Magische Pfeile: Dartclub Magic Arrows

Die Magic Arrows | Foto: Magic Arrows

Hans-Joachim Moog liebt es, wenn die Pfeile fliegen. Seine Leidenschaft gehört dem Darts-Sport. Dem E-Darts um genau zu sein. Dabei werfen die Spieler ihre Dartpfeile mit Plastikspitze auf ein Kunststoffboard, das Zählen übernimmt der Computer. Hans-Joachim Moog kam erst spät zum Darts, mit 33 Jahren. Inzwischen ist er 60 und spielt immer noch in der ersten Mannschaft der Magic Arrows Hilden. Und noch mehr als das. Beim Hildener Dartverein ist er Mädchen für alles und hatte dort schon jeden Job.

Wie würden Sie ihre Position bei den Magic Arrows bezeichnen?
Ich bin wirklich das Mädchen für alles: Von Teamchef bis zum Pressesprecher und wenn es sein muss auch der Schlichter und Friedensrichter.

Bleibt denn da noch Zeit, um selbst zu spielen?
Ich spiele noch, vor allem aber, weil ich es muss. Ich würde gerne aufhören, weil ich jetzt das Alter habe. Ich bin 60 Jahre alt und die Leistungskurve geht ab 50 immer weiter nach unten. Man kann bis etwa 55 auf hohem Niveau spielen, danach eigentlich nur noch hobbymäßig. In der Klasse, in der wir uns bewegen, ist das doch eine große Belastung.

Das klingt, als hätte der Klub Nachwuchssorgen.
Wir haben viele gute, junge Leute, die auch gerne oben mitspielen würden. Aber bei vielen fehlt die Bereitschaft, viel Zeit zu investieren und besser zu werden. Es nehmen nicht alle Spieler den Dartsport so ernst, wie ich das tue. Eine Niederlage zum Beispiel, da laboriere ich zwei Tage dran.

Darts ist als Kneipensport verschrieen. Wie sehen Sie das?
Für mich war das von Anfang an ein richtiger Sport. Wenn ich spiele, dann bin ich komplett im Tunnel und bekomme nicht mit, was an den anderen Boards passiert. Nach einem Spiel bin ich klitschnass geschwitzt. Das hat mit Kneipensport nichts zu tun. Alkohol zum Beispiel trinkt bei uns keiner. Vielleicht mal ein Bier vorher, um locker zu werden.

Ist Darts auch körperliche Belastung?
Oh ja! Wir haben 2007 und 2009 in der Bundesliga gespielt. Da gibt es Blockspieltage, die von mittags zwölf Uhr bis nachts um eins gehen. Da muss man voll konzentriert bleiben. Hinterher ist man nicht nur geistig müde, sondern auch körperlich. Ich habe Nackenschmerzen und weiß der Teufel was von der Anspannung. Nach den Partien bin ich ein Kilo leichter. Wer das als Kneipensport abtut, der ist unwissend.

Wie trainieren Sie?
Ich bin erst spät zum Darts gekommen, mit 33. Vorher habe ich Snooker gespielt Die ersten Jahre waren schrecklich. Ich bin nicht sehr talentiert für Darts! Ich bin ein Arbeiter. Ich muss jeden Tag vor die Scheibe und mindesten 45 Minuten trainieren. Vor fünf oder zehn Jahren, da hab ich jeden Tag zwei, drei Stunden vor dem Dartautomaten gestanden.

Mädchen für alles: Hans-Joachim Moog

Das klingt, als würde Darts einen großen Teil ihres Lebens einnehmen...
Natürlich. Das muss man auch opfern, wenn man auf höchster Ebene erfolgreich sein will. Sie müssen alles dafür tun, dass Kopf und Arm ruhig sind, die Wurfbewegung millionenfach üben. Viele haben im Wurfarm sogar Arthrose nach der langen Zeit. Bei mir ist Darts klar die Nummer eins.

Was sagt Ihre Frau dazu?
Sie weiß das (lacht) Das hat sie von Anfang an gewusst. Ich spiele und schaffe zum Beispiel jedes Jahr seit 2006 die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Da treten die besten 128 an. Da kann man nicht einfach hingehen, das ist viel Arbeit. Meine Frau hat sich damit arrangiert. Zur Deutschen Meisterschaft fährt sie grundsätzlich mit. Sie hat zwar noch nie gespielt und ist auch nicht in der Halle, aber da die Meisterschaft immer in Geiselwind stattfindet, macht meine Frau Sightseeing in Würzburg und Nürnberg. Und abends trifft man sich dann zum Essen.

Was steht in Zukunft noch für die Magic Arrows an?
Die Liga ist im Januar erst einmal vorbei, die Rückrunde beginnt im März und geht dann bis Juni, Juli. Dazu gibt es die Deutsche Einzelmeisterschaft, die ist immer in der ersten Woche im November. Zwischendurch gibt es noch große Turniere, zum Beispiel in Spanien und dann muss man auch überlegen, ob der Urlaub für alles reicht.

Die Deutsche Meisterschaft ist vorbei, wie haben Sie abgeschnitten?
Ich selbst habe keinen Titel geholt, aber für die Magic Arrows war das sehr erfolgreich. Unser Spieler Wolfgang Meyer ist in der neuen Klasse Ü50 Deutscher Meister geworden. Gegen ihn habe ich verloren und den fünften Platz geholt.

Zwei Hildener unter den ersten Fünf. Ein großer Erfolg, oder?
Das gab es bei der Shanghai-Europameisterschaft 2013 schon einmal. Da standen wir beide im Endspiel und Wolfgang hat gewonnen. Letztes Jahr haben die Magic Arrows den Pokal geholt, das ist ein ähnlich großer Erfolg wie im Fußball der DFB-Pokal. Jetzt wollen wir in die Bezirksoberliga. Dann möchte ich mich aber endlich aus der ersten Mannschaft verabschieden.

Heimspiele: 11.+18.12., Treff 785, Hilden