Tim Korbmacher

Es heißt, es wird der größte Skatepark Europas…
Ich kann das schlecht vergleichen. Aber wenn man in Düsseldorf auf der Baustelle steht, dann wirkt die Anlage noch größer, als sie auf den Bildern aussieht. Es ist einfach riesig.

Aber auch nur outdoor. Ist das ein Problem?
Nein. Skateboard fahren ist draußen viel schöner, weil du Platz hast. Es ist sehr gut, dass wir jetzt so einen Park bekommen und bald zum Beispiel eine Deutsche Meisterschaft ausrichten können. Aber für den Winter wäre es schon cool, wenn wir eine Halle hätten. Die müsste ja gar nicht groß sein. Nur groß genug, um nicht einzurosten, wenn es mal, wie in diesem Jahr, wochenlang regnet.

Wird die Halle einen Schub für das Skateboarding in Düsseldorf geben?
Auf jeden Fall. Skaten feiert 2020 olympische Premiere in Tokio. Wir haben mit Lenni Jansen einen Düsseldorfer, der derzeit zum möglichen Olympiakader gehört. In der Düsseldorfer Szene wird sich durch den neuen Park viel verändern. Je mehr Trainingsmöglichkeiten wir haben, desto mehr Leute werden an die Spitze kommen. Ich kann mir vorstellen, dass in zwei Jahren noch ein paar andere Leute nachrücken und wir bei Olympia durchaus Skater aus Düsseldorf sehen werden.

Wo hast du eigentlich Skaten gelernt?
Ich komme aus Münster. Da gibt es einen Skatepark und eine Skatehalle. Die sind super, aber kein Vergleich zu dem, was gerade in Düsseldorf entsteht. Das wird etwa zehnmal so groß.

Skatepark Eller, Heidelbergerstraße, Düsseldorf